Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Herbst- und Winterprogramm 2017/2018

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Verleugnung / Filmgespräch über rechtsextreme Geschichtsklitterungen

29.11.17 / 19:00   Kino Cinema Dachau, Fraunhoferstraße 5

Die amerikanische Universitätsprofessorin Deborah Lipstadt (Rachel Weisz) wirft dem britischen Autor David Irving (Timothy Spall) die Verleugnung des Holocausts vor. Der verklagt sie daraufhin und veranlasst, dass der Prozess in England stattfindet. Durch das britische Justizsystem muss die Historikerin Lipstadt quasi beweisen, dass der Holocaust tatsächlich stattgefunden hat. Irving argumentiert im Prozess mit Faktenverdrehungen. In Zeiten, in denen ein absurder Begriff wie „alternative Fakten“ üblich wird, ist dieser analytische Film von Mick Jackson über den Prozess vor 17 Jahren wichtig – auch im Blick auf den rechtsextremen Geschichtsrevisionsmus, der die NS-Verbrechen in Dachau und an anderen Orten verharmlost und eine ganz andere Geschichtspolitik fordert. Nach der Filmvorführung (110 Minuten) wird im Kinosaal ein Nachgespräch mit dem Politikwissenschaftler und Rechtsextremismus-Experten Dr. Robert Philippsberg angeboten. Kooperation: Cinema Dachau - Kartenreservierungen im Kino unter Tel. 08131/26699

Die Abwertung von Menschen mit Behinderung – Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen / Vortrag

07.12.17 / 19:00   Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Ob im Gesundheitswesen, der politischen Arbeit oder im Alltag – Menschen mit Behinderung sind noch immer mit zahlreichen Benachteiligungen konfrontiert, die ihr Leben erheblich beeinträchtigen. Zudem werden sie nicht selten auf ihre Behinderung reduziert. Dr. Sigrid Arnade, Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e. V., zeigt in ihrem Vortrag anhand von Fallbeispielen die Folgen dieser Abwertung auf. Außerdem macht sie deutlich, wie der Staat, aber auch jede und jeder Einzelne dieser Form von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegenwirken kann. Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e. V.

Verleihung des Dachau-Preises für Zivilcourage

10.12.17 / 11:00   Rathaus, Konrad-Adenauer-Straße 2-6, Dachau

Der Dachau-Preis für Zivilcourage wurde von der Stadt Dachau 2005 gestiftet. Mit ihm ehrt die Stadt Menschen, „die sich mit Mut, Phantasie und Engagement für die Rechte von Verfolgten und von diskriminierten Minderheiten einsetzen.“ Geehrt wird 2017 der Sozialrichter Dr. Jan-Robert von Renesse aus Nordrhein-Westfalen, der für Rentenzahlungen an überlebende Zwangsarbeiter aus den NS-Ghettos gestritten hat und dabei politischen Druck und berufliche Nachteile in Kauf nahm.

Wie erinnerte die Universität München von 1945 bis 1968 an die Weiße Rose? / Buchvorstellung

18.01.18 / 19:30   Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Der Entscheidung, welcher Ereignisse und Personen man fortan in Deutschland gedenken wolle, kam nach 1945, nach den Schrecken der NS-Herrschaft, eine ganz besondere Bedeutung zu. Die Suche nach sinnstiftenden, positiven Aspekten der Vergangenheit spielte dabei eine Rolle. Auch die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität beschäftigte sich in der Nachkriegszeit mit ihrer eigenen jüngsten Geschichte, wobei der Widerstand der Weißen Rose rasch ins Zentrum rückte. Mit den Anfängen, der Entwicklung und dem vorläufigen Ende der universitär betriebenen Erinnerung an die Widerstandsgruppe setzt sich das Buch „Die Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an den Widerstand der Weißen Rose an der Ludwig-Maximilians-Universität München von 1945 bis 1968“ auseinander. Die Autorin Simone König, Geschichtslehrerin am Sophie-Scholl-Gymnasium in München, stellt an dem Abend wesentliche Ergebnisse ihrer 2017 erschienenen Studie vor – auch als Einstimmung auf die Gedenkveranstaltungen, die 2018 an die Ermordung der Mitglieder der Weißen Rose durch die NS-Justiz vor 75 Jahren erinnern. In der Versöhnungskirche wird am Sonntag, 25. Februar, 11 Uhr, im Gottesdienst der 75. Todestag von Hans Scholl, Sophie Scholl und Christoph Probst thematisiert. Nähere Informationen zu den Veranstaltungen in München unter www.weisse-rose-stiftung.de. Kooperation: Katholische Seelsorge

„Nie wieder“ / Erinnerungstag im deutschen Fußball

26.01.18  -  28.01.18   

Der Anstoß zur „Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ging 2004 von der Versöhnungskirche aus. In enger Kooperation mit Faninitiativen, dem DFB und der DFL sind zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 20. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant. Nähere Informationen unter www.niewieder.info oder www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php

Mit 17 aus der Ukraine ins KZ Dachau - Zeitzeugengespräch zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

27.01.18 / 19:00   Rathaus, Konrad-Adenauer-Straße 2-6, Dachau

Volodymyr Iwanowitsch Dshelali wurde 1925 in der Ukraine geboren. Er hat gerade sein 8. Schuljahr beendet, als 1941 der deutsche Überfall auf die Sowjetunion und die Besetzung seiner Heimat sein Leben verändert. Zusammen mit Freunden beteiligt er sich am Widerstand. Sie verbreiteten Flugblätter und bereiten Sabotageakte vor. 1942 wird er zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch kommt er im Juli 1942 ins KZ Dachau, wo er sich am Schmuggel von Paketen ins Lager beteiligt. Später gelingt ihm die Flucht aus einem Außenlager und er wird bis Kriegsende von einem Bauern versteckt. Im Frühjahr 1945 kehrt er zurück in die Ukraine, studiert und arbeitet 45 Jahre als Musiklehrer. Er schreibt Gedichte, auch über seine Erfahrungen im KZ. Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag in Dachau

„Ich hatte eine wunderschöne Kindheit – ab zehn“ / Zeitzeugengespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Ruth Melcer

08.02.18 / 19:30   Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstraße 91

Ruth Melcer verbrachte ihre ersten Lebensjahre im polnischen Tomaszów Mazowiecki. Als die Deutschen 1939 ihre Heimatstadt besetzten, war sie vier Jahre alt, ihr Bruder Mirek zweieinhalb. 1942 musste die Familie ins Ghetto umziehen, nach dessen Auflösung kam sie ins Zwangsarbeitslager Bli?yn, wo der jüngere Bruder 1943 ermordet wurde. 1944 wurde die Familie nach Auschwitz deportiert. Dass sie und ihre Eltern dort überlebt haben, gleicht einem Wunder. Ein Kapo namens Olga nahm das hübsche Kind in ihre Obhut, gab ihr zusätzliches Essen und versteckte sie vor Josef Mengele, der Kinder für seine menschenverachtenden Experimente suchte. Die Befreiung am 27. Januar 1945 erlebte die neunjährige Ruth auf sich allein gestellt. Doch in Tomaszów Mazowiecki traf die Familie wieder aufeinander. Nach dem Pogrom von Kielce am 4. Juli 1946 beschloss der Vater, Polen endgültig zu verlassen. Zunächst lebte die Familie in Berlin, von 1948 an in München. „Ich hatte eine wunderschöne Kindheit“, sagt Ruth Melcer, „ab zehn.“ 1951 ging sie nach Tel Aviv, kehrte 1954 zurück und machte eine Ausbildung zur Chemielaborantin. Schließlich lernte sie ihren Mann Jossi kennen, mit dem sie nach Augsburg zog und drei Kinder bekam. Heute lebt sie wieder in München. 2015 veröffentlichte sie gemeinsam mit Ellen Presser „Ruths Kochbuch – Die wunderbaren Rezepte meiner jüdischen Familie“. Ein Ensemble des Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasiums wird den Abend musikalisch gestalten. Kooperation: Karmel Heilig Blut Dachau und Katholische Seelsorge