Erinnerungstag im deutschen Fußball

Projekt Erinnerungstag im deutschen Fußball

Gedenken, um nicht zu vergessen.

Von Riccardo Pacifici, Sprecher der jüdischen Gemeinde in Rom, wurde zum Holocaustgedenktag am 27.1.2004 eine Initiative in der italienischen Fußball-Liga angeregt, bei der unter dem Motto "Tag des Erinnerns, um nicht zu vergessen" durch die aktiven Fußballspieler der Serie A und B gegen Rassismus und Antisemitismus demonstriert wurde.

Diese Idee wurde am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in einem Gottesdienst der Evangelischen Versöhnungskirche aufgenommen. Die Gottesdienstbesucher baten in einem Brief die Verantwortlichen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und des Deutsche Fußballbunds (DFB) diese Initiative auch im deutschen Fußball aufzunehmen. Seit dem Holocaustgedenktag 2005 veröffentlichten die DFL und der DFB die von der Versöhnungskirche, Macabie München und Löwenfans gegen Rechts vorgeschlagenen Texte als offizielle Erklärung, mit der Bitte, sie zu den entsprechenden Spieltagen zu veröffentlichen. Sehr viele Bundesligavereine kamen dieser Bitte nach.

Projekt Erinnerungstag im deutschen Fußball

Website !Nie Wieder

!Nie wieder - Erinnerungstag im deutschen Fußball / Konzept

Text für Stadiondurchsage um den Spieltag des 27. Januar 2016 zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus der Bundesliga und 2. Bundesliga

Text für Stadionzeitung um den Spieltag des 27. Januar 2016 zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus der Bundesliga und 2. Bundesliga

Interview zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Biografie Hugo Reis - ein Leben für den Fußball

Biografie Franz Hippler – Mitglied von Borussia Dortmund

Führung durch die KZ-Gedenkstätte Dachau mit dem Schwerpunkt "Fußball"

Immer öfter verbinden Fans ein Fußballspiel ihres Clubs in München mit einem Besuch und einem kostenlos geführten Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Dachau. Sie setzen damit ein wichtiges Signal, dass rassistisches und antisemitisches Verhalten keinen Platz auf unseren Fußballplätzen und im Stadion haben. Dass es das gibt und die Diffamierungen von Menschen anderer Herkunft leider mit zum Fußballalltag gehört, wissen alle, die sich mit dieser Szene beschäftigen.

Schon 1933 forderten die Nationalsozialisten alle Vereine auf, ihre jüdischen und kommunistischen Spieler, Mitglieder und Vorstände aus den Vereinen auszuschließen. Auch heute nutzen Nazis immer wieder das Fußballstadion, um meist junge Fans anzusprechen und für sich zu gewinnen. Daher bieten wir mit unserem Angebot von geführten Rundgängen in der KZ-Gedenkstätte Dachau eine Möglichkeit an, sich in besonderer Weise über den Fußball mit diesem bis heute aktuellen Thema zu beschäftigen.

Interessierte wenden sich bitte direkt an:
Klaus Schultz von der Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau Telefon 08131-351514 kl.schultz@t-online.de
oder Fanprojekt München fanprojektmuenchen@awo-muenchen.de

Flyer

Erstmalig verlieh der DFB im Herbst 2005 den Julius Hirsch Preis. Der Preis erinnert an den Fußballnationalspieler Julius Hirsch, der in das KZ-Auschwitz verschleppt und dort ermordet wurde. Diakon E. Schulz, Mitglied des Kuratoriums der Versöhnungskirche, wurde in die Jury berufen.

Mit der Stiftung dieses Preises, der jährlich verliehen wird, nahm der DFB einen Vorschlag der Evangelischen Versöhnungskirche auf, nochmals in besonderer Weise ein sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Rassismus zu setzen.

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Download des Films

Ausschreibung des Julius Hirsch Preises

Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball

Ausstellung – kostenloser Verleih

Die Ausstellung des Centrum Judaicum in Berlin wurde dort konzipiert und erstmals zur der Fußballweltmeisterschaft 2006 gezeigt. Über die Versöhnungskirche kann diese Ausstellung kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Die Ausstellung thematisiert die Bedeutung von Juden im deutschen Fußball. Jüdische Fußballer, Trainer, Journalisten und Funktionäre haben den Fußball in Deutschland populär gemacht. Sie waren Pioniere des deutschen Fußballs. Sie wurden umjubelt, verehrt und respektiert, galten als Vorbilder im Sinne des sportlichen Gedankens des Fairplay. Ihre revolutionären Visionen und Methoden setzten Maßstäbe, die den deutschen Fußball lange prägten.

1933 wurden ihre erfolgreichen Karrieren dann schlagartig beendet. Die Nationalsozialisten veranlassten, dass jüdische Sportler, Trainer und Funktionäre aus den Vereinen ausgegrenzt und ausgeschlossen wurden. So spiegelt die Ausstellung das Schicksal der jüdischen Fußballer wieder. Sie zeigt das Bemühen deutscher Juden um Integration, aber auch ihre Ausgrenzung und Ermordung in der NS-Zeit. Deutlich wird die exemplarische Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen und wie diese Mechanismen im Nationalsozialismus funktionierten. Die Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden“ will dieses Kapitel deutscher Fußballgeschichte wieder in Erinnerung rufen, setzt sich aber auch im Schlussteil mit den heutigen Entwicklungen im Fußball auseinander.

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