Ausstellungen der Versöhnungskirche

Ausstellungen

Herbst- und Winterprogramm 2018/2019

Alle Ausstellungen finden soweit nicht anders angegeben im Gesprächsraum der Versöhnungskirche statt:
Montag bis Samstag 10-16 Uhr, Sonntag 12-13 Uhr

Namen statt Nummern - Niederländische politische Häftlinge im KZ Dachau

27.04.18 - 28.02.19 (KZ-Gedenkstätte Dachau, Sonderausstellungsraum)

Im KZ Dachau waren von 1941 bis 1945 mehr als zweitausend Gefangene aus den Niederlanden inhaftiert. Bei ihrer Ankunft erhielten sie eine Nummer. Ihr Name spielte ab diesem Zeitpunkt keine Rolle mehr. Die Ausstellung zeigt durch persönliche Geschichten und authentische Objekte, welche Überlebensstrategien die Häftlinge entwickelten: Jaap van Mesdag machte Musik, Pim Reintjes schnitzte ein Schachbrett in den Deckel einer Holzkiste, Frits van Hall fertigte kleine Reliefs, Lies Buenick-Hendrickse stellte Schmuck aus entwendeten Materialien her und Willemijn Petroff-van Gurp ein Lieder- und Psalmenbuch aus Altpapier. Niederländische Jugendliche recherchierten in den letzten Jahren zahlreiche Lebensgeschichten. Sie besuchten Archive und interviewten ehemalige Häftlinge. In Kurzfilmen erzählen die Jugendlichen, was ihnen diese Begegnungen bedeuten. „Dank dieses Projekts haben wir eine Freundin hinzugewonnen! ... Sie bringt uns dazu darüber nachzudenken, worum es im Leben eigentlich geht“, sagt Jop Bruin über Willemijn Petroff-van Gurp. Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet ein interaktives Denkmal für alle niederländischen Dachau-Häftlinge. Auf diese Weise werden aus Nummern wieder Namen. Die Ausstellung wurde vom Widerstandsmuseum Amsterdam erarbeitet. Für Dachau sind die Texte ins Deutsche übersetzt worden.

Sonderausstellungsraum der KZ-Gedenkstätte: täglich, 9-17 Uhr

Rückkehr ins Leben – Der Leidensweg prominenter KZ-Häftlinge

25.09.18 - 24.10.18 (Gesprächsraum der Versöhnungskirche)

Mehr als 100 prominente Häftlinge, darunter die Familien der Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944, verschleppte die SS in den letzten Kriegswochen Richtung Alpen. Der Leidensweg führte im April 1945 auch durch das KZ Dachau. Ein Großteil von ihnen wurde in Niederdorf bzw. am Pragser Wildsee in Südtirol befreit. Die Ausstellung basiert auf den umfassenden Forschungen von Hans-Günter Richardi. Am Dienstag, 25. September 2018, 19.30 Uhr wird die Ausstellung mit einem Vortrag eröffnet.

Kooperation: Zeitgeschichtsarchiv Pragser Wildsee, Gemeinde Niederdorf, Stiftung 20. Juli 1944

Ein unmissverständliches Nein – Vor 80 Jahren verweigert Hermann Stöhr den Kriegsdienst

26.10.18 - 13.02.19 (Gesprächsraum der Versöhnungskirche)

Hermann Stöhr wird vor 120 Jahren in Stettin geboren. Mit 17 meldet er sich freiwillig zur Kriegsmarine. 1918 kommt er völlig verändert aus dem Krieg nach Hause. Er organisiert Fahrten von deutschen und französischen Studenten. Hermann Stöhr setzt sich auch für eine Versöhnung mit Polen ein. Als Reaktion darauf verliert er 1931 seine Arbeit in einer kirchlichen Einrichtung. Im April 1933 erlebt er in Stettin die Hatz auf die jüdische Gemeinde. Er entschuldigt sich beim Rabbiner für seine Landsleute und ruft seine Kirchenleitung zum Eintreten für die Verfolgten auf. Anfang März 1939 wird er zu einer Reserveübung einberufen. Er antwortet: “Den Dienst mit der Waffe muss ich aus Gewissensgründen ablehnen. Mir wie meinem Volk sagt Christus: `Wer das Schwert nimmt, soll durchs Schwert umkommen.´ ... Was meinem Volk gefährlich und verderblich ist, daran vermag ich mich nicht zu beteiligen”. Am 31. August 1939 wird er verhaftet, im März 1940 zum Tode verurteilt und am 21. Juni 1940 in Berlin-Plötzensee enthauptet. Hermann Stöhr gehört zu den ganz wenigen Protestanten, die den Kriegsdienst in der NS-Zeit verweigern. Seine Kirchenleitung kann diese Gewissensentscheidung nicht nachvollziehen. Im Gottesdienst am 10. Februar wird 80 Jahre nach der Kriegsdienstverweigerung an Hermann Stöhr erinnert.

Kooperation: Friedensbibliothek-Antikriegsmuseum der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Die Würde des Menschen ist unantastbar

17.02.19 - 28.04.19 (Gesprächsraum der Versöhnungskirche)

Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verabschiedet. 70 Jahre danach zeigen wir Werke der Augsburger Künstlerin Annedore Dorn zu Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Die Ausstellung wird am 17. Februar mit einem thematischen Gottesdienst um 11 Uhr eröffnet. Es besteht im Anschluss die Möglichkeit zum Austausch mit der Künstlerin.