Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Frühjahrs- und Sommerprogramm 2017

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

„Die Andeutung einer Zuflucht“ – 50 Jahre Versöhnungskirche / Zeitzeugen im Gespräch

01.06.17 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

In einer Broschüre schrieb Christian Reger, selbst Dachau-Überlebender und erster Pfarrer an der Versöhnungskirche: „Nachdem der Besucher durch die niederdrückende Öde des ehemaligen Konzentrationslagers gekommen ist, erfährt er ... die Andeutung einer Zuflucht, wenn er schließlich die Stufen erreicht, die zur Kirche hinunterführen.“ Zum 50. Jahrestag der Einweihung der Versöhnungskirche berichten an diesem Abend Menschen, die diesem Ort verbunden sind, über ihre Erfahrungen:Herbert Römpp (angefragt), Eberhard Schulz, Dr. Norbert Reck, Waldemar Pisarski, Peter Klentzan und Bettina Korb. Im Mittelpunkt stehen dabei die ersten 30 Jahre der Versöhnungskirche, eine Zeit, in der es in Kirche und Gesellschaft noch starke Widerstände gegen eine kritische Erinnerungsarbeit gab.

Luther, die Juden und die Nazis innerhalb und außerhalb der Kirche / Vortrag zum Reformationsjubiläum

21.06.17 / 20:00   Gemeindesaal Apostelkirche, Konrad-Witz-Straße 17, München-Solln

In seiner Spätschrift „Wider die Juden und ihre Lügen“ hetzte Martin Luther gegen Menschen jüdischen Glaubens. Der Antisemitismus der NS-Zeit, vor allem das Hetzblatt „Der Stürmer“, aber auch die „Deutschen Christen“ innerhalb der evangelischen Kirche bezogen sich direkt auf ihn. Schon der 450. Geburtstag Luthers im November 1933 wurde propagandistisch instrumentalisiert. Im Münchner Prinzregententheater fand eine Gedenkfeier statt, bei der man Luther als „nationale Persönlichkeit“ eruptiv seine hassenden und jubelnden Erkenntnisse und Bekenntnisse dem Publikum ins Gesicht schleudern ließ. Vier Jahre später trug das Staatsschauspiel zur Eröffnung der Hetz-Ausstellung „Der ewige Jude“ Luthers Schrift „Wider die Juden und ihre Lügen“ szenisch gestaltet vor. Kirchenrat Dr. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker, Landeskirchlicher Beauftragter für evangelische Gedenkstättenarbeit. Kooperation: Evang.-Luth. Kirchengemeinde Solln

Ich lebe doch noch! – Die wahre Geschichte von Hanna Mandel und ihr Leben nach Auschwitz / Theateraufführung

13.07.17 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Hanna Mandel, 1927 in Rumänien geboren und in Ungarn aufgewachsen, verliert ihre gesamte Familie in Auschwitz. Sie selbst überlebt mehrere Konzentrationslager. Aber nach der Befreiung hört das Grauen nicht auf. Hanna steht im Theaterstück einer unbekannten Frau gegenüber und erzählt mit unverblümter Ehrlichkeit von ihren Gefühlen: Als sie im KZ Salzwedel von den Amerikanern befreit wird, will Hanna ein deutsches Kind töten als Rache für ihre kleine Schwester. In dieser Schilderung stecken die widerstrebenden Gefühle von Hanna. Wut, Trauer, Vergeltung, Unglaube und Gerechtigkeitssinn überlagern sich, wechseln sich ab. Nach und nach beginnt Hanna ihr Leben zu ändern. Sie hinterfragt die Religiosität ihres Mannes, die Rolle der Frau in der Gesellschaft und führt schließlich ein selbstbestimmtes Leben. Und als sie im Fernsehen eine Gedenkfeier für die Holocaust-Opfer sieht, sagt Hanna: „Aber ich lebe doch noch!“ Denn als Überlebende mit all ihren Traumata fühlt sie sich vergessen. Das Theaterstück von Heiko Ostendorf basiert auf dem Buch „Beim Gehen entsteht der Weg“ (2008) des Theologen Dr. Norbert Reck, der bei der Aufführung anwesend sein wird. Ein Gastspiel vom theater odos, Münster, in memoriam Hanna Mandel, die vor 90 Jahren geboren wurde und 2003 in München starb. Kooperation: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

„erinnern – begegnen – verstehen – Zukunft gestalten“ / 35. Internationale Jugendbegegnung in Dachau

29.07.17  -  11.08.17   

Junge Menschen aus mehreren Nationen treffen sich für 14 Tage in Dachau. Sie beschäftigen sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur und fragen nach Bezügen zur Gegenwart. Eingeladen sind alle Interessierten ins Max-Mannheimer-Haus Dachau, Roßwachtstraße 15, am Samstag, 5.8. um 18.30 Uhr zum Fest der Begegnung, am Sonntag, 6.8. um 13.30 Uhr zum „Gebet der Begegnung“ und um 15 Uhr zum Zeitzeugencafé. www.jugendbegegnung-dachau.de

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ / Fahrradrundfahrt zu den Dachauer „Stolpersteinen“

24.09.17 / 15:00   Treffpunkt: Parkplatz Bahnhofsplatz Dachau

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt für Opfer des Nationalsozialismus Stolpersteine. Seit 2005 sind in Dachau 15 dieser Gedenksteine vor den letzten selbst gewählten Wohnorten von NS-Opfern gesetzt worden. Bei einer Fahrradtour werden diese Orte aufgesucht und die Lebensgeschichten dieser Dachauerinnen und Dachauer erzählt. Referentin: Brigitte Fiedler, Anmeldung erforderlich bis 19.9.17, Telefon 081 31/996 88-0 oder info@dachauer-forum.de, Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge

NS-Dokuzentrum Köln und NS-Dokumentation in Vogelsang / Gedenkstättenfahrt

27.10.17  -  29.10.17   

Im ehemaligen Haus der Gestapo, mit Gefängniszellen für Zwangsarbeiter und Widerstandskämpfer, wurde 1988 ein NS-Dokumentations- und Forschungszentrum errichtet, in dem auch die Dauerausstellung „Köln im Nationalsozialismus“ untergebracht ist. 2016 wurde die NS-Dokumentation in Vogelsang (Eifel) eröffnet. In der Ordensburg Vogelsang, 1934 bis 1941 für „Führernachwuchs“ errichtet, sollten Jugendliche nach dem Idealbild eines „neuen deutschen Menschen“ geformt werden, zu Tätern einer verbrecherischen Politik der Menschenversuche, der Tötung Behinderter und des Völkermords. Heute versteht sich der „Internationale Platz Vogelsang“ als Forum für Erinnerungskultur sowie für Gegenwarts- und Zukunftsfragen. Ausschreibung unter Tel. 081 31/996 88-0 oder info@dachauer-forum.de oder unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php