Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Frühjahrs- und Sommerprogramm 2018

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Österreich 1938 – Republik, Austrofaschismus, NS-Herrschaft / Vortrag

01.03.18 / 19:30   Versöhnungskirche

Am 12. März 1938 besetzte Nazi-Deutschland Österreich. Der Wiener Sozialhistoriker Dr. Kurt Bauer gibt zum 80. Jahrestag einen Überblick über die Entwicklung des Nationalsozialismus in Österreich bis 1939. Zentrale Aspekte dieser Geschichte, die auch die Schicksale tausender Dachau-Häftlinge bestimmte, erläutert der Referent.

Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge

Namen statt Nummern / Vorstellung neuer Biographien für das Dachauer Gedächtnisbuch

22.03.18 / 19:30   Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstr. 91

Am 85. Jahrestag der Errichtung des Konzentrationslagers Dachau werden neue Biographien vorgestellt und in das „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ aufgenommen. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Grafing und der Theresia-Gerhardinger-Realschule Weichs porträtieren Adi Maislinger (Münchner Maschinenschlosser und KPDWiderstandskämpfer), Franz Klement (sudetendeutscher Porzellandreher), Josef Nieberle (BVP-Politiker und Bauernführer aus Weigersdorf/Eichstätt) und andere NS-Verfolgte. Jugendliche und erwachsene Ehrenamtliche präsentieren weitere Lebensbilder. Das Gymnasium Grafing übernimmt die musikalische Gestaltung.

Trägerkreis „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ www.gedaechtnisbuch.org

Brundibár / Aufführung der Kinderoper aus dem Ghetto Theresienstadt

06.04.18 / 19:00   Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Str. 23, Dachau

Aninka und Pepicek sind in Sorge um ihre kranke Mutter. Für Milch, die sie dringend braucht, reicht ihr Geld nicht. Auf dem Markt entdecken sie den Leierkastenmann Brundibár, der Menschen mit seiner Musik in den Bann zieht und mit vielen Münzen belohnt wird. Die Kinder versuchen, mit Singen Geld zu verdienen. Brundibár verjagt sie. Schließlich kommen alle Kinder zusammen, um gemeinsam lauter zu singen. Und tatsächlich: Niemand will ihn mehr hören, die Leute kommen, lauschen ihrem Gesang und geben Geld. Brundibár will ihnen das Geld stehlen, aber die Kinder können ihn schließlich gemeinsam besiegen. Hans Krása komponierte „Brundibár“ 1938 und schrieb im Ghetto Theresienstadt eine neue Partitur. Dort wurde die Kinderoper oft aufgeführt. Den jüdischen Mitwirkenden und ihrem Publikum gab sie Hoffnung, dass bald auch Hitler besiegt werde. Doch die Rollen mussten ständig neu besetzt werden, weil die meisten Kinder, wie auch Hans Krása, nach Auschwitz gebracht und ermordet wurden. Es spielen und singen das Theater an der Würm und das Dachauer Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Gudrun Huber und der Regie von Herbert Hanko.

Karten sind an den üblichen Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse erhältlich.

Vor 80 Jahren kamen die ersten Österreicher ins KZ Dachau / Gedenkgottesdienst

08.04.18 / 11:00   Versöhnungskirche

Der erste Transport nach dem „Anschluss“ Österreichs traf am 2. April 1938 in Dachau ein. Unter den 150 NS-Verfolgten befanden sich Angehörige der „Vaterländischen Front“, ebenso wie ihre Kontrahenten, Sozialdemokraten und Kommunisten, aber auch eine größere jüdische Gruppe. Das erste Mordopfer aus diesem Transport war der jüdische Gewürzhändler Johann Kotanyi, der noch im April 1938 von den SS-Schergen in den Suizid getrieben wurde. Im ökumenischen Gedenkgottesdienst wirken mit: Bischof em. Dr. h.c. Maximilian Aichern OSB (Diözese Linz), Bischof Dr. Michael Bünker (Evangelische Kirche A. B. in Österreich, Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirche in Europa) und Pfarrer em. Alfons Einsiedl, dessen Großvater Alois Renoldner 1938 als Gendamerie-Oberst aus Österreich ins KZ Dachau verschleppt worden war.

Namen statt Nummern / Ausstellungseröffnung zu niederländischen Häftlingen im KZ Dachau

27.04.18 / 15:00   KZ-Gedenkstätte Dachau, Sonderausstellungsraum

Im KZ Dachau waren von 1941 bis 1945 mehr als zweitausend Gefangene aus den Niederlanden inhaftiert. Bei ihrer Ankunft erhielten sie eine Nummer. Ihr Name spielte ab diesem Zeitpunkt keine Rolle mehr. Die Ausstellung zeigt durch persönliche Geschichten und authentische Objekte, welche Überlebensstrategien die Häftlinge entwickelten: Jaap van Mesdag machte Musik, Pim Reintjes schnitzte ein Schachbrett in den Deckel einer Holzkiste, Frits van Hall fertigte kleine Reliefs, Lies Buenick-Hendrickse stellte Schmuck aus entwendeten Materialien her und Willemijn Petroff-van Gurp ein Lieder- und Psalmenbuch aus Altpapier. Niederländische Jugendliche recherchierten in den letzten Jahren zahlreiche Lebensgeschichten. Sie besuchten Archive und interviewten ehemalige Häftlinge. In Kurzfilmen erzählen die Jugendlichen, was ihnen diese Begegnungen bedeuten. „Dank dieses Projekts haben wir eine Freundin hinzugewonnen! ... Sie bringt uns dazu darüber nachzudenken, worum es im Leben eigentlich geht“, sagt Jop Bruin über Willemijn Petroff-van Gurp. Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet ein interaktives Denkmal für alle niederländischen Dachau-Häftlinge. Auf diese Weise werden aus Nummern wieder Namen. Zeitgleich startet die Ausstellung „Namen statt Nummern“ mit 22 Biographien von Dachau-Häftlingen aus fünf Ländern in der Versöhnungskirche. Beide Ausstellungen entstanden im Rahmen des Projektes „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“.

Kooperation: KZ-Gedenkstätte Dachau, Trägerkreis Gedächtnisbuch

Gedenken an die Opfer des Todesmarsches

28.04.18 / 18:00   Theodor-Heuss-Straße / Ecke Sudetenlandstraße, Dachau

Zu Tausenden wurden noch in den letzten Tagen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau Häftlinge auf den Todesmarsch geschickt. Bei der Gedenkfeier am Todesmarschmahnmal sprechen Abba Naor (Überlebender des Todesmarsches), Susanne Breit-Keßler (Regionalbischöfin für München und Oberbayern) und Florian Hartmann (Dachauer Oberbürgermeister). Musikalisch begleitet Familie Huber-Ewald das Gedenken.

Trägerkreis Todesmarschmahnmal Dachau

Gedenken zum 73. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau

29.04.18   

9:30 – 10:30 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst im Karmel und Russischer Gottesdienst in der Auferstehungskapelle // 9:45 – 10:30 Uhr: Jüdische Gedenkfeier an der Jüdischen Gedenkstätte // 10:45 Uhr: Befreiungsfeier, Beginn beim ehemaligen Krematorium // 13:00 Uhr: Gedenkstunde am „Schießplatz Hebertshausen“ // anschließend „Tag der Begegnung“ im Max-Mannheimer-Haus Dachau, Roßwachtstraße 15

München liest – aus verbrannten Büchern

10.05.18 / 10:00 - 18:00   Königsplatz (vor der Antikensammlung), München

Am 85. Jahrestag brennt der Künstler Wolfram P. Kastner am Ort der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten eine Brandspur in den Rasen (10 Uhr) – damit kein Gras wächst über die Erinnerung daran, was im Brand der Synagogen, Städte und Menschen endete. Anschließend werden Texte von Autoren vorgelesen, deren Werke 1933 verbrannt wurden.

Institut für Kunst und Forschung, München

„Nein, wir wollen nicht mehr arbeiten, wir haben Hunger“ / Lesung

05.06.18 / 19:00   KZ-Gedenkstätte Dachau, Sonderausstellungsraum

„Was am 12. Januar 1945 schließlich den Ausschlag gegeben hat, weiß ich eigentlich nicht mehr. … kurz nach der Mittagspause (wurde) plötzlich vorn im Saal die Arbeit niedergelegt. Nein, wir wollen nicht mehr arbeiten, wir haben Hunger.“ – In ihrem Erinnerungsbericht schildert die Niederländerin Hendrika Jacoba (Kiky) Gerritsen-Heinsius (1921–1990) eindringlich den Streik der Frauen und berichtet über die schweren Arbeitsbedingungen im Werk und das Leben im KZ-Außenlager in München-Giesing. Von 1944 bis kurz vor ihrer Befreiung am 30. April 1945 waren im Außenlager Agfa-Kommando etwa 550 weibliche Häftlinge untergebracht, mehrheitlich politische Gefangene aus den Niederlanden und Polen. Die Frauen mussten im Agfa-Werk für die Rüstungsindustrie schuften. Der Journalist Jos Sinnema bearbeitete mit Kikys Witwer Piet Gerritsen ihren Erinnerungsbericht. Jan van Ommen, Sohn von Renny van Ommen-de Fries, einer Mitgefangenen Kikys, besorgte die deutsche Übersetzung. Die Münchner Schauspielerin und Regisseurin Lydia Starkulla liest ausgewählte Passagen.

Kooperation: KZ-Gedenkstätte Dachau – Zugang möglich über das Jourhaus, Pater-Roth-Straße 2a, Dachau

75 Jahre Weiße Rose – Was bleibt? / Tagung

08.06.18  -  10.06.18   Evangelische Akademie Tutzing, Schlossstraße 2

Die ermordeten Mitglieder der Weißen Rose wurden früh zu Ikonen des Widerstands. Ihr Mut und ihre Aufrichtigkeit inmitten des Inhumanen bleiben herausragend. Zur Auseinandersetzung mit ihrem Kampf gegen Diktatur und Unrecht gehört indes mehr als die Heroisierung. Blicke auf Geschichte und Nachgeschichte: Zeitzeugengespräch, Vorträge, Lesung, Filmgespräch, Gottesdienst, Podiumsdiskussion. Leitung: Dr. Ulrike Haerendel, Dr. Hildegard Kronawitter, Dr. Björn Mensing. Programm und Anmeldung: Evangelische Akademie Tutzing, Telefon: 081 58 / 251-0, E-Mail: info@ev-akademie-tutzing.de

Kooperation: Evangelische Akademie Tutzing, Weiße Rose Stiftung e.V.

„Durfte jetzt an freien Sonntagen Fußball gespielt werden“ - Fußball im KZ Dachau / Rundgang

07.07.18 / 12:00   Treffpunkt Besucherzentrum KZ-Gedenkstätte Dachau, Pater-Roth-Str. 2

Mit der Veröffentlichung von Bildern spielender Häftlinge im KZ Dachau wurde der Fußball schon 1933 als Propaganda missbraucht. Später beschreibt Ferdinand Hackl in einem Zeitzeugenbericht, wie er Fußball erlebte: „Auf dem Appellplatz, wo Häftlinge täglich schikaniert und sehr oft auch zu Tode gequält wurden (...), durfte jetzt an freien Sonntagen Fußball gespielt werden. Diese Spiele halfen den spielenden und auch den zuschauenden Häftlingen, ihr Leid und den Hunger – zumindest für die Zeit des Fußballspiels – ein wenig zu vergessen“. Neben Kurt Landauer, Präsident des FC Bayern, wurden 16 Vereinsmitglieder in das KZ Dachau verschleppt. Alfred Strauß, war 1933 eines der ersten Opfer. Von ihm, aber auch von anderen, die dem Fußball verbunden waren, wird bei dem Rundgang erzählt. Es wird aber auch nach dem Umgang der Vereine mit diesem Teil ihrer Geschichte gefragt – warum es oft so lange dauerte, bis sie sich diesem Teil ihrer Geschichte stellten. Referenten: Klaus Schultz, Diakon Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau; Andreas Wittner, Archivar Erlebniswelt FC Bayern München

Kosten 4 € / Anmeldung ist nicht erforderlich / Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Dachau in Kooperation mit der Evangelischen Versöhnungskirche

Vom Rettungswiderstand zur Musik / Hommage an Adolph Kurt Böhm zum 92. Geburtstag

19.07.18 / 19:30   Versöhnungskirche

1926 wird Adolph Kurt Böhm als Kind eines jüdischen Fabrikanten und einer Christin geboren und wächst katholisch auf. Im April 1933 wird sein Vater ins KZ Dachau verschleppt. Nach dessen Entlassung flieht die Familie nach Paris. Als die Nazis 1940 dort einmarschieren, entkommt der Vater in die Schweiz. Die Mutter bleibt mit den beiden Söhnen in Paris. Adolph fälscht Ausweise für untergetauchte Juden und rettet so vielen das Leben – später verleiht ihm die israelische Gedenkstätte Yad Vashem den Titel „Gerechter unter den Völkern“. Zur Begeisterung fürs Zeichnen und Malen kommt bald auch die für die Musik. 2014 erscheint seine Autobiographie mit dem programmatischen Titel „Musik und Menschlichkeit“. Wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag kommt Adolph Kurt Böhm nach Dachau – und spricht erstmals über seine Kindheitserinnerungen, nur wenige Meter von dem Ort entfernt, an dem sein Vater gequält wurde. Kammersänger Bernd Weikl würdigt seinen Künstlerkollegen mit einer Laudatio. Bariton Florian Prey singt Kompositionen des Jubilars.

Kooperation: Katholische Seelsorge

„erinnern – begegnen – verstehen – Zukunft gestalten“ / 36. Internationale Jugendbegegnung in Dachau

28.07.18  -  10.08.18   

Junge Menschen aus vielen Nationen treffen sich, um sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur zu beschäftigen und nach Bezügen zur Gegenwart zu fragen. Alle Interessierten sind eingeladen ins Dachauer Max-Mannheimer-Haus, Roßwachtstraße 15. // Samstag, 4. August, voraussichtlich 15:00 Uhr: Fest der Begegnung mit Feier von 20 Jahre Max-Mannheimer-Haus // Sonntag, 5. August, 13:30 Uhr: „Gebet der Begegnung“, 15:00 Uhr: Zeitzeugencafé.

www.jugendbegegnung-dachau.de

Dachauer Dialoge / Filmgespräch zum zweiten Todestag von Max Mannheimer

23.09.18 / 11:30   Kino Cinema Dachau, Fraunhoferstraße 5

„Dachauer Dialoge“ ist ein Dokumentarfilm über eine nicht alltägliche Freundschaft. Die Karmel-Schwester Elija Boßler verband über viele Jahre eine tiefe Freundschaft mit dem Shoah-Überlebenden Max Mannheimer. Der Film (73 Minuten) dokumentiert ein Zwiegespräch des ungleichen Paares im Oktober 2015. Das Filmgespräch wird von Dachauer Einrichtungen und Vereinigungen veranstaltet, die mit Max Mannheimer (1920–2016) über Jahrzehnte verbunden waren. Sr. Elija Boßler OCD und der Regisseur Michael Bernstein stehen nach der Filmvorführung für Fragen des Publikums zur Verfügung.

Kartenreservierungen im Kino unter Tel. 081 31 / 266 99

Risiera di San Sabba, Synagoge Triest, Foiba di Basovizza / Gedenkstättenfahrt nach Italien

01.11.18  -  04.11.18   

Die Risiera (Reismühle) di San Sabba in Triest war von Oktober 1943 bis April 1945 ein KZ. Insgesamt hielten die deutschen Besatzer dort etwa 20.000 Personen gefangen, von denen sie Tausende ermordeten. Fast ausgelöscht wurde in dieser Zeit die große jüdische Gemeinde in Triest. Erhalten blieb die 1912 eingeweihte Synagoge, eine der prächtigsten in Europa. Die Foiba di Basovizza ist ein tiefer Höhlenschacht auf der Hochebene des Triestiner Karsts. Dort wurden im Frühjahr 1945 von jugoslawischen Partisanen tausende Italiener bei Racheakten getötet, die nicht nur Faschisten trafen.

Die drei genannten Gedenkorte werden mit Führungen besucht. Anmeldung unter Tel. 081 31 / 996 88 – 0 oder info@dachauer-forum.de; Programm auch unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php