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Damit wir nicht wieder in die Irre gehen / Studientag zu den umstrittenen Lehren aus der NS-Vergangenheit

13.05.17 / 09:00 - 16:00   Versöhnungskirche (Beginn: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau)

Beim Studientag geht es nach einem Stationenweg auf Martin Niemöllers Spuren um seine selbstkritischen Reflexionen zur Schuldfrage. Für andere war und ist Dachau ein Ort des Märtyrergedenkens. Die katholische Kirche hat bisher 56 Dachau-Häftlinge zu Seligen erklärt und von vielen Protestanten wird Dietrich Bonhoeffer in Flossenbürg wie ein Heiliger verehrt. Wir fragen aus katholischer und aus evangelischer Perspektive nach den Chancen und Risiken des Gedenkens an die Glaubenszeugen im KZ. 2015 gab es in Dachau eine Kontroverse, als „Christen an der Seite Israels“ zu einem „Marsch des Lebens“ auf den Wegen der Todesmärsche der KZ-Häftlinge aufriefen. Dabei sollte es neben dem Gedenken an die Opfer um Versöhnung zwischen Tätern und Opfern sowie um Solidarität mit dem Staat Israel gehen. Handelt es sich dabei um eine angemessene Lehre aus der NS-Vergangenheit oder um eine Instrumentalisierung der KZ-Opfer? Verlangt die Shoah uneingeschränkte Solidarität mit den politischen Entscheidungen israelischer Regierungen oder schließt Solidarität mit dem Staat Israel Kritik an politischen Entscheidungen seiner Institutionen ein? Der Shoah-Überlebende Ernst Grube nimmt dazu Stellung. Abschließend stellen drei Vereinigungen ihre aktuelle Arbeit vor: die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen e.V. (DFG-VK), der Dachauer Arbeitskreis Asyl und der Runde Tisch gegen Rassismus Dachau e.V. Mitwirkende (in der Reihenfolge ihrer Beiträge): Michael Karg (Propst i. R., Vorsitzender der Martin-Niemöller-Stiftung), Dr. Björn Mensing (Beauftragter für Gedenkstättenarbeit der Evang.-Luth. Kirche in Bayern), Ludwig Schmidinger (Bischöflicher Beauftragter für KZ-Gedenkstättenarbeit in der Erzdiözese München und Freising), Dr. des. Rebecca Scherf (Kirchenhistorikerin, Evang.-Theol. Fakultät, LMU München), Ernst Grube (Shoah-Überlebender, Lagergemeinschaft Dachau, Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München), Dr. Axel Töller (Beauftragter für christlich-jüdischen Dialog in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern), Dr. Matthias Pöhlmann, (Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evang.-Luth. Kirche in Bayern), Jutta Neupert (Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e.V.), Gerd Bauz (DFG-VK Frankfurt), Peter Johannsen-Klug (Arbeitskreis Asyl Dachau). Das ausführliche Programm gibt es in der Versöhnungskirche. Kooperation: Martin-Niemöller-Stiftung, Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Damit wir nicht wieder in die Irre gehen / Szenische Lesung zur den Kontroversen um die Versöhnungskirche 1967

12.05.17 / 19:00  -   /    Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Martin Niemöller, Mitbegründer der „Bekennenden Kirche“, der in der NS-Zeit zum politischen Widerspruch gegen NS-Unrecht fand und deshalb seit 1937 inhaftiert war, von 1941 bis 1945 im KZ Dachau, predigte am 30. April 1967 im Gottesdienst zur Einweihung der Versöhnungskirche. Nicht nur für konservative Christen war seine Gleichsetzung der NS-Verbrechen in den Konzentrationslagern mit der US-amerikanischen Kriegsführung in Vietnam provokativ. In den ersten Wochen nach der Einweihung der Versöhnungskirche zeigte sich, dass auch die kirchlichen Mitarbeiter in Dachau sehr unterschiedliche Vorstellungen von angemessener Gedenkstättenarbeit hatten. Der frühere CVJM-Sekretär Oskar Zeiss forderte: „Es sollte alles getan werden, dass die schrecklichen Photos aus dem Museum [der KZ-Gedenkstätte] entfernt werden […]. Kein Volk der Welt stellt seine dunkelste Geschichte für andere aus“. Ganz anders sahen dies Christian Reger, selbst Dachau-Überlebender und ersten Pfarrer an der Versöhnungskirche, und Herbert Römpp, junger Diakon der Kirche. In der Abendveranstaltung werden in einer szenischen Lesung aus dem Archiv der Versöhnungskirche die Kontroversen von 1967 lebendig.

München liest – aus verbrannten Büchern

10.05.17 / 10:00 - 18:00   Königsplatz (vor der Antikensammlung), München

Am 84. Jahrestag brennt der Künstler Wolfram P. Kastner am Ort der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten eine Brandspur in den Rasen (10 Uhr) – damit kein Gras wächst über die Erinnerung daran, was im Brand der Synagogen, Städte und Menschen endete. Anschließend werden Texte von Autoren gelesen, deren Werke 1933 verbrannt wurden. Institut für Kunst und Forschung, München

„Gestörte Totenruhe“ / Vortrag zum KZ-Außenlager Allach

09.05.17 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Der Stadteilhistoriker, Autor und Münchner Kommunalpolitiker Klaus Mai ist ein Kenner der Geschichte der von den Nationalsozialisten im Bereich Allach/Ludwigsfeld errichteten Außenlager des Konzentrationslagers Dachau. Seit vielen Jahren setzt er sich dafür ein, die Schicksale der dort ausgebeuteten und umgebrachten Menschen, die Umstände ihres Lebens in den Lagern und die Rolle der verantwortlichen NS-Stellen und Unternehmen zu rekonstruieren und bekannt zu machen. Klaus Mai wird aktuelle Erkenntnisse zur Geschichte und Nachgeschichte dieses Verfolgungs- und Gedenkortes vorstellen. Kooperation: Dachauer Forum, Lagergemeinschaft Dachau, Katholische Seelsorge

„Stolpersteine“ für Dachauer NS-Verfolgte / Gedenkveranstaltung

04.05.17 / 18:30  -   /    Rathausfoyer Dachau, Konrad-Adenauer-Str. 2–6

2005 verlegte der Bildhauer Gunter Demnig in Dachau sechs „Stolpersteine“ zur Erinnerung an Dachauer, die im Holocaust ermordet wurden. 2014 kamen vier weitere Stolpersteine für Menschen mit anderem Verfolgungshintergrund hinzu. Am 4. Mai werden die nächsten Stolpersteine verlegt, der erste um 14 Uhr für Alwine Dölfel vor ihrem Elternhaus, Augustenfelder Straße 20. Das Mädchen gehört wie Therese Wildmoser (Benediktenwandstraße 3) und Maria Linner (Gottesackerstraße 5) zu den Opfern der NS-Euthanasie. Weitere Stolpersteine erinnern an Johann Eisenmann (Münchner Straße 24b), der zum kommunistischen Widerstand in Dachau gehörte, und an den Arzt Samuel Gilde (St.-Peter-Straße 2), der wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgt wurde. In der Abendveranstaltung werden die Biographien der fünf NS-Opfer von Prof. Dr. Gerrit Hohendorf, Dr. Björn Mensing und Christoph Triebfürst vorgestellt und von Oberbürgermeister Florian Hartmann gewürdigt. Es singt der inklusive Schönbrunner Chor. Kooperation: Stadt Dachau und Dachauer Forum

Gedenken zum 72. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau

30.04.17 / 09:30  -   /    Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstr. 91

9.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst im Karmel Heilig Blut Dachau 10.45 Uhr Befreiungsfeier, Beginn beim ehemaligen Krematorium 13.00 Uhr Gedenkstunde am „Schießplatz Hebertshausen“ anschließend „Tag der Begegnung“ im Max-Mannheimer-Haus Dachau, Roßwachtstraße 15.

Gedenken an die Opfer des Todesmarsches

29.04.17 / 19:00  -   /    Theodor-Heuss-Straße / Ecke Sudetenlandstraße, Dachau

Zu Tausenden wurden noch in den letzten Tagen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau Häftlinge auf den Todesmarsch geschickt. Bei der Gedenkfeier am Mahnmal sprechen Abba Naor (Überlebender des Todesmarsches), Matthias Jena (Vorsitzender des DGB Bayern) und der Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann. Musikalisch begleitet Familie Huber-Ewald die Veranstaltung. Trägerkreis Todesmarschmahnmal Dachau

50. Jahrestag der Einweihung der Versöhnungskirche / Gottesdienst und Empfang

29.04.17 / 16:00  -   /    Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Am 30. April 1967 wurde zum 22. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte eingeweiht. Beteiligt waren Vertreter der evangelischen Kirchen aus Frankreich, Polen, der Tschechoslowakei und den Niederlanden, die gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Abstimmung mit dem Comité International de Dachau die Versöhnungskirche errichtet hatten. Der Initiator der Kirche, Dirk de Loos, und sieben weitere Mitwirkende waren Dachau-Überlebende. In seiner Predigt übte Martin Niemöller scharfe Kritik am Vietnam-Krieg. 50 Jahre später predigt in der Versöhnungskirche Synodalsenior (Bischof) Daniel Ženatý von der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Prag. Der Shoah-Überlebende Ernst Grube spricht als Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau ein Grußwort. Die EKD wird durch den früheren Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider vertreten. Agathe C. Halmen aus Rumänien berichtet über aktuelle internationale Jugendprojekte in der Erinnerungsarbeit. Das Vokal Ensemble München ist an der musikalischen Gestaltung beteiligt.

Härte macht nicht hart – Max Mannheimer erzählt aus seinem Leben / Filmgespräch

04.04.17 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Max Mannheimer (1920-2016) hat vier Konzentrationslager überlebt. Sein Lebensweg war immer von Ausschwitz überschattet. Für die Dreharbeiten stellte sich Max Mannheimer 1997 den Orten schmerzlicher Erinnerung. Er reiste in seine tschechische Geburtsstadt Nový Ji?ín und nach Auschwitz. So entstand ein einfühlsames Porträt über einen Menschen, der nach Jahren der Todesangst und ständiger Erniedrigungen zu einem menschenwürdigen und bewundernswert engagierten Leben findet, das zum Ziel hat, Ideologien, die Auschwitz möglich gemacht hatten, für alle Zeiten zu verhindern. Nach der Vorführung des Films (45 Minuten) gibt es ein Nachgespräch mit der Filmautorin Jutta Neupert. Dabei geht es auch um die Frage, wie das Vermächtnis von Max Mannheimer Impulse für die Zukunft geben kann. Kooperation: Runder Tisch gegen Rassismus Dachau, Katholische Seesorge

Deutsch-Niederländischer Gedenkgottesdienst für Meindert Hinlopen

02.04.17 / 11:00  -   /    Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Der evangelisch-reformierte Pastor Meindert Hinlopen (1907-1999) wurde verhaftet, weil er in der Kirchenzeitung mehrfach Maßnahmen der deutschen Besatzer seiner niederländischen Heimat angeprangert hatte. Im Februar 1942 begann sein Leidensweg: Haftanstalt an der Weteringschans, Lager Amersfoort, Haftanstalt Scheveningen, KZ Sachsenhausen, Dachau, wo er am 29. Mai 1942 eintraf. Am 10. November 1943 wurde er entlassen. Kurz nach seiner Heimkehr nahm er seine Arbeit als Pastor wieder auf. Er blieb im Amt bis zum Ruhestand 1972, war danach weiter engagiert bei der pazifistischen Organisation ‚Kirche und Frieden‘. Zusammen mit seiner Frau Hanneke hatte er fünf Kinder: Diederik, Clara, Marguerite, Josine und Laetitia. Drei Töchter kommen zum Gedenkgottesdienst für ihren Vater. Niederländische Schüler stellen seine Biographie vor, die sie für das Dachauer Gedächtnisbuch recherchiert haben.

Namen statt Nummern / Vorstellung neuer Biographien für das Dachauer Gedächtnisbuch

22.03.17 / 19:30  -   /    Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau

Am 84. Jahrestag der Errichtung des Konzentrationslagers Dachau werden neue Biographien vorgestellt und in das „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ aufgenommen. Schülerinnen des Camerloher-Gymnasiums Freising porträtieren Ferdinand Zwack, Schreiner und SPD-Politiker aus Freising, sowie Anton Held und Korbinian Geisenhofer, Handwerker aus Hohenkammer, den Pallotiner-Pater Albert Eise und den Filmemacher Karl Fruchtmann. Jugendliche und erwachsene ehrenamtliche Forscher präsentieren weitere Lebensbilder. Trägerkreis „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“: www.gedaechtnisbuch.org

Ernst Grube – Zeitzeuge. Von einem, der nicht aufgibt / Filmpräsentation

15.03.17 / 19:00  -   /    Kinosaal der KZ-Gedenkstätte Dachau

Ernst Grube erlebte seine Kindheit als einer, der ausgegrenzt wurde, in Lagern mitten in München leben und den gelben Stern tragen musste. Zusammen mit seiner jüdischen Mutter und seinen beiden Geschwistern wurde er 1945 nach Theresienstadt deportiert. Bis heute ist der 84-Jährige unermüdlich als Zeitzeuge an Gedenkstätten, in Schulen, bei Vereinen und in Bildungseinrichtungen aktiv. Er nimmt das Vermächtnis der NS-Opfer ernst: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg! – lautet seine Botschaft. Seit Jahrzehnten wirkt Ernst Grube auch im Umfeld der KZ-Gedenkstätte Dachau mit: Im Präsidium der Lagergemeinschaft, im Kuratorium der Evangelischen Versöhnungskirche, im Vorstand des Fördervereins für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit, bei der Internationalen Jugendbegegnung, im Max-Mannheimer-Haus, am Runden Tisch für Zeitgeschichte und am Runden Tisch gegen Rassismus. Der 60-minütige Dokumentarfilm von Christel Priemer und Ingeborg Weber zeigt ein berührendes Portrait über den Münchner Juden und Kommunisten Ernst Grube und ein Zeichen für Toleranz und Abkehr von Gewalt und Krieg. Nach der Filmvorführung gibt es ein Gespräch mit Ernst Grube und Ingeborg Weber. Parkmöglichkeit an der Verwaltung der KZ-Gedenkstätte, Alte Römerstr. 75 (vor dem zweiten ehemaligen Wachturm links), Trägerkreis Dachauer Ernst Grube-Filmpräsentation

Die Welt der Vorurteile / Lesung und Gespräch mit Ágnes Heller

16.02.17 / 19:30  -   /    Karmel "Heilig Blut" Dachau

Ágnes Heller, geboren 1929, entging in ihrer Jugend dem Holocaust in Budapest nur knapp. Sie beteiligte sich aktiv an der ungarischen Revolution von 1956. Nach langer politischer Unterdrückung emigrierte sie 1977 als Professorin für Soziologie nach Melbourne. 1986 wurde sie Nachfolgerin von Hannah Arendt auf dem Lehrstuhl für Philosophie in New York. Die jüdische Philosophin kommt erstmals nach Dachau. Den Ortsnamen hat sie allerdings schon mit acht Jahren gehört. Auch in Budapest war das KZ Dachau lange vor der Verschleppung der ersten Ungarn in den Lagerkomplex ein Begriff. Der Vater von Ágnes Heller unterstützte deutsche NS-Verfolgte vor dem Zweiten Weltkrieg mit gefälschten ungarischen Reisepässen. Später wurde er selbst in Auschwitz ermordet. In Dachau liest sie aus ihrem Buch "Die Welt der Vorurteile – Geschichte und Grundlagen für Menschliches und Unmenschliches" (2014). Sie zeigt, unter welchen Umständen Vorurteile entstehen können. Sie fragt nach gesellschaftlichen und psychologischen Voraussetzungen und analysiert die grundlegenden Vorurteile der Moderne. In Lesung und Gespräch führt die Grande Dame der Philosophie vor Augen, was sie auch persönlich im 20. und 21. Jahrhundert erlebt hat und noch erlebt: einen ganzen Kosmos von Vorurteilen. Ágnes Heller wird im Gespräch auch auf die aktuelle Instrumentalisierung von Vorurteilen eingehen. Sie zählt zu den schärfsten Kritikern des ungarischen Regierungschefs: "Orbán vergiftet die Seele der Ungarn, weil sie von ihm hassen lernen." In wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten ziehen solche fremdenfeindlichen Slogans, so beschreibt sie die Situation. Und das gelte ja nicht nur für Ungarn. In Deutschland, in Österreich, in Frankreich und jetzt auch in den USA muss man ähnliche Entwicklungen beobachten. Ihre Idee, wie dem steigenden Rechtspopulismus begegnet werden kann: Es gelte, Frustrationstoleranz zu lernen. Und da fiele den Kirchen eine besondere Verantwortung zu. Die klare Botschaft von Papst Franziskus helfe beim Umgang mit den Flüchtlingen. Sie sagt: "Franziskus tut alles, was er tun kann. Ich glaube, in Italien hat er doch einen Einfluss gehabt. Aber, was die Ungarn betrifft: Die ungarische Kirche liebt Franziskus überhaupt nicht." Ágnes Heller schwankt zwischen Pessimismus und Realismus, wenn es um die Lage in ihrer Heimat geht. Sie hofft auf eine Zeit nach Orbán und Trump, wenn Flüchtlingen mit Respekt begegnet wird, wie einst den ungarischen Flüchtlingen nach dem Aufstand von 1956. Musikalisch wird der Abend mit Werken von Michael Praetorius, Georg Philipp Telemann und Antonio Vivaldi gestaltet. Es spielt das Kammermusikensemble aus der 9. bis 11. Jahrgangsstufe des Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasiums unter Leitung von Jutta Wörther: Pauline Neu, Julia Neumann, Jakob Schlüter, Stephan Schmiedmayer und Miriam Verweyen (Violine) sowie Michael Burkner (Fagott). Der Eintritt ist frei. Moderation: Dr. Björn Mensing, Dachau

Nebel im August / Filmgespräch über die NS-Euthanasie

01.02.17 / 19:00  -   /    Kino Cinema Dachau, Fraunhoferstraße 5

Deutschland, Mai 1943: Ernst Lossa ist 13 Jahre alt. Seine Familie gehört zur Minderheit der Jenischen, die im NS-Staat als „nach Zigeunerart Umherziehende“ verfolgt wird. Ernst kommt, weil er von anderen Erziehungsanstalten wie dem Heim im Kloster Indersdorf (Landkreis Dachau) als „nicht erziehbar“ eingestuft wird, in die Außenstelle einer Nervenklinik. Dort erkennt der Leiter sofort, dass in Ernst ein aufgeweckter, rebellischer Junge steckt, der von seinem Vater, der zeitweise im KZ Dachau eingesperrt war, wohl nicht mehr aus der Anstalt abgeholt werden wird. Schon bald merkt Ernst, dass der Tod in der Klinik kein willkürliches Schicksal, sondern Teil eines gnadenlosen und radikalen Programms ist. Kai Wessels neues Drama (126 Minuten) setzt Ernst Lossa (1929-1944) und den Opfern der NS-Euthanasie ein würdiges Denkmal. Nach der Filmvorführung wird im Kino ein Gespräch angeboten, in dem es auch um Euthanasie-Opfer aus Dachau geht. Kartenreservierungen im Kino unter Tel. 08131/26699

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus / Zeitzeugengespräch

27.01.17 / 19:00  -   /    Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Deutschland seit 1996 als „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. In Dachau findet dazu ein Zeitzeugengespräch mit Leon "Henry" Schwarzbaum statt. Er wird im Februar 1921 in Hamburg geboren, wächst aber im polnischen Bedzin, der Heimat seiner Mutter, auf. Die Familie gehört zur großen jüdischen Gemeinde der Stadt. Leon liebt als Jugendlicher amerikanischen Swing und gründet mit Freunden die Band "Jolly Boys". Mit dem deutschen Überfall auf Polen 1939 endet das unbeschwerte Leben. SS- und Polizeieinheiten setzen die Synagoge mit den darin befindlichen Menschen in Brand und erschießen andere Juden. Die Familie Schwarzbaum muss ins Ghetto umziehen und wird 1943 nach Auschwitz deportiert. Leon wird vorher von der Familie getrennt. Als er im KZ Auschwitz im August 1943 ankommt, sind seine Angehörigen bereits ermordet. Als das Lager vor der heranrückenden Roten Armee Anfang 1945 geräumt wird, kommt Leon ins KZ Buchenwald, dann nach Sachsenhausen. Auf einem Todesmarsch wird er kurz vor Schwerin Angang Mai 1945 von US-amerikanischen Streitkräften befreit. Später lebt er als Antiquitätenhändler in Berlin. 2016 nahm er als Zeuge am Prozess gegen den Auschwitz-Wachmann Reinhold Hanning in Detmold teil. Veranstalter: Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag in Dachau

"Nie wieder" / Erinnerungstag im deutschen Fussball

27.01.17 / 10:00  -  29.01.17   

Der Anstoß zur „Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ging 2004 von der Versöhnungskirche aus. In enger Kooperation mit Faninitiativen, dem DFB und der DFL sind zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 18. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant. Nähere Informationen unter www.niewieder.info oder www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php

Das Wohnlager Dachau-Ost in den ehemaligen KZ-Baracken / Filmgespräch

25.01.17 / 19:30  -   /    Bürgertreff-Ost, Ernst-Reuter-Platz 1 a, Dachau

1959 sendete der Bayerische Rundfunk (BR) den Film „Während wir schlafen“, in dem über etwa elf Minuten Aufnahmen aus der Wohnlager Dachau-Ost für deutsche Flüchtlinge und Heimatvertriebene in den ehemaligen KZ-Baracken gezeigt wurden. 1963 brachte der BR einen etwa 20-minütigen Film. Die Filmaufnahmen sind eindrückliche Dokumente über den Umgang mit der Geschichte des Konzentrationslagers in Dachau und sie zeigen den mühsamen und schwierigen Weg von Geflüchteten, die vor über 50 Jahren versuchten, in Dachau eine neue Heimat zu finden. Das Filmgespräch moderiert Jutta Neupert, die als Filmemacherin und Historikerin in Dachau lebt und sich im Arbeitskreis Asyl für Menschen engagiert, die heute in Dachau nach Flucht und Vertreibung eine neue Heimat suchen. Kooperation: Bürgertreff-Ost e.V., Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte

Wagnis Solidarität – Zeugnisse des Widerstehens angesichts der NS-Gewalt / Buchvorstellung

19.01.17 / 19:30  -   /    Gesprächsraum der Versöhnungskirche

In der NS-Zeit wurde mitmenschliche Solidarität mit brutaler Gewalt zerstört. Die Wirkungen reichen bis in die Gegenwart. Ein Fokus des Buches liegt auf Lebenszeugnissen ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau, die im Sinne ihrer Überzeugungen widerstanden. Die Autoren befassen sich aber auch mit den Langzeitfolgen der Zerstörung von Solidarität und beleuchten den unterschiedlichen Prozess des „Vergessens“ von Widerstand und Solidarität in Ost und West nach 1945. Zudem berichten sie aus ihren eigenen Berufsfeldern – Schule und Psychotherapie – über Begegnungen mit KZ-Überlebenden und ihren Nachkommen, in denen sich die Aktualität eindrucksvoll zeigte. Ingeborg und Jürgen Müller-Hohagen, Autoren, Dachau

Wadim / Dokumentarfilm mit Nachgespräch zur Asylpolitik

06.12.16 / 19:00  -   /    Kloster Karmel Heilig Blut Dachau

Als Kind flüchtete Wadim mit seinen Eltern von Lettland nach Hamburg und wuchs dort auf. Er sprach deutsch, er hatte deutsche Freunde, er fühlte sich als Deutscher. Doch einen deutschen Pass hat er nie erhalten. Mit 18 Jahren wurde er von seiner Familie getrennt und allein nach Riga abgeschoben – in ein Land, an das er sich kaum erinnern konnte. Fünf Jahre später nahm er sich in Hamburg das Leben. Eindringlich beschreibt der Film den Kampf eines Menschen, um in unserem Land einen Platz zu finden. Im Nachgespräch berichtet der Dachauer Arbeitskreis Asyl von seiner Arbeit. Kooperation: amnesty international, Gruppe Dachau; Arbeitskreis Asyl Dachau

Begegnung mit Max Mannheimer (1920–2016)

17.11.16 / 18:00  -   /    Max-Mannheimer-Studienzentrum, Dachau

Die Akteure der Erinnerungsarbeit in Dachau möchten an diesem Abend gemeinsam mit Ihnen eines Mannes gedenken, der sich seit Jahrzehnten mit seiner ganzen Person eingebracht hat, um gegen das Vergessen anzukämpfen und gleichzeitig als Versöhner aufzutreten. In seiner gleichnamigen Autobiographie spricht Max Mannheimer von seinen „Drei Leben“, und so wird auch dieser Abend dreigeteilt sein: Wir widmen uns seiner Botschaft, nähern uns ihm im Dialog und befassen uns mit ihm als Akteur. Musikalisch begleitet wird dieser Abend von der Klarinettistin Sofija Molchanova. Begegnung Eine gemeinsame Veranstaltung von Comité International de Dachau Dachauer Forum e. V. | Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau Förderverein für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau e. V. | Lagergemeinschaft Dachau | Kath. Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau | Karmel Heilig Blut | KZ-Gedenkstätte Dachau | Max-Mannheimer-Studienzentrum | Stadt Dachau | Stiftung Bayerische Gedenkstätten

Versteckt unter der Erde – Die Überlebensgeschichte der Familie Kasten / Lesung

15.11.16 / 19:00  -   /    Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Für Dina Dor-Kasten war es nicht leicht, die Bitte ihrer Mutter zu erfüllen, die Familiengeschichte aufzuschreiben. Ausgangspunkt ist das ostgalizische Bukaczowce. Im Juli 1941 fielen die Deutschen dort ein. Für die Juden der Kleinstadt kamen schwere Zeiten, so auch für die Eltern Jossel und Lina-Liba Kasten sowie die einjährige Dina und ihren älteren Bruder Schmulik. Mordaktionen und die Abtransporte in die Vernichtungslager bestimmten den Alltag. Deshalb wagte die Familie im März 1942 die Flucht aus dem Ghetto in die Wälder. Zweieinhalb Jahre lang versteckten sie sich in einer eigenhändig gegrabenen Höhle. Mit einem starken Willen zum Weiterleben überstand die Familie die Bedrohungen durch deutsche Nazis und ukrainische Kollaborateure sowie Kälte, Hunger und Krankheiten. Zur Lesung von Julia Cortis aus der jüngst erschienenen deutschen Übersetzung des Buches kommt die Autorin aus Israel. Kooperation: Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition; Gegen Vergessen – Für Demokratie, Regionale Arbeitsgruppe München.

78. Jahrestag der Pogromnacht / Zeitzeugengespräche mit Heinz Kounio

09.11.16 / 19:30  -   /    Evangelischen Migrationszentrum (Griechisches Haus), Bergmannstr. 46, 80339 München-Westend

Lesung mit musikalischer Begleitung

Heinz Salvator Kounio ist am 19. Juni 1927 in Karlsbad geboren (deutschsprachige Mutter aus der Tschechoslowakei, Vater aus Thessaloniki) und in Griechenland aufgewachsen. Die Verfolgung begann für seine Familie mit der deutschen Besatzung 1941; 1943 wurde die Familie ins KZ Auschwitz deportiert, Heinz überlebte dann noch Mauthausen und dessen Außenlager Melk und Ebensee, wo er befreit wurde. Musikalisch wird der Abend begleitet von Dr. habil. Bogus?awa Hubisz-Sielska, Dozentin an der Musikakademie Krakau, die mit der Bratsche Kompositionen der Auschwitz-Überlebenden Rachel Knobler (92) zu Gehör bringt. Rachel Knobler stammt aus der Nähe von Krakau, hat im Holocaust Vater und jüngste Schwester verloren und lebt seit Jahrzehnten in München. Moderation: Kirchenrat Dr. Björn Mensing

Lesung mit musikalischer Begleitung

78. Jahrestag der Pogromnacht / Gedenken mit Zeitzeugengespräch

08.11.16 / 19:00  -   /    Rathaus, Konrad-Adenauer-Straße 2-6, Dachau

In ganz Deutschland wurden am 9. November 1938 Synagogen zerstört und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft aus der Stadt vertrieben. Nur wenige entkamen dem Holocaust. An die Opfer erinnert ein Zeitzeugengespräch mit Heinz Kounio. Dachauer Musiker mit griechischen Wurzeln wirken bei der Gestaltung der Gedenkstunde mit. 1943: Der 15-jährige Heinz Kounio wird zusammen mit all seinen Familienmitgliedern von den deutschen Besatzern seiner griechischen Heimat inhaftiert und unter entsetzlichen Bedingungen von Thessaloniki ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. 23 Mitglieder seiner Familie werden gleich nach der Ankunft ermordet. Er selbst arbeitet unter unvorstellbaren Lebensbedingungen 27 Monate lang in diesem und weiteren Lagern. Im Mai 1945 wird er von US-amerikanischen Truppen aus dem Lager Ebensee in Oberösterreich, einem Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen, befreit. Heinz Kounio hat 1981 seine Erinnerungen in Griechenland, wo er im Vorstand der Jüdischen Gemeinde Thessaloniki aktiv ist, veröfftlicht. Zu seinem Besuch in Dachau erscheint die deutsche Übersetzung unter dem Titel „Ein Liter Suppe und 60 Gramm Brot – Das Tagebuch des Gefangenen 109565“. Am Mittwoch, 9.11.16, 19.30 Uhr, stellt Heinz Kounio, der auch Deutsch spricht, sein Buch in München im Evangelischen Migrationszentrum (Griechisches Haus) vor: Bergmannstr. 46, 80339 München-Westend. Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau

KZ-Gedenkstätte Vught und Amsterdam / Gedenkstättenfahrt

29.10.16  -  01.11.16   Niederlande

Das KZ Vught, das die SS Anfang 1943 in den Niederlanden errichtete, bestand aus einem komplexen Geflecht verschiedener Lagerteile. Etwa 31.000 Männer, Frauen und Kinder wurden dort festgehalten, darunter etwa 12.000 jüdische Menschen. Im September 1944 wurde das Lager geräumt. Ein Teil der Häftlinge kam ins KZ Dachau. Der zweite Teil der Fahrt führt nach Amsterdam, wo das jüdische Viertel, das jüdische Kinder- und das Widerstandsmuseum besucht werden. Alle Orte werden durch geführte Rundgänge und Gespräche erschlossen. Geplant ist ein Zeitzeugengespräch mit Willemijn Petroff-van Gurp (97), die in einem Außenlager des KZ Dachau arbeiten musste. Die Ausschreibung kann unter Tel. 081 31/996 88-0 oder info@dachauer-forum.de angefordert oder unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php ausgedruckt werden.

Übergabe des sanierten Gesprächsraums / Empfang

16.10.16 / 12:00  -   /    Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Seit 1967 ist der Gesprächsraum der Versöhnungskirche für viele Gäste der Gedenkstätte ein geschützter Ort der Ruhe und des Nachdenkens. Auch als Veranstaltungs- und Ausstellungsraum wird er wegen seiner besonderen Atmosphäre geschätzt, in der kalten Jahreszeit dient er als „Winterkirche“. Nach langjähriger Planung konnte die Sanierung des Gesprächsraums, der Büros und der sanitären Anlagen im Sommer 2016 umgesetzt werden. Nach fast 50 Jahren wurden mit Hilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland und durch öffentliche Zuschüsse die Räume in einen zeitgemäßen Zustand versetzt. Der Empfang findet nach dem um 11 Uhr beginnenden Gottesdienst zur Eröffnung der Ausstellung „Seine Kirche aber schwieg – Zum 75. Todestag des Deserteurs und NS-Opfers Martin Gauger“, vgl. unten) statt.

Die Niederlande in der NS-Zeit / Vortrag

12.10.16 / 19:30  -   /    Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Viele Deutsche verbinden mit dem Zweiten Weltkrieg und den Niederlanden die Geschichte von Anne Frank und dem Hinterhausversteck ihrer Familie. Doch was passierte in den Jahren der deutschen Besatzung in den Niederlanden noch? Die Historikerin Dr. Katja Happe geht dieser Frage in ihrem Vortrag nach. Im Mittelpunkt steht dabei die Geschichte der Judenverfolgung, aber auch Widerstand, Kollaboration und das tägliche Leben in schwierigen Zeiten im Land der Grachten und Fahrräder kommen zur Sprache. Der Vortrag stimmt auch auf die Gedenkstättenfahrt in die Niederlande ein. Kooperation: Dachauer Forum, KZ-Gedenkstätte Dachau, Katholische Seelsorge

Mehr als Gottesdienste – die Kirchen in der KZ-Gedenkstätte Dachau / Rundgang

08.10.16 / 14:00  -   /    Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte

Anmeldung bis 13.45 Uhr an der Infotheke, Gebühr 4 € Die Initiative für die Errichtung religiöser Bauten auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau ging zumeist von Überlebenden aus. Im nördlichen Bereich des früheren Häftlingslagers entstanden in Abstimmung mit dem Internationalen Dachau-Komitee (CID) drei „Orte der Meditation“: Die Katholische Todesangst-Christi-Kapelle 1960, die Evangelische Versöhnungskirche und die Jüdische Gedenkstätte 1967. Unmittelbar hinter der Mauer liegt das 1964 geweihte Karmelitinnenkloster Heilig Blut. Am Übergang zum Krematorium kam 1995 noch die Russisch-Orthodoxe Auferstehungskapelle hinzu. Bei dem Rundgang geht es um die Entstehungsgeschichte und Architektur dieser Bauwerke, aber auch um aktuelle kirchliche Gedenkstättenarbeit. Kirchenrat Dr. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker, Versöhnungskirche Dachau Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Dachau

Korbinian Aigner – ein Dorfpfarrer zwischen Obstbau und Hochverrat / Filmgespräch

06.10.16 / 19:30  -   /    Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Korbinian Aigner (1885-1966) wird im Landkreis Erding geboren und 1911 zum Priester geweiht. Er arbeitet als Pfarrer in Haimhausen und Sittenbach, wird 1939 nach indirekt NS-kritischen Äußerungen zum Attentat Georg Elsers auf Hitler verhaftet und bleibt bis 1945 in KZ-Haft. Seine große Leidenschaft gilt dem Obstbau. Er kann sogar im KZ Dachau zwischen den Baracken neue Apfelsorten züchten. Zum 50. Todestag von Korbinian Aigner zeigen wir den Dokumentarfilm von Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich, die dann auch für das Nachgespräch zu Verfügung stehen. Kooperation: Katholische Seelsorge und Dachauer Forum

NSU, Neonazinetzwerke und rechtsterroristische Konzepte / Vortrag

05.10.16 / 19:00  -   /    Freiraum Dachau, Brunngartenstraße 7

In Recherchen, Untersuchungsausschüssen und im Münchner NSU-Prozess wird seit fast fünf Jahren nach Antworten gesucht: Was ist der NSU gewesen, wer muss ihm zugerechnet werden und wer hat ihn unterstützt? Im Vortrag geht es um die Netzwerke des Neonazismus in Deutschland, in denen sich der NSU bewegte. Eine Reihe von terroristischen Anleitungen und militanten Organisierungskonzepten wurden durch internationale Netzwerke wie „Blood & Honour“ seit den 1990er Jahren in Deutschland verbreitet. Waren diese Texte Blaupausen für das Handeln des NSU? Robert Andreasch, Journalist, Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München. Veranstalter: Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e.V.

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus / Zeitzeugengespräch

27.09.16 / 19:00  -   /    Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Deutschland seit 1996 als „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. In Dachau ist dazu ein Zeitzeugengespräch geplant. Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag in Dachau

Das Wohnlager Dachau-Ost in den ehemaligen KZ-Baracken / Filmgespräch

25.09.16 / 19:30  -   /    Bürgertreff-Ost, Ernst-Reuter-Platz 1 a, Dachau

1959 sendete der Bayerische Rundfunk (BR) den Film „Während wir schlafen“, in dem über etwa elf Minuten Aufnahmen aus der Wohnlager Dachau-Ost für deutsche Flüchtlinge und Heimatvertriebene in den ehemaligen KZ-Baracken gezeigt wurden. 1963 brachte der BR einen etwa 20-minütigen Film. Die Filmaufnahmen sind eindrückliche Dokumente über den Umgang mit der Geschichte des Konzentrationslagers in Dachau und sie zeigen den mühsamen und schwierigen Weg von Geflüchteten, die vor über 50 Jahren versuchten, in Dachau eine neue Heimat zu finden. Das Filmgespräch moderiert Jutta Neupert, die als Filmemacherin und Historikerin in Dachau lebt und sich im Arbeitskreis Asyl für Menschen engagiert, die heute in Dachau nach Flucht und Vertreibung eine neue Heimat suchen. Kooperation: Bürgertreff-Ost e.V., Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte

Jüdisches Leben in München einst und jetzt / Rundgang

25.09.16 / 15:00  -   /    Treffpunkt: vor dem Kaufhaus Dallmayr, Dienerstraße 14, München

70 Jahre nach dem Ende des Völkermords an den Juden Europas pulsiert jüdisches Leben in München mit einer Kraft und in einer Vielfalt, wie noch vor wenigen Jahren kaum jemand zu hoffen gewagt hätte. Der Rundgang führt an ausgewählte Orte jüdischen Lebens, Glaubens und Leidens und versucht damit die immer wieder gefährdete Tradition jüdischer Existenz in München seit dem Mittelalter anschaulich zu machen. Gerd Modert, Historiker, Anmeldung erforderlich bis 16.9.16, Telefon 081 31/996 88-0 oder info@dachauer-forum.de, Kooperation: Dachauer Forum

Wagnis Solidarität – Zeugnisse des Widerstehens angesichts der NS-Gewalt / Buchvorstellung

06.08.16 / 19:00  -   /    Gesprächsraum der Versöhnungskirche

In der NS-Zeit wurde mitmenschliche Solidarität mit brutaler Gewalt zerstört. Die Wirkungen reichen bis in die Gegenwart. Ein Fokus des Buches liegt auf Lebenszeugnissen ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau, die im Sinne ihrer Überzeugungen widerstanden. Die Autoren befassen sich aber auch mit den Langzeitfolgen der Zerstörung von Solidarität und beleuchten den unterschiedlichen Prozess des „Vergessens“ von Widerstand und Solidarität in Ost und West nach 1945. Zudem berichten sie aus ihren eigenen Berufsfeldern – Schule und Psychotherapie – über Begegnungen mit KZ-Überlebenden und ihren Nachkommen, in denen sich die Aktualität eindrucksvoll zeigte. Ingeborg und Jürgen Müller-Hohagen, Autoren, Dachau

„erinnern – begegnen – verstehen – Zukunft gestalten“ / 34. Internationale Jugendbegegnung in Dachau

30.07.16  -  12.08.16   Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstraße 15

Junge Menschen aus mehreren Nationen treffen sich für 14 Tage in Dachau. Sie beschäftigen sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur und fragen nach Bezügen zur Gegenwart. Eingeladen sind alle Interessierten ins Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstraße 15, am Samstag, 6.8. um 18.30 Uhr zum Fest der Begegnung, am Sonntag, 7.8. um 13.30 Uhr zum „Gebet der Begegnung“ und um 15 Uhr zum Zeitzeugencafé. www.jugendbegegnung-dachau.de

Josef Capeks Gedichte aus dem KZ / Lesung aus der deutsch-tschechischen Ausgabe

18.07.16 / 19:30  -   /    Innenhof der Versöhnungskirche

Moderation und Leitung: Pastoralreferent Ludwig Schmidinger und Pfarrer Björn Mensing

Josef Capek (23.3.1887 – April 1945) machte sich als Maler, Grafiker und politischer Karikaturist im Dienst der Demokratie einen Namen. Anfang September 1939 wurde er von der Gestapo verhaftet. Sein Leidensweg führte über die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen bis nach Bergen-Belsen, wo er Anfang April 1945 wenige Tage vor der Befreiung umkam. In der Grenzsituation des Konzentrationslagers schrieb er als Akt der Freiheit erstmals Gedichte. Die illegal weiterverbreiteten Texte wurden für viele Mithäftlinge zur Quelle von Trost und Hoffnung. Nun liegt ein Teil der Gedichte in einer deutsch-tschechischen Ausgabe vor. Der Übersetzer und Mitherausgeber Prof. Dr. Urs Heftrich (Heidelberg) liest aus den Gedichten. Musikalisch wird die Lesung vom Streichquartett des ODEON-Jugendsinfonieorchesters München gestaltet. Kooperation: Tschechisches Zentrum München, Kath. Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte – bei schlechtem Wetter findet die Lesung in der Kirche statt.

Moderation und Leitung: Pastoralreferent Ludwig Schmidinger und Pfarrer Björn Mensing

Das KZ Dachau und die Kirche / Führung

09.07.16 / 10:00  -   /    Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau

Für Erwachsene aus dem Gemeindegebiet der Gnadenkirche (Dachau-Ost) und andere Interessierte bietet Pfarrer Dr. Björn Mensing eine kostenlose Themenführung durch die KZ-Gedenkstätte Dachau an. Neben allgemeinen Informationen über die Geschichte des Lagers und die Lebensbedingungen der mehr als 200.000 Häftlinge geht es um die Frage, wie die Kirche auf die Errichtung und Existenz des Lagers reagierte. Kaum bekannt ist, dass die ersten evangelischen Gottesdienste in Dachau-Ost von Häftlingen im KZ gefeiert wurden und dass die Dachauer Pfarrfrau Elisabeth Endres und andere Protestanten versuchten Häftlingen zu helfen. Auf der anderen Seite unterblieb in Bayern ein kirchlicher Protest gegen Terror und Mord im KZ, auch weil in Kirchenkreisen viele voller Vorurteile gegen die dort geschundenen Kommunisten, Sozialdemokraten, Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas und Homosexuellen waren.

Festveranstaltung zum 100. Geburtstag von Ernst „Ezi“ Willimowski

23.06.16 / 19:30  -   /    Gemeindezentrum der Martin-Luther-Gemeinde, Weinbauernstraße 9, 81539 München

Veranstaltungsreihe zu der Ausstellung "Nie wieder!"

Deutsch-polnische Geburtsparty mit Musik und illustren Geburtstagsgästen – Talkrunden mit ehemaligen Mitspielern und Wegbegleitern dazu Ernst Willimowski und die Löwen Geschichten – Bilder – Tore seine Zeit beim TSV München von 1860 sowie weitere Überraschungsgäste u. a. vom Club Ruch Chorzow. Link: http://www.niewieder.info/aktivieren/pages/Erinnerungstag.htm

Veranstaltungsreihe zu der Ausstellung "Nie wieder!"

Deutsch-polnischer Fußballabend zum EM-Spiel Deutschland – Polen

16.06.16 / 21:00  -   /    Gemeindezentrum der Martin-Luther Kirche, Weinbauernstraße 9, München - Giesing

zur Ausstellung "Nie wieder!"

Das Spiel wird live kommentiert von BR-Reporterlegende Günther Koch. Flyer "Das Spiel war sein Leben" Link: http://www.niewieder.info/aktivieren/pages/Erinnerungstag.htm

zur Ausstellung "Nie wieder!"

Ausstellung „Weiße Adler, Schwarze Adler – Polnische und deutsche Fußballer im Schatten der Politik“

14.06.16 / 19:30  -   /    Gemeindezentrum der Martin-Luther-Gemeinde, Weinbauernstraße 9, 81539 München

Eröffnung der Veranstaltungsreihe und Präsentation der Ausstellung

100. Geburtstag von Ernst „Ezi“ Willimowski / Ausstellungseröffnung Eröffnung der Veranstaltungsreihe und Präsentation der Ausstellung „Weiße Adler, Schwarze Adler – Polnische und deutsche Fußballer im Schatten der Politik“ mit Thomas Urban, Autor der Ausstellung und langjähriger Osteuropa-Korrespondent der SZ. Anschließend eine Gesprächsrunden mit polnischen und deutschen Gästen und Zeitzeugen. Ausstellung vom 14.06.2016 - 23.6.2016 Im 20. Jahrhundert waren die deutsch– polnischen Beziehungen besonders schwierig und dramatisch. Diese alles andere als einfache Geschichte spiegelte sich auch in den Sportkontakten wieder. Davon erzählt diese Ausstellung. Da Fußball in beiden Ländern die populärste Sportart war und ist, handelt es sich um eine Darstellung der Geschichte mit dem Fußball in der Hauptrolle. http://www.niewieder.info/aktivieren/pages/Erinnerungstag.htm

Eröffnung der Veranstaltungsreihe und Präsentation der Ausstellung

Geistliche im KZ Dachau / Führung

14.05.16 / 14:00  -   /    Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau

Das Schicksal der mehr als 2.700 Geistlichen, die ab 1940 in das KZ Dachau verschleppt wurden, hat die Geschichte während der Haftzeit, aber auch die Gestaltung der späteren Gedenkstätte beeinflusst. Besonders anhand der etwa 1.800 polnischen Geistlichen wird deutlich, wie unterschiedlich Angehörige verschiedener Nationalitäten behandelt wurden. Von diesen hat fast jeder Zweite das Lager nicht überlebt. Darüber hinaus waren Kleriker aus ganz Europa hier gefangen, aus 138 Diözesen und 25 Orden, aus allen christlichen Konfessionen. Ludwig Schmidinger, Pastoralreferent, Kath. Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau. Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Dachau Anmeldung bis 13.45 Uhr an der Infotheke, Gebühr 4 €

München liest – aus verbrannten Büchern

10.05.16 / 10:00 - 18:00   Königsplatz (vor der Antikensammlung), München

Am 83. Jahrestag brennt der Künstler Wolfram P. Kastner am Ort der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten eine Brandspur in den Rasen (10 Uhr) – damit kein Gras wächst über die Erinnerung daran, was im Brand der Synagogen, Städte und Menschen endete. Anschließend werden Texte von Autoren, deren Werke 1933 verbrannt wurden, gelesen. Institut für Kunst und Forschung, München

Gedenken zum 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau

01.05.16 / 09:30  -   /    Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau

9.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst im Karmel Heilig Blut Dachau 10.45 Uhr Befreiungsfeier, Beginn beim ehemaligen Krematorium 13.00 Uhr Gedenkstunde am „Schießplatz Hebertshausen“ anschließend „Tag der Begegnung“ im Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstraße 15.

Gedenken an die Opfer des Todesmarsches

30.04.16 / 18:00  -   /    Theodor-Heuss-Straße / Ecke Sudetenlandstraße, Dachau

Zu Tausenden wurden noch in den letzten Tagen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau Häftlinge auf den Todesmarsch geschickt. Bei der Gedenkfeier am Mahnmal sprechen Abba Naor (Überlebender des Todesmarsches), Albert Knoll (Archivar der KZ-Gedenkstätte Dachau und Vorsitzender des Vereins Forum Homosexualität München), Agathe Halmen (ASF-Freiwillige aus Rumänien) und Florian Hartmann (Dachauer Oberbürgermeister). Musikalisch begleitet Familie Huber-Ewald die Veranstaltung. Trägerkreis Todesmarschmahnmal Dachau

Das Wohnlager Dachau-Ost in den ehemaligen KZ-Baracken / Filmgespräch

20.04.16 / 19:30  -   /    Bürgertreff-Ost, Ernst-Reuter-Platz 1 a, Dachau

Anlässlich der Einweihung der Kapelle „Regina Pacis“ für die italienischen Opfer am KZ-Friedhof Leitenberg zeigte der Bayerische Rundfunk 1963 in einem etwa 20minütigen Film die Situation der Menschen im Wohnlager Dachau-Ost recht schonungslos: Menschen in der Warteschleife, die aus den Baracken heraus wollen. Der Film ist ein eindrückliches Dokument über den Umgang mit der Geschichte des Konzentrationslagers in Dachau und zeigt den mühsamen und schwierigen Weg von Geflüchteten, die vor über 50 Jahren versuchten, in Dachau eine neue Heimat zu finden. Ehemalige Bewohner des Wohnlagers Dachau-Ost sind besonders herzlich eingeladen. Das Filmgespräch moderiert Jutta Neupert (Historikerin und Filmemacherin, Dachau). Kooperation: Bürgertreff-Ost e.V., Kath. Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte

Das ehemalige KZ-Außenlager Allach / Führung

15.04.16 / 16:00  -   /    Gedenktafel KZ-Außenlager Allach, Granatstraße 10, München-Ludwigsfeld

Dieses Jahr feiert BMW den Gründungstag des Unternehmens vor 100 Jahren. Zur Unternehmensgeschichte gehört die Ausnutzung der Arbeitskraft von Zwangsarbeitern und KZ-Gefangenen. Albert Knoll, Historiker und Archivar der KZ-Gedenkstätte Dachau, wird beim Rundgang von der Geschichte des KZ-Außenlagers Allach, von den tausenden Menschen, die dort für BMW, die Baufirma Dyckerhoff und die Organisation Todt schuften mussten, berichten und den Umgang mit dem Ort nach der Befreiung 1945 veranschaulichen. Kooperation: Dachauer Forum

Namen statt Nummern / Vorstellung neuer Biographien für das Dachauer Gedächtnisbuch

22.03.16 / 19:30  -   /    Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstr. 91

Am 83. Jahrestag der Errichtung des Konzentrationslagers Dachau werden neue Biographien vorgestellt und in das „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ aufgenommen. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Grafing porträtieren Ferdinand Kissinger, Lehrer an der Jüdischen Schule München, und Andreas Lenz, Bahnbeamter und KPD-Mitglied. Mitarbeiter der Geschichtswerkstatt im Landkreis Dachau, Studentinnen aus Frankreich und den Niederlanden sowie Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste präsentieren weitere Lebensbilder. Trägerkreis „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“

verehrt, verfolgt, vergessen – NS-Opfer beim FC Bayern München

20.03.16 / 14:00  -   /    Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau

Führung

Von den mindestens 56 Vereinsmitgliedern, die in der NS-Zeit verfolgt wurden, kamen zwölf ins KZ Dachau, wo drei von ihnen ermordet wurden. Bei der Führung wird Andreas Wittner, Archivar der Erlebniswelt des FC Bayern München, von ihnen berichten und im Anschluss durch die Ausstellung in der Versöhnungskirche führen. Das genaue Datum wird auf www.versoehnungskirche-dachau.de angekündigt und kann unter Tel. 081 31/136 44 erfragt werden, dort ist auch die Anmeldung möglich. Kooperation: FC Bayern Erlebniswelt

Führung

Verständigung und Versöhnung nach dem „Zivilisationsbruch“? - Deutschland in Europa nach 1945 / Buchvorstellung

17.03.16 / 19:00  -   /    Institut français, Kaulbachstraße 13, München

Im Jahre 1945 stand Deutschland geächtet vor den Trümmern seiner Politik. Rassischer Weltanschauungskrieg und systematische Vernichtung der europäischen Juden waren ein zivilisatorischer Bruch und belegten die Deutschen mit einer moralischen Schuld. Der neue Band mit 43 Beiträgen beleuchtet in einer breiten Gesamtschau, wie über symbolische Gesten, an Erinnerungs- und Gedenkorten, durch Organisationen und Institutionen, über Aktionsfelder und Handlungsformen Prozesse eingeleitet wurden, die zumeist zur Verständigung zwischen den Deutschen und ihren europäischen Nachbarn beitrugen. Dabei zeigen die Beiträge, dass Versöhnung nicht „besiegelt“ werden kann, sondern eine nie endende politische, soziale und kulturelle Arbeit darstellt. Der Band wird vorgestellt von Prof. Dr. Andreas Wirsching (Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, München) sowie von den Herausgebern Prof. Dr. Corine Defrance (SIRICE, Paris) und Prof. Dr. Ulrich Pfeil (Université de Lorraine, Metz). Dr. Björn Mensing (Dachau) trägt aus seinem Beitrag über die Anfänge der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau vor, Dr. Claudia Moisel (LMU München) aus ihrem Beitrag über die Erfahrungsgeschichte der „Wiedergutmachung“. - Kooperation: Institut français München, Kath. Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau mit Unterstützung durch das Bayerisch-Französische Hochschulzentrum.

Radikalisierung: Prävention und Intervention / 1. Demokratiekonferenz in Dachau

10.03.16 / 19:00  -   /    Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Str. 23, Dachau

Die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Dachau und das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ stellen ihre Ziele vor. Es wirken mit: Michaela Glaser (Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention), Ernst Grube (NS-Verfolgter) und Landrat Stefan Löwl. Veranstalter: Koordinierung- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie, KJR Dachau, Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e.V.

Rosa Winkel / Theaterstück über die Verfolgung von Homosexuellen in der NS-Zeit

06.03.16 / 19:00  -   /    Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Die Neue Bühne Bruck inszeniert unter der Regie des Berliners Ralph Hüttig die fiktive Geschichte des jungen Max, der im KZ Dachau zunächst seine Homosexualität verleugnet, um dem Tod zu entgehen. Die SS hatte ein diskriminierendes Kennzeichnungssystem für die KZ-Häftlinge entwickelt: Rot für die Politischen, Gelb für die Juden, Rosa für die Homosexuellen, die oft besonders sadistisch gequält wurden - und denen die Anerkennung als NS-Verfolgte nach 1945 über Jahrzehnte verwehrt blieb. Ihrer Geschichte hat der Autor Martin Sherman (USA) 1979 sein Drama „Bent“ (deutsche Fassung „Rosa Winkel“) gewidmet. Kooperation: Kath. Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau, Theatertage Dachau e.V. - Karten sind für € 10 (ermäßigt € 7) im Bioladen „Naturkostinsel“, Münchner Straße 52, Dachau, Mo. bis Sa. von 8 bis 19 Uhr und an der Abendkasse (ab 18.30 Uhr) erhältlich. Reservierungen unter Tel. 081 31/136 44 oder info@versoehnungskirche-dachau.de

verehrt, verfolgt, vergessen – NS-Opfer beim FC Bayern München / Vortrag

03.03.16 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Kurt Landauer, Präsident des FC Bayern, und mindestens 55 weitere Vereinsmitglieder wurden zwischen 1933 und 1945 verfolgt. Einigen gelang die Flucht ins Ausland, einige wurden in Konzentrationslager verschleppt und ermordet, drei von ihnen im KZ Dachau. Andreas Wittner, Archivar der Erlebniswelt des FC Bayern München, wird Biographien vorstellen und durch die Ausstellung „verehrt, verfolgt, vergessen“ führen. Kooperation: FC Bayern Erlebniswelt

Im Versteck überlebt / Zeitzeugengespräch mit Irene Hallmann-Strauß

25.02.16 / 19:30  -   /    Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstr. 91

Die Zeitzeugin, die 1933 in Berlin als Tochter eines jüdischen Juristen und einer evangelischen Mutter geboren wurde, berichtet über ihre Kindheit und die Verfolgung ihrer Familie durch die Nationalsozialisten. Ihr geliebter Großvater Hermann Strauß, Arzt am Jüdischen Krankenhaus Berlin, wurde 1942 mit seiner Frau Elsa ins Ghetto Theresienstadt verschleppt, wo beide umkamen. Ihr Vater Walter Strauß, zeitweise vor drohender Deportation untergetaucht, überlebte dank der Solidarität seiner „arischen“ Frau Tamara, war 1948/49 an der Formulierung des Grundgesetzes beteiligt und von 1949 bis 1963 CDU-Staatssekretär im Bundesjustizministerium. Irene Hallmann-Strauß lebt heute als Bildhauerin und Malerin bei München. Das Zeitzeugengespräch wird musikalisch gerahmt von einen Jugendquartett des Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasiums mit Michelle Heinz (Klavier), Anna Helfer (Violine), Rebecca Desaga (Querflöte) und Michael Burkner (Fagott) unter Leitung von Jutta Wörther.

verehrt, verfolgt, vergessen – NS-Opfer beim FC Bayern München

20.02.16 / 14:00  -   /    Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte

Führung mit Diakon Klaus Schultz

Von den mindestens 56 Vereinsmitgliedern, die in der NS-Zeit verfolgt wurden, kamen zwölf ins KZ Dachau, wo drei von ihnen ermordet wurden. Bei der Führung wird Andreas Wittner, Archivar der Erlebniswelt des FC Bayern München, von ihnen berichten und im Anschluss durch die Ausstellung in der Versöhnungskirche führen. Das genaue Datum wird auf www.versoehnungskirche-dachau.de angekündigt und kann unter Tel. 081 31/136 44 erfragt werden, dort ist auch die Anmeldung möglich. Kooperation: FC Bayern Erlebniswelt

Führung mit Diakon Klaus Schultz

verehrt, verfolgt, vergessen – NS-Opfer beim FC Bayern München / Führung

20.02.16 / 14:00  -   /    Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte

Von den mindestens 56 Vereinsmitgliedern, die in der NS-Zeit verfolgt wurden, kamen zwölf ins KZ Dachau, wo drei von ihnen ermordet wurden. Bei der Führung wird Andreas Wittner, Archivar der Erlebniswelt des FC Bayern München, von ihnen berichten und im Anschluss durch die Ausstellung in der Versöhnungskirche führen. Anmeldung erbeten unter Tel. 081 31/136 44. Kooperation: FC Bayern Erlebniswelt

Liga Terezín / Film und Gespräch

04.02.16 / 20:00  -   /    Fußballkneipe Stadion an der Schleißheimer Straße 82, München

Im KZ Theresienstadt durften jüdische Häftlinge 1942 bis 1944 im Rahmen einer kleine Fußballliga Spiele austragen. Die Natonalsozialisten nutzten die Bilder für ihre Propaganda. Pavel Breda war einer der Fußballspieler. Sein Neffe Oded Breda lebt heute in Israel und erinnert in der Film-Dokumentation (52 Minuten) an die „Liga Terezín“. Nach dem Film besteht die Möglichkeit mit ihm ins Gespräch zu kommen. www.ligaterezin.com - Kooperation: „!Nie wieder – Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“, Löwenfans gegen Rechts, TSV Maccabi München

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus / Zeitzeugengespräch

27.01.16 / 19:00  -   /    Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Deutschland seit 1996 als »Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus« begangen. In Dachau findet dazu ein Zeitzeugengespräch mit Naum Chejfez statt. Der Zeitzeuge wurde 1923 in Minsk/Belarus geboren. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 wurde in Minsk ein Ghetto errichtet, auf dessen Gebiet auch das Wohnhaus der jüdischen Familie Chejfez lag. Seine Mutter und seine beiden Schwestern wurden im Ghetto ermordet. 1943 wurde Naum ins KZ Majdanek verschleppt. Sein Leidensweg führte über die Außenlager Budzyn und Radom und das KZ Auschwitz in die Lager Vaihingen und Hessental in Württemberg, die zum System des KZ Natzweiler gehörten. Von dort wurde der junge Mann schließlich im April 1945 im Zug Richtung Dachau abtransportiert und dann nach kurzem Aufenthalt in Karlsfeld weiter in Richtung Tirol. Dabei konnte er die Häftlinge des Todesmarsches beobachten, die neben dem Zug liefen. Unterwegs wurden die Häftlinge von US-amerikanischen Soldaten befreit. Naum Chejfez kehrte in seine Heimat zurück und lebt heute in Minsk.

„Nie wieder“ / Erinnerungstag im deutschen Fußball

22.01.16  -   /    Bundesweite Aktion

Der Anstoß zur „Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ging 2004 von der Versöh-nungskirche aus. In enger Kooperation mit Faninitiativen, dem DFB und der DFL sind zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 18. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant. Nähere Informationen unter www.niewieder.info oder www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php

Beidseits von Auschwitz – Identitäten in Deutschland nach 1945 / Buchvorstellung

19.01.16 / 19:30  -   /    Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Die Menschheitsverbrechen der Nazis haben tiefe Spuren hinterlassen bis in die nachfolgenden Generationen. Das gilt auf beiden Seiten. Dazu geben in dem Buch 30 Frauen und Männer Einblick. Drei von ihnen sprechen an diesem Abend. Alfred Ullrich und Thomas Nowotny berichten davon, wie die Verfolgungsgeschichte ihrer Familien ihr Leben und ihre Identität bis heute beeinflusst. Jürgen Müller-Hohagen, Mitherausgeber des Buches und Autor eines Beitrags, stellt seine Reflexionen als NS-Nachgeborener vor.

Von Prag nach Tel Aviv - Peppo Mühlsteins Flucht 1939 / Lesung mit Jan Mühlstein

12.01.16 / 19:30  -   /    Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Josef Viktor (Peppo) Mühlstein, geboren 1903 im nordböhmischen Brüx (Most), wächst in einer deutschsprachigen jüdische Familie auf. Nach der Schulausbildung ist er als Handelsvertreter unter anderem für ein Mineralölunternehmen tätig. Als das Münchner Abkommen vom 30. September 1938 die demokratische Tschechoslowakei zur Abtretung der Sudetengebiete an Nazi-Deutschland zwingt, flieht die Familie Mühlstein nach Prag. Die gemeinsamen Bemühungen um Auswanderung scheitern mit dem deutschen Einmarsch in die restliche Tschechoslowakei am 15. März 1939. Peppo entscheidet sich kurzentschlossen für eine illegale Auswanderung nach Palästina, die am 30. April 1939 in Prag startet und unter lebensbedrohlichen Umständen - die Briten beschießen das Flüchtlingsschiff beim Versuch der Landung in Palästina - mehr als vier Monate dauert. Peppo ist schließlich am 10. September 1939 in Tel Aviv in Sicherheit, als freier Mensch in "Erez Israel". Allerdings kann er in der neuen Heimat nicht Fuß fassen. 1946 kehrt er in die Tschechoslowakei zurück und zieht in sein Elternhaus in Most ein, wo der Junggeselle bis zu seinem Tod 1978 lebt. Peppos Fluchttagebuch von 1939 fand sich in seiner Hinterlassenschaft. Sein Neffe Dr. Jan Mühlstein, geboren 1949 in Most, hat es übertragen und liest am Abend daraus vor. Der Vorsitzende der Münchner Liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom, selbst als junger Mann nach der Niederschlagung des Prager Frühlings nach Deutschland emigriert, engagiert sich heute in der Flüchtlingshilfe. Besucher der Abendveranstaltung können vor und nach der Lesung die von Marlies Poss konzipierte Ausstellung "Erinnerte Gegenwart - Dokumente und Installationen zu Theresienstadt" ansehen, in der auch das Schicksal von Jan Mühlsteins Eltern dokumentiert ist. Peppos Bruder Robert überlebte das Ghetto Theresienstadt und das KZ Auschwitz, andere Verwandte wurden ermordet.

Dietrich Bonhoeffer – Spuren des Widerstands in Bayern

11.12.15  -  13.12.15   

Dietrich Bonhoeffer, der seit 1940 auch in München und Ettal lebte und wirkte, wurde vor 70 Jahren im KZ Flossenbürg ermordet. Sein Leben zwischen Bekennender Kirche und Konspiration fordert auf zu Begegnung und Auseinandersetzung. Was heißt christliche Existenz – damals und heute? Mit Exkursion ins Kloster Ettal. Leitung: Dr. Ulrike Haerendel und Dr. Björn Mensing, Programm und Anmeldung bis zum 27.11. bei www.ev-akademie-tutzing.de

Verleihung des Dachau-Preises für Zivilcourage

10.12.15 / 19:00  -   /    Rathaus, Konrad-Adenauer-Straße 2-6, Dachau

Der Dachau-Preis für Zivilcourage wurde von der Stadt Dachau 2005 gestiftet. Mit ihm ehrt die Stadt Menschen, „die sich mit Mut, Phantasie und Engagement für die Rechte von Verfolgten und von diskriminierten Minderheiten einsetzen.“ Die Preisträgerin 2015 ist Gülsen Celebi. Sie ist deutsche Staatsangehörige mit kurdischen Wurzeln. Sie lebt und arbeitet als Rechtsanwältin in Düsseldorf. Dort hat sie sich mit mutigen und kreativen Ideen gegen die islamfeindlichen "Dügida"-Demonstranten gestellt, mit der Folge, dass sie von Rechtsextremisten beschimpft und bedroht wurde. Die Drohungen konnten Gülsen Celebi aber nicht dazu bringen, in ihrem Engagement nachzulassen.

Korczak / Film und Nachgespräch

03.12.15 / 19:00  -   /    Versöhnungskirche

Der Spielfilm von Andrzej Wajda (1990, 115 Minuten) erzählt die letzten Wochen im Leben des jüdisch-polnischen Arztes, Kinderbuchautoren und Pädagogen Janusz Korczak (1878-1942). Korczak leitet ein von ihm gegründetes Waisenhaus. 1942 muss er mit den jüdischen Kindern ins Ghetto umziehen. Rund 200 Kinder betreut er dort unter widrigsten Umständen. Er lehrt die Kinder auch in diesen Zeiten der äußersten Not, dass sie eigenverantwortlich ihr Leben gestalten müssen. Noch kurz vorm Abtransport ins Vernichtungslager erhält Korczak die Möglichkeit, mit einem Schweizer Pass zu fliehen. Doch er weigert sich, seine Kinder zu verlassen, und steigt mit ihnen in die Güterwaggons, die ins KZ Treblinka fahren. Kooperation: Theatertage Dachau

Zur Erinnerung an Noor Inayat Khan / Konzert und Zeitzeugenbericht

22.11.15  -   /    Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstr. 91

Im Zweiten Weltkrieg operierten 39 Frauen aus Großbritannien als Agentinnen im besetzten Frankreich. Sie wurden entdeckt, 13 von ihnen in deutschen Konzentrationslagern ermordet, vier in Dachau, unter ihnen die 30-jährige Noor Inayat Khan. Beim Gedenken wird an die aus einer indisch-muslimischen Familie stammende Prinzessin Noor mit Kompositionen ihres Bruders Hidayat (98) erinnert, der selbst auch sprechen wird.

75. Jahrestag der deutschen Zerstörung auf Coventry / Gedenkgottesdienst

14.11.15 / 19:00  -   /    Sankt Barbara, Infanteriestraße 15, München-Schwabing

Am Abend des 14. November 1940 begann die deutsche Luftwaffe unter dem zynischen Decknamen „Unternehmen Mondscheinsonate“ einen schweren Bombenangriff auf die mittelenglische Industriestadt Coventry. Neben großen Teilen der Innenstadt wurden 4330 Häuser und unersetzliche Kulturgüter wie die mittelalterliche St Michael’s Cathedral zerstört. 568 Menschen kamen ums Leben. 75 % der Industrieanlagen wurden beschädigt oder völlig vernichtet. Aufgrund des hohen Zerstörungsgrades erfand der NS-Chefpropagandist Joseph Goebbels den Begriff „Coventrieren“ für die Vernichtung einer Stadt aus der Luft. Ökumenische Kooperation mit der Nagelkreuzgemeinschaft Sankt Barbara und Katholische Seelsorge an der KZ Gedenkstätte Dachau.

„Wenn ich wieder klein bin“ / Theater-Aufführung über Janusz Korczak

09.11.15 / 19:00  -   /    Ludwig-Thoma-Haus Dachau, Augsburger Straße 23

Erzählt wird die Geschichte des jüdischen Pädagogen Janusz Korczak, der Kinder liebte. So sehr, dass er bereit war das Schicksal der Waisenkinder im Warschauer Ghetto während der NS-Zeit zu teilen. „Wenn ich wieder klein bin“, so schreibt die Süddeutsche Zeitung, „ist der geglückte Versuch, zurückzukehren in die Kindheit, zur Weltsicht, zu Fragen, die diese wohl wichtigste Lebensepoche kennzeichnen. Dabei gelingen ihm (dem Regisseur Pavel Möller-Lück vom Theater Laboratorium) so unglaubliche Bilder, dass den Zuschauern der Mund offen bleibt vor Staunen.“ Das Stück wendet sich an Jugendliche (ab 12 Jahren) und Erwachsene. Theatertage – Kartenvorbestellung Tel. 08131-55195

77. Jahrestag der Pogromnacht / Gedenken mit Zeitzeugengespräch

08.11.15 / 19:00  -   /    Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6, Dachau

In ganz Deutschland wurden am 9. November 1938 Synagogen zerstört und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft aus der Stadt vertrieben. Nur wenige entkamen dem Holocaust. An die Opfer erinnert ein Zeitzeugengespräch mit Shraga Milstein (Israel). Das Orchester des Dachauer Josef-Effner-Gymnasiums übernimmt die musikalische Gestaltung der Gedenkveranstaltung. Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau

Vernissage „Erinnerte Gegenwart“

08.11.15 / 11:00  -   /    Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Im Rahmen der Gottesdienstes eröffnet die Münchner Künstlerin Marlies Poss ihre Ausstellung „Erinnerte Gegenwart“

„Blut muss fließen“ / Film und Gespräch über die Rechtsrock-Szene

27.10.15 / 20:00  -   /    Jugendkulturzentrum Freiraum Dachau, Brunngartenstraße 7

Hochbrisant ist das Material, das Thomas Kuban zusammengetragen hat. Mit versteckter Kamera drehte der Undercover-Journalist bei Neonazi-Konzerten. Ein Lied begegnete ihm dabei immer wieder: „Blut muss fließen, knüppelhageldick, und wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik“. Peter Ohlendorf veröffentlicht die Aufnahmen in seiner Dokumentation „Blut muss fließen“ (2012, 87 Minuten). Nach dem Film gibt es ein Gespräch mit ihm. Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e.V.

Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim und KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Gedenkstättenfahrt

23.10.15  -  25.10.15   siehe Text

Die Ausschreibung kann beim Dachauer Forum (Tel. 08131/99688-0 oder info@dachauer-forum.de) angefordert oder unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php ausgedruckt werden.

Von 1940 bis 1944 ermordeten die Nationalsozialisten im Schloss Hartheim bei Linz rund 30.000 Menschen, erst Frauen, Männer und Kinder mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie mit psychischen Krankheiten in der „Euthanasie“, später KZ-Häftlinge unter anderem aus Dachau und Zwangsarbeiter. Etwa 35 Kilometer entfernt stand schon ab August 1938, fünf Monate nach der Annexion Österreichs, in der Nähe der Marktgemeinde Mauthausen ein KZ. Der Standort war von der SS wegen seiner Granitsteinbrüche ausgewählt worden. Von den mehr als 200.000 Häftlingen wurde bis 1945 etwa die Hälfte umgebracht. Beide Orte werden durch Rundgänge, Besuche der Ausstellungen und Gespräche erschlossen.

Die Ausschreibung kann beim Dachauer Forum (Tel. 08131/99688-0 oder info@dachauer-forum.de) angefordert oder unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php ausgedruckt werden.

Aus dem Schatten treten / Tagung für Kriegskinder des Zweiten Weltkrieges

20.10.15 / 09:30  -   /    Evangelisches Forum München

Die Kriegskinder des Zweiten Weltkrieges und ihre Angehörigen laden wir zu einer Spurensuche über Herausforderungen und Chancen beim Aufwachsen in (Nach-)Kriegszeiten ein. Was war für sie belastend? Woran sind sie trotz widriger Umstände gewachsen? Was möchten sie heute weitergeben? Vorträge und Workshops bieten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Eingeladen sind auch Interessierte aus anderen Generationen und Haupt- und Ehrenamtliche aus der Seniorenarbeit. Programm und Anmeldung bis 6.10. bei www.ebw-muenchen.de

Elser – Er hätte die Welt verändert / Filmgespräch

14.10.15 / 19:00  -   /    Kino CINEMA, Fraunhoferstraße 5, Dachau

Nur wenige Minuten haben gefehlt, und die Weltgeschichte hätte wohl einen anderen Verlauf genommen. Ein spannender neuer Kinofilm (113 Minuten) erzählt von Georg Elser, dem schwäbischen Schreiner und lange verkannten Widerstandskämpfer, der die durch Hitler drohende Kriegsgefahr früh erkannte und aufhalten wollte. Am 8. November 1939 detonierte Elsers Bombe im Münchner Bürgerbräukeller, doch Hitler hatte 13 Minuten zuvor überraschend den Saal verlassen. Elser wurde auf seiner Flucht in die Schweiz gefasst. Nach Folter und Haft wurde er am 9. April 1945 im KZ Dachau ermordet. Für das Gespräch nach dem Film hat der Schauspieler David Zimmerschied zugesagt. Kartenreservierungen sind unter Tel. 08131/26699 möglich.

Das nationalsozialistische „Euthanasie“-Programm – Vorgeschichte, Patientenmorde und Nachwirkungen / Vortrag

07.10.15 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

In den Jahren 1939 bis 1945 wurden im deutschen Herrschaftsbereich etwa 300.000 psychisch kranke und geistig behinderte Menschen unter dem Deckmantel der „Euthanasie“ ermordet. Der Vortrag beschreibt die Ideologie der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“, die zu diesen Verbrechen an den schwächsten Mitgliedern einer Gesellschaft geführt hat. Es wird aus den Lebensgeschichten der Opfer erzählt. Die Motive der Täter und die Bedingungen, unter denen sie gehandelt haben, werden rekonstruiert. Aber auch die weitgehende Verdrängung des Themas und das Vergessen der Opfer bis in die Gegenwart werden zur Sprache kommen. PD Dr. med. Gerrit Hohendorf, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, TU München, Kooperation: Dachauer Forum, KZ-Gedenkstätte Dachau

100 Jahre Pulver- und Munitionsfabrik Dachau / Rundgang

25.09.15 / 16:30 - 18:00   Treffpunkt: Einfahrt Bereitschaftspolizei, John-F.-Kennedy-Platz, Dachau

Anmeldung erforderlich bis 16.9.15, Telefon 08131/99688-0 oder info@dachauer-forum.de (begrenzte Teilnehmerzahl), Kooperation: Dachauer Forum

Wenige Kilometer vom damaligen Markt Dachau entfernt wurde 1915 vom Bayerischen Kriegsministerium eine große Pulver- und Munitionsfabrik errichtet. Zur Fabrik gehörten Produktionshallen, Depots und Unterkünfte für die etwa 8000 Arbeiter, insgesamt 61 Gebäude, die durch Bäume gut getarnt und von einer hohen Mauer umgeben waren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Produktion eingestellt und die Gebäude verfielen. Am 22. März 1933 wurde auf diesem Gelände das KZ Dachau errichtet. Beim Rundgang stehen die noch erhaltenen Gebäude der Pulver- und Munitionsfabrik und deren „Nachnutzungen“ im Mittelpunkt, bis hin zum Umgang der Bayerischen Bereitschaftspolizei mit der Geschichte ihrer Gebäude.

Anmeldung erforderlich bis 16.9.15, Telefon 08131/99688-0 oder info@dachauer-forum.de (begrenzte Teilnehmerzahl), Kooperation: Dachauer Forum

50 Jahre Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Dachau / Gottesdienst mit Zeitzeugen

20.09.15 / 11:00  -   /    Versöhnungskirche

Anfang September 1965 kamen die ersten von 15 jungen Freiwilligen von Aktion Sühnezeichen in Dachau an, um sich ab dem 20. September am Bau der Versöhungskirche zu beteiligen. Sie blieben bis Januar 1966. So begann die Kooperation mit ASF, die seit 1979 mit der kontinuierlichen Mitarbeit von Freiwilligen in der Versöhnungskirche fortgeführt wird. Über 50 Freiwillige haben sich seither in Dachau engagiert und viele wichtige Impulse gesetzt. Drei Freiwillige von 1965 werden im Rahmen des Gottesdiensts einen Einblick in diese Zeit geben. Es werden aber auch die beiden neuen Freiwilligen Agathe Halmen (Rumänien) und Maurycy Przyrowski (Polen) begrüßt und vorgestellt.

„erinnern – begegnen – verstehen – Zukunft gestalten“ / 33. Internationale Jugendbegegnung in Dachau

01.08.15  -  14.08.15   Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstr. 15

www.jugendbegegnung-dachau.de

Junge Menschen aus mehreren Nationen treffen sich für 14 Tage in Dachau. Sie beschäftigen sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur und fragen nach Bezügen zur Gegenwart. Eingeladen sind alle Interessierten ins Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstraße 15, am 8.8. um 18.30 Uhr zum Fest der Begegnung, am 9.8. um 13.30 Uhr zum „Gebet der Begegnung“ und um 15 Uhr zum Zeitzeugencafé.

www.jugendbegegnung-dachau.de

ImpRoma – Hier sind wir! / Improvisationstheater von Sinti- und Roma-Kindern

16.07.15 / 19:00  -   /    Versöhnungskirche

15 Münchner Sinti- und Roma-Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren präsentieren mit Unterstützung von Schauspielern aus dem Ensemble des Fastfood-Theaters ihre eigene Bühnenshow mit Geschichten aus ihrem Alltag. Begleitet werden die Akteure von Musikern. Kooperation: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Keimzelle jüdischen Lebens nach 1945 – die Möhlstraße in München / Stadtrundgang

02.07.15 / 18:00  -   /    Treffpunkt: Friedensengel, Europaplatz 1, München

Anmeldung erbeten bis 26.6.2015, Telefon 08131/13664 oder info@versoehnungskirche-dachau.de

Um 1900 wurde die Möhlstraße angelegt, erste Villen entstanden. Schnell wurde die Straße zu einer der ersten Wohnadressen in München, die Unternehmer und Beamte anzog, unter ihnen auch jüdische Familien. In der NS-Zeit wurden diese aus ihren Häusern vertrieben und viele ermordet. Nazi-Prominenz ließ sich dort nieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg bezogen wichtige jüdische Einrichtungen Häuser in der Möhlstraße: das Zentralkomitee der befreiten Juden in Bayern, ein Kindergarten und Schulen sowie eine Synagoge. Die Straße wurde vor 70 Jahren zur Keimzelle neuen jüdischen Lebens in München. Dr. Willibald Karl, Historiker, Weßling; Kooperation: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Anmeldung erbeten bis 26.6.2015, Telefon 08131/13664 oder info@versoehnungskirche-dachau.de

Spielerroman / Werkstatt-Lesung von Ruth Klüger

16.06.15 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

Ruth Klüger schreibt an ihrem ersten Roman mit dem Arbeitstitel „Spielerroman“. In Dachau liest sie – noch vor der Veröffentlichung – aus dem Manuskript. Für Ruth Klüger, geboren 1931 in einer jüdischen Familie in Wien, begann mit 11 Jahren der Weg durch die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz und Christianstadt. Vater und Bruder wurden ermordet. Ihr gelang mit der Mutter 1945 die Flucht vom Todesmarsch. Nach der Befreiung in Bayern ging sie 1947 in die USA. 1992 erschienen Ruth Klügers Jugenderinnerungen unter dem Titel „weiter leben“ und wurden ein Welt-Bestseller. Heute lebt die Germanistikprofessorin und Autorin in Irvine/Kalifornien.

Münchens neuer Lern- und Erinnerungsort zur Geschichte des Nationalsozialismus / Rundgang

14.06.15 / 16:00  -   /    Treffpunkt: NS-Dokumentationszentrum Brienner Straße 34, München

Anmeldung erforderlich bis 1.6.15, Telefon 08131/13644 oder info@versoehnungskirche-dachau.de (begrenzte Teilnehmerzahl)

Mit der Eröffnung des NS-Dokumentationszentrums am 30. April 2015, dem 70. Jahrestag des Einmarsches der US-Armee in München, erhält die Stadt, in der die NSDAP gegründet wurde, spät einen zentralen Lernort zur Auseinandersetzung mit den Ursachen, Auswirkungen und Folgen des Nationalsozialismus. Dessen Standort war für das NS-Terrorregime von besonderer Bedeutung: das Gelände des ehemaligen „Braunen Hauses“, der Parteizentrale der NSDAP. Fragen nach dem „Warum München?“, „Warum eine Beschäftigung mit der NS-Zeit heute?“ werden bei dem geführten Rundgang durch die Ausstellung im Mittelpunkt stehen.

Anmeldung erforderlich bis 1.6.15, Telefon 08131/13644 oder info@versoehnungskirche-dachau.de (begrenzte Teilnehmerzahl)

Heimkehr 1945 – Der schwierige Weg der befreiten KZ-Häftlinge

19.05.15 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

2015 jährt sich zum 70. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Dachau. Zehntausende Überlebende standen damals vor der Herausforderung, wieder in ein selbstbestimmtes Leben zurückzufinden. Für viele von ihnen war die Welt, aus der sie kamen, unwiederbringlich verloren: Ihre Familien waren geflohen, vertrieben oder getötet, ihre alte Heimat war entfremdet oder zerstört. Die Erfahrungen und Probleme der „Heimkehr“, die oft einen radikalen Neubeginn darstellte, stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Gerd Modert, Historiker, Dachauer Forum

München liest – aus verbrannten Büchern

10.05.15 / 10:00 - 18:00   Königsplatz (vor der Antikensammlung), München

Am 82. Jahrestag brennt der Künstler Wolfram P. Kastner am Ort der Münchner Bücherverbrennung der Nationalsozialisten von 1933 eine Brandspur in den Rasen (10 Uhr) – damit kein Gras wächst über die Erinnerung daran, was im Brand der Synagogen, Städte und Menschen endete. Anschließend werden Texte von Autoren, deren Werke 1933 verbrannt wurden, gelesen. Institut für Kunst und Forschung, München

70 Jahre Befreiung von der NS-Diktatur und 50 Jahre Grundsteinlegung der Versöhnungskirche / Gottesdienst und Empfang

08.05.15 / 16:00  -   /    Versöhnungskirche

Am 8. Mai 1965 kamen ehe¬ma¬¬li¬ge Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau, kirchliche Vertreter und Ehrengäste aus mehre¬ren Ländern zu¬sammen, um in der KZ-Gedenkstätte den Grundstein für die Versöh¬nungs¬¬kirche zu legen. Die Initiative für den Bau war von Dirk A. E. de Loos ausgegangen, der als niederländischer Wider¬stands¬kämp¬fer gegen die deutschen Besatzer 1944 nach Dachau verschleppt worden war und sich später im Comité International de Dachau (CID) engagierte. Dem Juristen gelang es über die Konferenz Europäischer Kirchen auch die Evangelische Kirche in Deutsch¬land (EKD) für dieses Pro¬jekt zu gewinnen. Der EKD-Ratsvorsitzende Präses Kurt Scharf erklär¬te, man wol¬le mit dem Bau „Ver¬bun¬denheit mit allen Opfern der nationalsozialistischen Ge¬walt¬herrschaft be¬zeu¬¬¬gen“, zur Um¬kehr mahnen, zur Solidarität mit Verfolgten auffordern und Wege zur Versöhnung und zum Frieden unter den Völkern zeigen. Im Juli 1964 wählte ein Preisgericht den Entwurf des Mannheimer Architekten Helmut Striffler aus. Mitwirkende: Landesbischof Heinrich Bedford- Strohm (EKD-Ratsvorsitzender), Pieter J. Ph. Dietz de Loos (Sohn von Dirk A. E. de Loos und CID-Präsident), Anna Dietze (Jugendzentrum Freiraum, Runder Tisch gegen Rassismus Dachau), Stadtdekanin Barbara Kittelberger (Vorsitzende des internationalen Kuratoriums der Versöhnungskirche), Dr. h.c. Max Mannheimer (Shoah-Überlebender und Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau), Romani Rose (Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma)

Gedenken zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau

03.05.15 / 09:30  -   /    Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau

9.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst mit Metropolit Augoustinos (griechisch-orthodox), Erzbischof Reinhard Kardinal Marx (römisch-katholisch), Landesbischof i. R. Ulrich Fischer (Rat der Evang. Kirche in Deutschland) und Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (Evang.-Luth. Kirche in Bayern) im Karmel Heilig Blut Dachau 10.45 Uhr Befreiungsfeier mit etwa 100 KZ-Überlebenden, Beginn beim ehemaligen Krematorium 13.00 Uhr Gedenken am „Schießplatz Hebertshausen“ anschließend „Tag der Begegnung“ in einem Zelt bei der KZ-Gedenkstätte Dachau

Gedenken an die Opfer des Todesmarsches

02.05.15 / 18:00  -   /    Theodor-Heuss-Straße / Ecke Sudentenlandstraße, Dachau

Zu Tausenden wurden noch in den letzten Tagen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau Häftlinge auf den Todesmarsch geschickt. An sie erinnert das von Hubertus von Pilgrim gestaltete Mahnmal. Bei der Gedenkfeier sprechen Abba Naor (Überlebender des Todesmarsches), Romani Rose (Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma) und Florian Hartmann (Dachauer Oberbürgermeister). Jugendliche tragen Häftlingsberichte aus der letzten Phase des KZ Dachau vor. Musikalisch begleiten der slowenische Chor „Valentin Polansek“ und Familie Huber-Ewald die Gedenkveranstaltung. Trägerkreis Todesmarschmahnmal Dachau

Nie wieder Rassismus! / Stationenweg 70 Jahre nach dem Todesmarsch aus dem KZ Dachau

26.04.15 / 14:30  -   /    Beginn: Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Angesichts des Vorrückens der US-Armee und der nahen Befreiung des Konzentrationslagers Dachau brachte die SS am 26. April 1945 etwa 9000 Häftlinge auf den Weg in Richtung Alpen. Die meisten mussten sich gegen Mitternacht zu Fuß auf den Todesmarsch machen, andere wurden in Zügen und Bussen abtransportiert. Wer nicht mehr weitergehen konnte, blieb am Straßenrand liegen und wurde von SS-Männern ermordet. Manche starben bei irrtümlichen alliierten Luftangriffen auf die Züge. Mehr als 1000 Häftlinge starben im Zusammenhang mit der Teilräumung. Zum Auftakt in der Versöhnungskirche um 14.30 Uhr sprechen Dr. h.c. Max Mannheimer (Präsident der Lagergemeinschaft Dachau und Vizepräsident des Internationalen Dachau-Komitees), der vor 70 Jahren selbst von der SS aus einem Dachauer Außenlager Richtung Süden abtransportiert wurde, und Diakon Fritz Koeniger, der mit seiner Familie unmittelbar neben dem KZ wohnte und mit 10 Jahren Augenzeuge von Endphase-Verbrechen der Nazis wurde. Herzog Franz von Bayern, als „Sippenhäftling“ mit 11 Jahren im Zug aus dem KZ Dachau abtransportiert, nimmt als Ehrengast teil. Im Anschluss wird ab 15.15 Uhr ein Stationenweg den ersten Kilometern des Todesmarsches durch Dachau und Karlsfeld folgen. Der Weg führt an einer maroden Barackenunterkunft für Flüchtlinge auf dem Gelände eines früheren KZ-Außenlagers entlang. An dieser Station setzten der Arbeitskreis Asyl Dachau und der »Runde Tisch gegen Rassismus Dachau e.V.« um 16.30 Uhr ein Zeichen für eine menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge und gegen aktuelle Menschenrechtsverletzungen. Um 17 Uhr wird der Gedenkzug in Richtung Karlsfeld fortgesetzt, wo um 18 Uhr am Todesmarschmahnmal ein stilles Gedenken gehalten wird. In der benachbarten Korneliuskirche schildert Irmgard Schmidt dann, wie sie am 27. April 1945 am frühen Morgen mit 16 Jahren in München-Pasing den Häftlingen auf ihrem Todesmarsch begegnet ist. Die Veranstaltung endet gegen 18.30 Uhr. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bieten wir einen Fahrdienst zwischen den Stationen an. Fahrräder sollten auf dem ersten Wegabschnitt über das Gelände der KZ-Gedenkstätte nicht mitgeschoben werden. Sinnvoll ist ein Abstellen der Räder an der dafür vorgesehenen Stelle am Besucherzentrum, von wo aus diese dann auf dem weiteren Weg mitgeschoben werden können.

Woher kommt die Kraft zu widerstehen? / Podiumsdiskussion

14.04.15 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

Am 9. April 1945 ermordeten die Nationalsozialisten im KZ Dachau den Schreiner Georg Elser, der zeitweise in einer kommunistischen Organisation aktiv war und 1939 in München einen Anschlag auf Hitler verübt hatte, und im KZ Flossenbürg den evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer. Bei der Podiumsdiskussion zu deren 70. Todestag geht es um die Frage, was Menschen unterschiedlicher konfessioneller und weltanschaulicher Prägung zum Widerstand in der NS-Diktatur bewog und heute zum Widerstehen gegen Rechtsextremismus und Rassismus bewegen kann. Podium: Berthold Goerdeler (Großvater war Protestant im konservativen Widerstand), Ernst Grube (Vater war Kommunist und hielt in der NS-Zeit zu seiner jüdischen Frau), Leo Mayer (Sprecher der DKP München), Prof. Dr. Helmuth Rolfes (katholischer Theologe), Ludwig Gasteiger (Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e.V.); Kooperation: Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e.V., Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Rundgang auf den Spuren Georg Elsers (mit Dr. Björn Mensing, Theologe und Historiker)

09.04.15 / 14:00 - 14:50    Beginn am Haupteingang zum Zellenbau "Bunker" in der KZ-Gedenkstätte Dachau (vor der früheren Zelle von Georg Elser), Ende am Krematorium

Dietrich Bonhoeffer und München / Gedenkgottesdienst zum 70. Todestag

05.04.15 / 17:00  -   /    Erlöserkirche, Ungererstraße 13, München-Schwabing

Am 9. April 1945 ermordete die NS-Justiz im KZ Flossenbürg den evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer. Im Gedenkgottesdienst erinnert Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler an sein Leben und an sein Martyrium. Es geht dabei auch um die Bedeutung Münchens für Bonhoeffers Biographie. So war sein polizeilich gemeldeter Wohnsitz in der Zeit seines Doppellebens als Theologe der „Bekennenden Kirche“ und im konspirativen Widerstand im Amt Ausland/Abwehr mit Dienststelle in München in der Wohnung seiner mutigen Tante Christine („Ninne“) Gräfin von Kalckreuth (1898-1984) in München-Schwabing, Unertlstraße 1. Er pendelte in dieser Zeit zwischen Bayern, Berlin und Hinterpommern und machte Auslandsreisen. Die musikalische Gestaltung des Gedenkens liegt bei Kirchenmusikdirektor Michael Grill. Nach dem Gottesdienst gibt es einen Gedenkweg zu Fuß von der Kirche zur Unertlstraße.

„… trotzdem Ja zum Leben sagen“ / Gedenken und Vernissage zum 110. Geburtstag von Viktor E. Frankl

29.03.15 / 16:30  -   /    Jüdische Gedenkstätte und Versöhnungskirche

Der österreichische Neurologe und Psychiater Viktor E. Frankl (26.3.1905-2.9.1997) begründete die Logotherapie. Als Jude wurde er im September 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert, im Oktober 1944 ins KZ Auschwitz und wenig später in ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau bei Kaufering. Am 27. April 1945 befreite ihn die US-Armee in Türkheim. Seine Eindrücke und Erfahrungen in den Konzentrationslagern verarbeitete er im Buch „… trotzdem Ja zum Leben sagen“. Die öffentliche Veranstaltung beginnt mit einer Kranzniederlegung und einem Gebet von Rabbiner Israel Diskin in der Jüdischen Gedenkstätte (männliche Teilnehmer tragen bitte eine Kopfbedeckung). Im Anschluss wird in der Versöhnungskirche die Ausstellung über Viktor E. Frankls Leben und Werk eröffnet. Eine ökumenische Andacht beschließt die Veranstaltung und die Viktor E. Frankl-Gedenk-Tagung in Dachau am 28./29. März (Programm und Anmeldung unter www.viktorfrankl.info). Kooperation: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau, Viktor Frankl Institut Wien, www.viktorfrankl.org

Namen statt Nummern / Vorstellung neuer Biographien für das Dachauer Gedächtnisbuch

22.03.15 / 16:00  -   /    Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau

Am 82. Jahrestag der Errichtung des Konzentrationslagers Dachau werden neue Biographien vorgestellt und in das „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ aufgenommen. Lynn Williams (USA), frühere Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, stellt Isidor Paul vor, einen jüdischen Kaufmann aus Wien. Jugendliche aus Dachau, Freising und Amsterdam präsentieren weitere Lebensbilder. Henk van de Water (NL) wird als Ehrengast erwartet. Trägerkreis „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“

Christoph Probst und die „Weiße Rose“ / Konzertlesung zum 72. Todestag

26.02.15 / 19:30  -   /    Kloster Karmel Heilig Blut Dachau

Obwohl Christoph Probst am 22. Februar 1943 von der NS-Justiz gemeinsam mit Hans und Sophie Scholl in München-Stadelheim in Alter von 23 Jahren ermordet wurde, wurde er über Jahrzehnte bei den Veröffentlichungen über die "Weiße Rose" wenig beachtet. Probst war als einziger der Studenten aus der „Weißen Rose“ bereits Familienvater, mit seiner Frau Herta hatte er zwei Söhne und eine Tochter. Seit 2011 sind nun seine Briefe veröffentlicht und spiegeln seinen Weg in den Widerstand wider. Bei der Konzertlesung trägt der junge Schauspieler Felix Mayer (28) aus den Briefen vor. Mayer ist Absolvent der Internationalen Schule für Schauspiel und Acting München und Synchronsprecher bei Fernseh- und Kinoproduktionen. Die Lesung aus den Briefen rahmt das E.T.A. Hoffmann-Trio um Christoph Probsts Enkel Christoph Probst (Cello). Mit Susanne Jutz-Miltschitzky (Klavier) und Werner Grobholz (Geige) spielt er Werke von Siegfried Fall (1877-1943), der wegen seiner jüdischen Herkunft im KZ Theresienstadt ermordet wurde, Ernest Bloch (1880-1959) und Sergei Rachmaninoff (1873-1943). Für die Familie Probst spricht der Enkel Sebastian Probst ein Grußwort. Der Eintritt ist frei. Veranstalter: Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, Karmel Heilig Blut Dachau, Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau - mit freundlicher Unterstützung der Stadt Dachau

Kinder von KZ-Häftlingen – eine vergessene Generation / Podiumsgespräch

12.02.15 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

Die Häftlinge der Konzentrationslager haben Schreckliches erlebt. Bei den Überlebenden bestimmt(e) es oft ihr weiteres Leben – und das ihrer Familien, einschließlich ihrer nach 1945 geborenen Kinder. Im Gespräch berichten Christa Willmitzer (Otto Kohlhofer), Gisela Joelsen (Walter Joelsen) und Ernst Antoni (Elisabeth und Adalbert Antoni), welchen Einfluss die NS-Verfolgung der Eltern auf ihr Leben hat. Kooperation: Lagergemeinschaft Dachau

„Nie wieder“ / Erinnerungstag im deutschen Fußball

30.01.15  -  01.02.15   siehe Text

Der Anstoß zur „Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ging 2004 von der Versöhnungskirche aus. In enger Kooperation mit Faninitiativen, dem DFB und der DFL sind zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 18. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant. Nähere Informationen unter http://www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php

Zeitzeugengespräch mit Andrej Korczak Branecki zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

27.01.15 / 19:00  -   /    Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Andrej Korczak Branecki wird am 15. Januar 1930 in Warschau geboren. 1941 tritt der Junge den Pfadfindern bei. Getreu dem Pfadfinder-Eid „Menschen zu helfen, Gott und Vaterland zu dienen“, engagiert er sich in der polnischen Widerstandsbewegung. Als am 1. August 1944 in Warschau der Aufstand gegen die deutschen Besatzer ausbricht, ist der 14jährige Andrej unter den Widerstandskämpfern. Im September 1944 wird er verhaftet und später im Viehwaggon ins KZ Dachau verschleppt. Der weitere Leidensweg führt ihn durch Lager in Mannheim, Buchenwald, Frankfurt am Main, Flossenbürg und wieder nach Dachau, wo er am 29. April 1945 von amerikanischen Truppen befreit wird. Andrzej Korczak Branecki kehrt nach Warschau zurück, wo er bis heute mit seiner Familie lebt. Die Veranstaltung findet in polnischer Sprache statt und wird ins Deutsche übersetzt.

„Blut muss fließen“ / Film und Gespräch über die Rechtsrock-Szene

19.01.15 / 20:00  -   /    Fußballkneipe Stadion an der Schleißheimer Straße 82, München

Hochbrisant ist das Material, das Thomas Kuban zusammengetragen hat. Mit versteckter Kamera drehte der Undercover-Journalist bei Neonazi-Konzerten. Ein Lied begegnete ihm dabei immer wieder: „Blut muss fließen, knüppelhageldick, und wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik“. Peter Ohlendorf veröffentlicht die Aufnahmen in seiner Dokumenta¬tion „Blut muss fließen“ (2012, 87 Minuten). Nach dem Film gibt es ein Gespräch mit ihm. Kooperation: „!Nie wieder – Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“

Geweiht im KZ Dachau / Gottesdienst zum 70. Jahrestag der Priesterweihe von Karl Leisner

17.12.14 / 18:00  -   /    Pfarrkirche Heilig Kreuz, Sudetenlandstraße 62, Dachau-Ost

Am 17. Dezember 1944 weihte der im KZ Dachau inhaftierten Bischof Gabriel Piguet von Clermont in der Kapelle im Block 26 heimlich seinen Mithäftling Karl Leisner zum Priester. Seine erste Heilige Messe feierte der schwerkranke Neupriester am 26. Dezember 1944. Zu dieser Feier bereiteten ihm evangelische Mitbrüder im KZ ein Primizmahl. Nach der Befrei-ung starb Karl Leisner am 12. August 1945 an den Folgen der nicht mehr heilbaren Krank-heit. Im Gedenkgottesdienst wirken mit: Reinhard Kardinal Marx (Erzbischof von München und Freising), Hippolyte Simon (Erzbischof von Clermont) und Felix Genn (Bischof von Münster).

Heimat / Buchvorstellung zum Pogrom in Gunzenhausen 1934

27.11.14 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

Der Autor, geboren 1953, wächst im mittelfränkischen Gunzenhausen auf. Erst Jahrzehnte später stößt er auf ein furchtbares Kapitel der Stadtgeschichte: Am Palmsonntag 1934 fand hier eines der ersten Pogrome Nazi-Deutschlands statt. Die SA hetzte unter Beteiligung eines erheblichen Teils der evangelischen Bevölkerung gegen die jüdischen Bürger, zwei Männer kamen ums Leben. Und er erfährt, dass der amerikanische Autor J. D. Salinger, von Erleb¬nissen an der Front und bei der Befreiung von Häftlingen des KZ Dachau traumatisiert, nach dem Krieg im Ort stationiert war. Thomas Medicus zeichnet in seinem Buch aus Erinnerun¬gen, Gesprächen und Dokumenten das sehr persönliche Porträt seiner Familie, er rekonstruiert das Pogrom und Salingers Welt. Der Germanist und Politikwissenschaftler Dr. Thomas Medicus lebt als Publizist in Berlin und Dolgie/Polen.

76. Jahrestag der Pogromnacht / Gedenkgottesdienst mit Ausstellungseröffnung

09.11.14 / 11:00  -   /    Versöhnungskirche

Pfarrer Björn Mensing und Pater Klaus Spiegel OSB

Im Gedenkgottesdienst wird besonders an die jüdischen Männer erinnert, die im November 1938 nach der Pogromnacht ins KZ Dachau verschleppt wurden; die SS ermordete dort viele von ihnen. Im Rahmen der Gottesdienstes eröffnet die Münchner Malerin Gabriele Drexler ihre Ausstellung „Täter, Helden, Opfer“ (Ausstellungsankündigung s.u.).

Pfarrer Björn Mensing und Pater Klaus Spiegel OSB

76. Jahrestag der Pogromnacht / Gedenken mit Zeitzeugengespräch

06.11.14 / 19:00  -   /    Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6

In ganz Deutschland wurden am 9. November 1938 Synagogen zerstört und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn jüdische Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden aus der Stadt vertrieben. Nur wenige entkamen dem Holocaust. – In den Tagen nach der Pogromnacht verschleppten die Nazis etwa 11.000 jüdische Männer ins KZ Dachau. Unter ihnen war der 18-jährige Erwin Schild, der die Israelitische Lehrerbildungsanstalt in Würzburg besuchte. Im Zeitzeugengespräch wird er die Verfolgung seiner Familie in der NS-Zeit schildern, aber auch seine Flucht nach England 1939 und seinen Weg nach Kanada, wo er später Rabbiner wurde und heute lebt. Das Orchester des Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasiums übernimmt die musikalische Gestaltung der Gedenkveranstaltung. Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau

Gedenkstättenfahrt zur Wewelsburg

31.10.14  -  02.11.14   siehe Text

Ab 1933 plante Heinrich Himmler ein ideologisch-repräsentatives Zentrum für die SS in der Wewelsburg bei Paderborn einzurichten. Umgesetzt wurden die Ausbaupläne 1939-45 in Zwangsarbeit von etwa 3.900 Häftlingen eines eigens dazu errichteten Konzentrationslager. Die Fahrt umfasst auch Besuche der Gedenkstätten Breitenau und Trutzhain. Die Ausschreibung kann beim Dachauer Forum (Tel. 081 31/996 88-0; info@dachauer-forum.de) angefordert werden (Warteliste).

Gedenkort „SS-Schießplatz Hebertshausen“ / Rundgang

25.10.14 / 15:00  -   /    Schießplatz Hebertshausen, Freisinger Straße 124, Dachau

Auf dem Schießplatz Hebertshausen ermordete die Dachauer Lager-SS 1941/42 über 4000 sowjetische Kriegsgefangene, zumeist kommunistische Funktionäre und Juden. – Seit Mai 2014 erinnert der neugestaltete Gedenkort an das Verbrechen. Dr. Andrea Riedle, die als Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau die Neugestaltung intensiv begleitet hat, stellt beim Rundgang den Gedenkort und Biographien von einzelnen Opfern vor. Ökum. Kooperation mit dem Dachauer Forum

Gedenkgottesdienst für Michael Buchmann (verstorben 29.09.2014)

16.10.14 / 19:00  -   /    Karmel "Heilig Blut" Dachau

Die Angehörigen des Kommandanturstabs im KZ Sachsenhausen / Buchvorstellung

15.10.14 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

Dr. Andrea Riedle zeigt in ihrer Studie, nach welchen Kriterien die SS-Führung ihr KZ-Personal aussuchte, welche Rolle die Ausbildung für das Funktionieren des KZ-Systems spielte, und wie das Wissen der Männer für den Ausbau dieses Systems genutzt wurde. Sie analysiert Sozialstruktur und Karrierewege. Die Autorin stellt die Ergebnisse ihrer Doktor-arbeit vor und geht der Frage nach, ob diese auf das KZ Dachau übertragbar sind. Dr. Andrea Riedle, Historikerin, Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau, ökum. Kooperation mit dem Dachauer Forum

Der blinde Fleck / Filmgespräch zum Oktoberfest-Attentat 1980

08.10.14 / 19:30  -   /    Kino Cinema, Fraunhoferstraße 5, Dachau

Am 26. September 1980 explodiert auf dem Münchner Oktoberfest eine Bombe. 13 Men-schen sterben. Unter den Toten ist der 21-jährige Gundolf Köhler. Die Behörden legen sich schnell auf ihn als Täter fest, der allein und ohne politische Motive gehandelt habe. Das neue Doku-Drama „Der blinde Fleck“ (92 Minuten) erzählt, wie der junge BR-Journalist Ulrich Chaussy auf rechtsradikale Hintergründe und ungeklärte Todesfälle stößt. – Im Nachgespräch mit Ulrich Chaussy geht es auch um Zusammenhänge zwischen dem Oktoberfest-Attentat und den NSU-Morden, bei denen die Behörden zunächst den rechtsradikalen Hintergrund bestritten und bis heute behaupten, dass das „NSU-Trio“ ohne weitere Unterstützer mordete. Kooperation: CINEMA (Kartenreservierungen unter Tel. 081 31/266 99)

Stolpersteine – Spuren in Dachau / Stadtrundgang

26.09.14 / 16:30 - 18:00   Treffpunkt: Rathaus, Konrad-Adenauer-Straße 2-6

2005 verlegte der Bildhauer Gunter Demnig in Dachau sechs „Stolpersteine“ zum Gedenken an die Dachauer, die im Holocaust ermordet wurden. Seit Mai 2014 erinnern vier Stolper-stei¬ne an weitere NS-Mordopfer: Thomas Bleisteiner († 1940, KZ Mauthausen), Anton Felber († 1939, KZ Flossenbürg), Johann Pflügler († 1945, Dachauer Aufstand) und Albert Vetter¬mann († 1942, „Euthanasie“-Anstalt Bernburg/Saale). Die Biographien der verfolgten Dachauer Bürger werden beim Rundgang erzählt. Brigitte Fiedler, ökum. Kooperation mit dem Dachauer Forum

Als Agentin gegen die Nazis / Gedenken zum 70. Todestag von Noor Inayat Khan

13.09.14 / 15:00  -   /    Versöhnungskirche

Im Zweiten Weltkrieg operierten 39 Frauen aus Großbritannien als Agentinnen im besetzten Frankreich. Sie wurden entdeckt, 13 von ihnen in deutschen Konzentrationslagern ermordet, vier in Dachau, unter ihnen die 30-jährige Noor Inayat Khan. Beim Gedenken wird an die aus einer indisch-muslimischen Familie stammende Prinzessin Noor mit einem Lebensbild, mit Fotos, Musik und Gedichten erinnert. Förderverein für internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau

München – Tel Aviv – München / Zeitzeugengespräch

28.07.14 / 19:30  -   /    Innenhof der Versöhnungskirche

Ruth Meros wurde 1922 in München als Tochter des Kaufmannsehepaars Emil und Alice Goldschmidt geboren. Nach dem Besuch der jüdischen Volksschule wechselte Ruth 1933 auf eine höhere Mädchenschule. Dort litt sie sehr unter dem Antisemitismus von Mitschülerinnen und Lehrerinnen. Beim Novemberpogrom 1938 erlebte sie mit, wie ihr Vater verhaftet wurde und die alte Ohel-Jakob-Synagoge brannte. Nach der Rückkehr des Vaters aus dem KZ Dachau floh die Familie 1939 über die Schweiz nach Palästina. Ruth arbeitete in unterschiedlichen Berufen, gründete in Tel Aviv eine Familie und kehrte 1963 nach München zurück, wo sie bis heute lebt. Musikalische Gestaltung: Chor des Münchner Mädchengymnasiums Max-Josef-Stift, Kooperation: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte; bei schlechtem Wetter in der Kirche

„erinnern – begegnen – verstehen – Zukunft gestalten“ / 32. Internationale Jugendbegegnung in Dachau

26.07.14  -  08.08.14   siehe Text

Junge Menschen aus mehreren Nationen treffen sich für 14 Tage in Dachau. Sie beschäftigen sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur und fragen nach Bezügen zur Gegenwart. Eingeladen sind alle Interessierten ins Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstraße 15, am 27.7., 9.15 Uhr, zum ökumenischen Gottesdienst, am 2.8., 18.30 Uhr, zum Fest der Begegnung, am 3.8., 15 Uhr, zum Zeitzeugencafé und am 6.8., 20 Uhr, zur Workshop-Präsentation. www.jugendbegegnung-dachau.de

Zwischen Kriegstheologie und Ernüchterung / Vortrag

15.07.14 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

Über alle theologischen Richtungen hinweg stimmten die evangelischen Pfarrer und die Kirchenpresse vor 100 Jahren nahezu geschlossen in die nationale Emphase beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein. Noch 1917/18 setzten viele Pfarrer auf einen deutschen „Siegfrieden“. In der Bevölkerung war da die anfängliche Begeisterung einer angestrengten Kriegsduldung gewichen und mitunter in Kriegsverweigerung umgeschlagen. Nur wenige Theologen teilten diese Ernüchterung. Dr. Björn Mensing, Theologe und Historiker

Zerreißproben / Lesung mit Ruth Klüger

25.06.14 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

Ruth Klüger, geboren 1931 in einer jüdischen Familie in Wien, erlebte als Kind Diskriminierung, Verfolgung und KZ-Haft in Theresienstadt, Auschwitz und Christianstadt. Nach der Befreiung ging sie in die USA und wurde Literaturwissenschaftlerin. Heute lebt sie in Irvine/Kalifornien. Gedichte waren es, so Ruth Klüger, die ihr geholfen haben, den Holocaust zu überleben. Doch nicht nur Gedichte anderer gaben ihr Halt, sondern auch die eigenen, die sie als Mädchen in Auschwitz und danach bis in die Gegenwart hinein verfasste. Im Band „Zerreißproben“ (2013) sind nun erstmals 34 von Professorin Dr. Ruth Klüger selbst kommentierte Gedichte veröffentlicht.

Neue Stolpersteine für Dachauer NS-Verfolgte / Gedenkveranstaltung

21.05.14 / 19:00  -   /    Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

2005 verlegte der Bildhauer Gunter Demnig in Dachau sechs „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die Dachauer, die im Holocaust ermordet wurden. Nun werden am 22. Mai ab 9 Uhr vier neue „Stolpersteine“ verlegt, die an weitere NS-Opfer aus Dachau erinnern: Thomas Bleisteiner (ermordet 1940 im KZ Mauthausen), Anton Felber (ermordet 1939 im KZ Flossenbürg), Johann Pflügler (ermordet 1945 beim Dachauer Aufstand) und Albert Vettermann (ermordet 1942 in der „Euthanasie“-Anstalt Bernburg/Saale). Am Vorabend stellen Sabine Gerhardus (Projektleiterin „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ und „Geschichtswerkstatt im Landkreis Dachau“) und Susanne Görres (Abiturientin) die bisher weitgehend vergessenen Biographien der Menschen vor, die mit den neuen Stolpersteinen geehrt werden. Zudem sprechen der Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann und Professor Dr. Peter Gstettner von der Stolperstein-Initiative in Dachaus Partnerstadt Klagenfurt. Zum Abschluss berichtet Gunter Demnig über Entstehung und Entwicklung seines Projektes: Seit 1995 verlegte er an etwa 1.000 Orten in 18 Ländern mehr als 45.000 Stolpersteine und schuf damit das weltweit größte dezentrale Mahnmal. Der Künstler erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Veranstalter: Arbeitskreis Stolpersteine Dachau (Amt für Kultur, Tourismus und Zeitgeschichte der Stadt Dachau, Dachauer Forum, Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau und der Zeitgeschichtsreferent des Stadtrates, Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Heinritz)

Von der Flüchtlingsgemeinde zur Gnadenkirche / Zeitzeugengespräch

10.05.14 / 16:00  -   /    Gemeindesaal der Gnadenkirche, Anton-Günther-Straße 1, Dachau-Ost

Teile des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau wurden 1948 zu einer Wohnsiedlung für deutsche Flüchtlinge und Vertriebene umgebaut. Es entstand auch eine evangelische Lagergemeinde mit eigener Kirche. Nach und nach zogen die Bewohner in den neuen Stadtteil Dachau-Ost, in dem 1964 die Gnadenkirche eingeweiht wurde. Im Gespräch berichten Zeitzeugen über das Leben im Flüchtlingslager und die Anfänge der Gnadenkirche. Am 11.5. um 14.30 Uhr findet in der Gnadenkirche ein Festgottesdienst zum 50. Jahrestag der Einweihung statt. Am 27.6. um 18 Uhr beginnt an der Gnadenkirche ein ökumenischer Stationenweg, der über die katholische Heilig-Kreuz-Kirche zum Karmel Heilig Blut führt, die beide auch 1964 geweiht worden sind.

München liest – aus verbrannten Büchern

10.05.14 / 10:00 - 18:00   Königsplatz (vor der Antikensammlung), München

Am 81. Jahrestag brennt der Künstler Wolfram P. Kastner am Ort der Münchner Bücherverbrennung der Nationalsozialisten von 1933 eine Brandspur in den Rasen (10 Uhr) – damit kein Gras über die Erinnerung an den Beginn der Brandstiftung wächst, die im Brand der Synagogen, Städte und Menschen endete. Anschließend lesen Bürger/innen Texte von Schriftstellern, deren Bücher 1933 verbrannt wurden. Institut für Kunst und Forschung, München

Gedenken zum 69. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau

04.05.14 / 09:30  -   /    siehe Text

10.45 Uhr Befreiungsfeier, Beginn beim ehemaligen Krematorium 12.30 Uhr Gedenkstunde am „Schießplatz Hebertshausen“ anschließend „Tag der Begegnung“ im Jugendgästehaus, Roßwachtstraße 15, Dachau

Gedenken an die Opfer des Todesmarsches

03.05.14 / 18:00  -   /    Theodor-Heuss-Straße / Ecke Sudentenlandstraße, Dachau

Zu Tausenden wurden noch in den letzten Tagen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau Häftlinge auf den Todesmarsch geschickt. An sie erinnert das von Hubertus von Pilgrim gestaltete Mahnmal. Bei der Gedenkfeier dort sprechen Abba Naor (Überlebender des Todesmarsches), Lynn Williams (ASF-Freiwillige aus den USA), Dr. Norbert Reck (katholischer Theologe und Publizist) und Florian Hartmann (Oberbürgermeister von Dachau). Musikalisch begleitet Familie Huber-Ewald die Gedenkveranstaltung. Trägerkreis Todesmarschmahnmal Dachau

Ungarn und der Nationalsozialismus / Vortrag

03.04.14 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

Am 19. März 1944 besetzte die deutsche Wehrmacht Ungarn. In der Folgezeit wurden mehr als 500.000 jüdische Bürgerinnen und Bürger Ungarns im Holocaust ermordet. Zum 70. Jahrestag gibt der Historiker Dr. Tamás Kanyo-Fischer einen Überblick über Ungarn in der Zeit des Nationalsozialismus und über den Völkermord an den ungarischen Juden. Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau. – Zum Schicksal der ungarischen Häftlinge im KZ Dachau findet am 11.4.2014 um 16 Uhr ein Kreuzweg und am 14.6.2014 um 14 Uhr eine Themenführung in der KZ-Gedenkstätte statt.

Namen statt Nummern / Vorstellung neuer Biographien für das Dachauer Gedächtnisbuch

22.03.14 / 16:00  -   /    Klosterkirche Karmel „Heilig Blut“ Dachau

Am 81. Jahrestag der Errichtung des Konzentrationslagers Dachau werden zwölf neue Gedächtnisblätter vorgestellt: Schüler/innen von Gymnasien in Dachau, Freising und Bamberg präsentieren ihre Lebensbilder, Jugendliche aus Amsterdam berichten über Jan van Kuik, der als Ehrengast kommt. Mitglieder der Geschichtswerkstatt im Landkreis Dachau porträtieren Franz Klein (Dachau). Das Freisinger Gymnasium übernimmt die musikalische Gestaltung. Trägerkreis „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ – anschließend (etwa 18 Uhr) ist eine Kurzeinführung in die Ausstellung „Das Lager und der Landkreis Dachau“ in der Versöhnungskirche.

Angriff von Rechtsaußen – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen / Lesung

19.03.14 / 19:30  -   /    DGB-Haus, Schwanthalerstraße 64, München

Im Fußball sehen Neonazis ein Feld, in dem sie ihre Ideologie verbreiten und neue Anhänger gewinnen können. Der Sportjournalist Ronny Blaschke befasst sich seit Jahren mit dem rechtsextremen Treiben und liefert in seinem Buch eindringliche Beispiele: In Leipzig unterwandern Neonazis die Fanszene, in Lüdenscheid fungiert ein NPD-Funktionär als Schiedsrichter, in Wetzlar als Jugendtrainer. Ronny Blaschke, Berlin; Kooperation: DGB-Jugend München, Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“

Gedenken an die Opfer des NS-Genozids an den Sinti und Roma / Fernsehgottesdienst

16.03.14 / 10:00  -   /    Versöhnungskirche

Am 1. März 1939 erschienen die Ausführungsbestimmungen zum Erlass „Zur Bekämpfung der Zigeunerplage“. In der Folge wurden die Sinti und Roma verstärkt erkennungsdienstlich erfasst und in „Zigeunerlager“ eingewiesen. Nach der ersten großen Verhaftungsaktion im österreichischen Burgenland wurden im Juni 1939 auch 553 Sinti und Roma ins KZ Dachau verschleppt, wo sie unter mörderischen Bedingungen schuften mussten. Wir greifen den 75. Jahrestag auf. Petra Rosenberg, Schwester der bekannten Sängerin Marianne Rosenberg, liest aus den Erinnerungen ihres Vaters an seine KZ-Haft. Es geht aber auch um aktuelle Diskriminierungen von Sinti und Roma. Maria Stancu (19), deren Roma-Familie aus Rumänien stammte, stellt ein Theaterprojekt für Sinti- und Roma-Kinder in München vor. Die musikalische Gestaltung übernehmen die Sinti-Musiker Lulo Reinhardt (Gitarre) und Django Reinhardt (Gesang), die Predigt hält Pfarrer Dr. Björn Mensing. Der Gottesdienst ist öffentlich und wird live vom Bayerischen Fernsehen übertragen; alle Gäste nehmen bitte bis 9.50 Uhr ihre Plätze in der Versöhnungskirche ein.

Newo Ziro / Filmgespräch über die Situation der Sinti und Roma in Deutschland

15.03.14 / 20:00  -   /    Kino Cinema, Fraunhoferstraße 5, Dachau

Eintritt 7,50 €

Der Kinofilm „Newo Ziro – Neue Zeit“ (2012, 84 Minuten) porträtiert Sinti-Familien, die sich zu einem jährlichen Musikfest bei Koblenz treffen. Die Älteren erinnern sich noch schmerzlich an ihre NS-Verfolgung. Die Jüngeren suchen nach ihrem Weg zwischen der überlieferten Sinti-Kultur und dem modernen Leben der deutschen Mehrheitsbevölkerung, die ihnen oft mit Vorurteilen begegnet. Nach der Filmvorführung sprechen Lulo Reinhardt (Gitarrist, einer der Film-Protagonisten), Petra Rosenberg (Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg) und Alfred Ullrich (Künstler im Landkreis Dachau) über ihre Erfahrungen und Projekte. Kooperation: CINEMA (Kartenreservierungen unter Tel. 081 31/266 99)

Eintritt 7,50 €

Das Lager und der Landkreis Dachau / Ausstellungseröffnung

10.03.14 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

Bisher sprach kaum jemand von den Menschen, die aus der nächsten Umgebung ins Lager eingeliefert wurden, wie Franz Klein, KPD-Mitglied, der 1933 ins KZ Dachau kam. Wer waren diese Menschen, was bedeutete die Verfolgung für ihre Familien? In der Ausstellung und auf neuen Gedächtnisblättern stehen sie im Mittelpunkt. Einige der Biographien werden an dem Abend ausführlicher vorgestellt. Trägerkreis „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ und Geschichtswerkstatt im Landkreis Dachau

„Es war die Hölle“ / Gespräch über die bitteren Erfahrungen von Angehörigen der NSU-Opfer

06.02.14 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

In der Berichterstattung über den NSU-Prozess stehen meist die Angeklagten im Zentrum. Wenig wird über die Familien der Opfer gesprochen. Es sind Menschen, die sich in Deutschland wohlgefühlt hatten. Nach dem gewaltsamen Tod ihres Angehörigen waren sie mit dem Verdacht konfrontiert, dieser oder sie selbst seien in eine kriminelle Szene verwickelt. Der Prozess bedeutet für die Opferfamilien mehr, als Schuld oder Unschuld der Angeklagten festzustellen. Sie wollen wissen, warum die Mordserie so spät aufgedeckt und gestoppt wurde. Yavuz Narin, der die Angehörigen von Theodoros Boulgarides als Anwalt der Nebenklage vertritt, spricht über die Bedeutung des Prozesses für die Familien, aber auch über das Versagen der Behörden. Über das rechtsextreme Umfeld des NSU informiert Marcus Buschmüller vom a.i.d.a.-Archiv München. Kooperation: Lagergemeinschaft Dachau – aktuelle Informationen zum NSU-Prozess: www.nsu-watch.info

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus / Zeitzeugengespräch

27.01.14 / 19:00  -   /    Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Str. 23, Dachau

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Deutschland seit 1996 als „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. In Dachau ist dazu ein Zeitzeugengespräch mit Dr. Wolf Prensky geplant. Wolf Prensky, geboren 1929 in Königsberg (Ostpreußen), wuchs in Kaunas (Litauen) auf, wohin seine jüdische Familie 1936 wegen der Verfolgung in Deutschland geflohen war. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 wurde Wolfs ältere Schwester im Ghetto von Kaunas ermordet. Wolf wurde 1944 zusammen mit seiner Mutter und der jüngeren Schwester ins KZ Stutthof verschleppt und im Juli 1944 zusammen mit einem Onkel ins Dachauer Außenlager Kaufering I. Im März 1945 wurde er dort durch den Schlag eines Wachmannes schwer verletzt. Auf dem Todesmarsch wurde er Anfang Mai 1945 bei Bad Tölz befreit. Nach dem Krieg emigriert Wolf Prensky in die USA, wo er studierte und später an der Tufts University School of Medicine in Boston lehrte. Veranstalter: Trägerkreis Holocaust-Gedenktag in Dachau

„Nie wieder“ / Erinnerungstag im deutschen Fußball

24.01.14  -  26.01.14   siehe Text

Der Anstoß zur „Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ging 2004 von der Versöhnungskirche aus. In enger Kooperation mit Faninitiativen, dem DFB und der DFL sind auch für 2014 anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 18. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant. Im Vorfeld des 10. Erinnerungstages findet in Frankfurt/Main vom 10. bis 12. Januar ein Seminar statt, das sich in Workshops auch mit Rechtsextremismus und Rassismus in der Fußballfanszene beschäftigt. Nähere Informationen unter http://www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php

Zurück ins Leben - Vortrag über Greta Fischers Einsatz für junge Shoah-Überlebende

16.01.14 / 19:30  -   /    Versöhnungskirche

Greta Fischer wurde am 19. Januar 1910 in Mähren (heute Tschechien) geboren und wuchs in einer jüdischen Familie auf. Zu ihrem 104. „Geburtstag“ stellt Anna Andlauer die Biographie der Pädagogin und Sozialarbeiterin vor. Der Schwerpunkt liegt auf Greta Fischers Wirken als Betreuerin von Kindern und Jugendlichen, die den Holocaust überlebt hatten, im internationalen Kinderzentrum Kloster Indersdorf von 1945 bis 1948. Im Kloster Indersdorf fanden nach Ende des Zweiten Weltkriegs jugendliche KZ-Überlebende, junge ehemalige Zwangsarbeiter und Kleinkinder eine erste beschützende Umgebung. Was benötigten diese jungen traumatisierten Menschen, um in ein normales Leben zurückfinden zu können? Eine der Sozialarbeiterinnen im Kloster Indersdorf war Greta Fischer (1910 - 1988). Sie hinterließ sensible Berichte über die Erfahrungen ihres UN-Teams bei der Betreuung dieser Überlebenden und einzigartige historische Fotos, die vom Leben und Wirken im Kloster Indersdorf der Nachkriegszeit zeugen. Die Lehrerin Anna Andlauer, die zu vielen der damaligen Kinder und Jugendlichen Kontakt aufgenommen und 2011 in ihrem Buch "Zurück ins Leben" die Geschichte des internationalen Kinderzentrums dokumentiert hat, lässt Greta Fischers Einsatz für junge Shoah-Überlebende im Landkreis Dachau an diesem Abend wieder lebendig werden. Zu der vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration geförderten Veranstaltung laden die Evangelische Versöhnungskirche und die Katholische Seeelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau in Kooperation mit dem Institutum Bohemicum (Kultur- und Bildungswerk der Ackermann-Gemeinde) ein.