Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Frühjahrs- und Sommerprogramm 2019

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Namen statt Nummern / Vorstellung neuer Biographien für das Dachauer Gedächtnisbuch

22.03.19 / 19:30   Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstr. 91

Am 86. Jahrestag der Errichtung des Konzentrationslagers Dachau werden neue Biographien vorgestellt und in das „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ aufgenommen. Ehrenamtliche Projektteilnehmende porträtieren Widerstandskämpfer aus Italien, Frankreich und Österreich - Riccardo Goruppi, Roger Valroff und Josef Moser - sowie kriegsgefangene Offiziere der Niederländischen und der Französischen Armee: Jacobus de Vries und Charles Delestraint. Jugendliche und erwachsene Projektmitarbeitende präsentieren weitere Lebensbilder. Als Ehrengast spricht Riccardo Goruppi ein Grußwort. Roland Prantl aus Vierkirchen übernimmt die musikalische Gestaltung.

Giesing damals und heute / Stadtrundgang

24.03.19 / 14:00   Treffpunkt: Walchenseeplatz / Ecke Valeppstraße, München

Wo heute nur Wohnhäuser zu sehen sind, befand sich Anfang der 1940er Jahre ein Barackenlager für Zwangsarbeiter. Nur Bilder aus der damaligen Zeit lassen erkennen, was sich dort abspielte. Bei dem Rundgang werden auch die Schicksale von Giesinger Widerstandskämpfern geschildert und von jüdischen Münchnern. Einer von ihnen war Julius Gerstle, ehemaliger Leichtathlet und Mitglied des TSV 1860 München. Der Rundgang endet am ehemaligen Kaufhaus der jüdischen Familie Feuchtwanger. In der Nacht 9./10. November 1938 verwüsteten die Nazis das Geschäft und verschleppten die Brüder Max und Sigmund Feuchtwanger ins KZ Dachau.

Anmeldung: exner-fanprojekt@awo-muenchen.de; Fanprojekt München in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum München und „!Nie wieder“

Georg Scherer – ein Dachauer Leben / Ausstellungseröffnung

28.03.19 / 19:00   ASV, Gröbenrieder Straße 21, Dachau

Arbeiter, Sportler, Widerstandskämpfer, Häftling im KZ Dachau, Bürgermeister, KPD-Stadtrat und Unternehmer: Georg Scherers Leben (1906-1985) war geprägt von Armut und Unterdrückung, aber auch von Gerechtigkeitsgefühl und Unternehmergeist.

ASV Dachau, Geschichtswerkstatt und Gedächtnisbuch Dachau

Allein gegen Hitler / Szenische Lesung mit Musik am 74. Todestag von Georg Elser

09.04.19 / 19:00   Kinosaal der KZ-Gedenkstätte Dachau

Vor 80 Jahren versucht Georg Elser mit einem Attentat auf Hitler weiteres Unheil von der Menschheit abzuwenden. Hitler überlebt und Elser wird verhaftet. Das Protokoll seines Verhörs ist ein einzigartiges Zeugnis über den Schreiner aus Königsbronn. In der Lesung kommt Georg Elser quasi selber zu Wort, auch wenn es sich beim Verhörprotokoll nicht um eine exakte wörtliche Aufzeichnung seiner Aussagen handelt. Anhand des Protokolls wird sein Leben von der Kindheit über den Beruf bis zu jener kritischen Zeit dargestellt, in der er den Anschlag im Münchner Bürgerbräukeller vorbereitet und am 8. November 1939 ausführt. Sehr präzise, mit Beispielen aus dem Alltag der Menschen, begründet er seine Motive. Er sieht die Abschaffung der Bürgerrechte und den drohenden Weltkrieg. In einer Zeit, in der sich Millionen von der Propaganda steuern lassen oder denken, man könne nichts dagegen tun, handelt der 36jährige Handwerker. Die szenische Lesung wurde von der Georg-Elser-Gedenkstätte Königsbronn zum 80. Jahrestag des Attentats mit bewegenden Liedern aus dem Widerstand und ausdrucksstarken Eigenkompositionen der Gruppe „freywolf“ zu Georg Elser konzipiert. In Dachau, wo Georg Elser ab Anfang 1945 im KZ in Isolationshaft eingesperrt war und am 9. April 1945 von der SS ermordet wurde, wird die Lesung an seinem 74. Todestag aufgeführt.

Trägerkreis Dachauer Georg-Elser-Gedenken

„Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ / Vortrag über die Passion Jesu im Matthäusevangelium

12.04.19 / 17:00   Pfarrsaal Heilig Kreuz, Sudetenlandstraße 67, Dachau

Manche Sätze aus den Evangelien haben eine schreckliche Wirkungsgeschichte entfaltet. Dazu gehören Aussagen aus der Passionserzählung des Matthäusevangeliums. Waren „die Juden“ schuld am Tod Jesu? Über Jahrhunderte wurden sie als Christusmörder angeklagt und verfolgt. Solche wüsten Anschuldigungen tun mit den jüdischen Glaubensgeschwistern auch dem Bibeltext selbst unrecht. Der Abend mit Theologieprofessor Dr. Hans-Georg Gradl von der Universität Trier will Wege ins Matthäusevangelium eröffnen. Der Blick auf die Entstehungszeit soll dazu beitragen, die Darstellung und Botschaft der Passionserzählung zu begreifen.

Kooperation: Dachauer Forum, Evang. Podium Dachau, Kath. Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau, Evang-Luth. Gnadenkirche Dachau, Universität Trier

75. Todestag von Friedrich von Praun / Gedenkgottesdienst

19.04.19 / 15:00   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Der Kirchenjurist Friedrich von Praun war Mitglied der Bekennenden Kirche und entschiedener Gegner der NS-Herrschaft. Er wurde 1943 wegen systemkritischer Äußerungen von der Gestapo verhaftet und am 19. April 1944 tot in seiner Zelle im Nürnberger Gefängnis aufgefunden. Der im Juli 1888 in Hersbruck geborene von Praun war als Jurist von 1930 bis zu seinem Tod Vorstand der evangelisch-lutherischen Landeskirchenstelle in Ansbach.

Der Gedenkgottesdienst wird musikalisch gestaltet vom Männerchor Arte Choralis Michaelis unter der Leitung von Franz Wich.

Gedenken an die Opfer des Todesmarsches

04.05.19 / 18:00   Theodor-Heuss-Straße / Ecke Sudetenlandstraße, Dachau

Zu Tausenden wurden noch in den letzten Tagen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau Häftlinge auf den Todesmarsch geschickt. Bei der musikalisch begleiteten Gedenkfeier am Todesmarschmahnmal sprechen Abba Naor (Überlebender des Todesmarsches), Prof. Dr. Michael von Cranach (Mitinitiator des Gedenkbuches für die Münchner „Euthanasie“-Opfer) und Florian Hartmann (Dachauer Oberbürgermeister).

Trägerkreis Dachauer Todesmarschmahnmal

Gedenken zum 74. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau

05.05.19   

9.30-10.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst im Karmel und russisch-orthodoxer Gottesdienst in der Auferstehungskapelle // 9.45-10.30 Uhr Jüdische Gedenkfeier an der Jüdischen Gedenkstätte // 10.45 Uhr Befreiungsfeier, Beginn beim ehemaligen Krematorium // 13.00 Uhr Gedenkstunde am „Schießplatz Hebertshausen“ // anschließend „Tag der Begegnung“ im Max-Mannheimer-Haus Dachau, Roßwachtstraße 15.

Die Angstprediger / Buchvorstellung über rechte Christen

08.05.19 / 19:30   Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Die Juristin Dr. Liane Bednarz stellt ihr Buch über die Radikalisierung in Teilen des christlich-konservativen Spektrums vor und diskutiert mit dem Publikum über den angemessenen Umgang mit diesen Angstpredigern, aber auch mit Christen, die bisher „erst“ für bestimmte rechte Parolen anfällig sind.

Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e.V.

München liest – aus verbrannten Büchern

10.05.19 / 10:00 - 18:00   Königsplatz (vor der Antikensammlung), München

Am 86. Jahrestag brennt der Künstler Wolfram P. Kastner am Ort der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten eine Brandspur in den Rasen (10 Uhr) – damit kein Gras wächst über die Erinnerung daran, was im Brand der Synagogen, Städte und Menschen endete. Anschließend werden Texte von Autoren, deren Werke 1933 verbrannt wurden, gelesen.

Institut für Kunst und Forschung, München

„Aber du warst doch Soldat!“ – War ich nicht auch ein Christ? / Lesung

14.05.19 / 19:00   Pfarrzentrum Sankt Bonifaz, Karlstraße 34, München

Der kurze Dialog ist der Titel eines besonderen Buches, das der 1924 geborene und inzwischen verstorbene Autor Josef Kurz im Jahr 2003 nach eigenen Tagebucheinträgen und Briefen verfasste. Schonungslos wie sonst kaum jemand trägt er damit sehr persönlich in die Öffentlichkeit, was besonders die Nachkriegsgenerationen beschäftigte. Bis heute ist es ein viel diskutiertes Thema: Wie geht es zusammen, dass (junge) Menschen, die christlich fundiert und gebildet waren, mit relativ großer Begeisterung als Soldaten am Zweiten Weltkrieg teilnahmen, sich anstecken ließen von der nationalsozialistischen Propaganda? Aus dem Buch werden markante Texte vorgetragen. Der Ort wurde bewusst gewählt, da Josef Kurz im nahen Luisengymnasium lange Zeit Schulleiter war und an den Treffen der katholischen Friedensbewegung Pax Christi in Sankt Bonifaz oft teilnahm. Vor der Lesung besteht um 18 Uhr die Möglichkeit zur Teilnahme am monatlichen Gottesdienst von Pax Christi in Sankt Bonifaz.

Kooperation: Münchner Nagelkreuzzentrum Sankt Barbara, Katholische Seelsorge an der KZ Gedenkstätte Dachau, Pax Christi

„Er sah die Not der Menschen und musste helfen“ / Zeitzeugengespräch über den Rettungswiderstand von Carl Lutz

16.05.19 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Carl Lutz (1895-1975) ist bisher wenig bekannt. Dabei war der Schweizer Vizekonsul in Budapest ab Anfang 1942 für jüdische Flüchtlinge aus Hitlers unmittelbarem Herrschaftsbereich eingetreten. Ungarn war mit Deutschland im Zweiten Weltkrieg verbündet. Deshalb hatten die Kriegsgegner in Ungarn keine eigenen diplomatischen Vertretungen mehr. In deren Auftrag kümmerten sich die Diplomaten der neutralen Staaten auch um ihre Visaangelegenheiten. Carl Lutz übernahm diese Aufgabe für 14 Staaten. Als im März 1944 die deutsche Wehrmacht in Ungarn einmarschierte, begannen die Nationalsozialisten und ihre ungarischen Helfer mit der Deportation der großen jüdischen Gemeinschaft in die Vernichtungslager. Gemeinsam mit jüdischen Hilfsorganisationen und anderen Akteuren konnte Carl Lutz durch seinen mutigen Einsatz und die – seine Befugnisse weit überschreitende – Ausstellung von sogenannten Schutzbriefen und Schutzpässen etwa 62.000 Menschen vor der Deportation bewahren. Als die Lage immer bedrohlicher wurde, mietete er 72 Häuser in Budapest an, in denen die Verfolgten Zuflucht fanden. In mehreren Fällen erreichte er, dass bereits Deportierte wieder zurückkehren konnten. Carl Lutz erhielt nach dem Krieg von jüdischer Seite hohe Ehrungen. Er gehörte als engagiertes Mitglied der evangelisch-methodistischen Kirche zu den ersten vom Staat Israel als „Gerechte unter den Völkern“ Gewürdigten. In der Schweiz wurde seine Rettungsaktion allerdings als Kompetenzüberschreitung eingestuft. Bis zu seinem Tod litt er unter der unzureichenden Würdigung seines Widerstands im Heimatland. Zum Zeitzeugengespräch kommt aus der Schweiz Agnes Hirschi, die selbst zu den Geretteten gehört. Ihre Mutter wurde in der Residenz von Carl Lutz als Hausdame eingestellt und heiratete später den Diplomaten. Agnes Hirschi erinnert sich an ihren Stiefvater: „Von Natur aus war er schüchtern und introvertiert. Doch er sah einfach die Not der Menschen und musste helfen!“

Religiöse Erinnerungsorte in der KZ-Gedenkstätte Dachau / Rundgang

26.05.19 / 15:00   Beginn an der Todesangst-Christi-Kapelle

Dachau, 1933 als eines der ersten Konzentrationslager eingerichtet, ist bis heute ein Synonym für den menschenverachtenden NS-Unterdrückungsapparat, „ein Bezirk, dessen Boden uns durch die Sohlen brennt, auch wenn wir ihn nie betreten haben“ (Ulrich Conrads). Ausgehend von den Erfahrungen der im KZ Dachau inhaftierten Geistlichen gab es bereits kurz nach der Befreiung Planungen, das Dachauer Lagerareal durch Kreuzzeichen und Kirchenbauten christlich zu prägen. Zwischen 1960 und 1967, im Kontext der Errichtung der KZ-Gedenkstätte, entstanden an einem „Ort der Meditation“ die katholische Todesangst-Christi-Kapelle, die jüdische Gedenkstätte und die evangelische Versöhnungskirche. Ergänzt wurden diese durch das Karmelitinnenkloster Heilig Blut sowie später durch die russisch-orthodoxe Christi-Auferstehungs-Gedächtniskapelle. Die religiösen Erinnerungsorte im ehemaligen Lager Dachau künden vom gesellschaftlichen Neuaufbruch und vom aufrechten Willen zum Gedenken. Der Rundgang stellt Geschichte und Symbolik der religiösen Bauten vor.

Kooperation: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte, Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Russisch-Orthodoxe Auferstehungsgemeinde

Carl Friedrich Goerdeler – Politik und Verantwortung / Vortrag und Gespräch mit dem Enkel des Widerstandskämpfers

11.07.19 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Der deutschnationale Protestant Carl Friedrich Goerdeler wird 1930 Oberbürgermeister von Leipzig. Er bleibt auch nach 1933 im Amt, obwohl er nicht in die NSDAP eintritt. Im Konflikt mit der Partei legt er 1937 sein Amt nieder. Schon seit 1936 vergewissert er sich in Denkschriften seines Verständnisses von Recht und Moral. Für einen funktionierenden Staat und eine europäische Friedensordnung seien drei Voraussetzungen notwendig: Ein auf christlichen Werten basierendes moralisches Empfinden, eine solide Wirtschaftspolitik und Rechtssicherheit für alle Bürger. Aus der Erkenntnis, dass diese Erfordernisse im NS-Staat nicht erfüllt, sondern in ihr Gegenteil verkehrt sind, fühlt sich Goerdeler zum Widerstand berechtigt, ja zutiefst verpflichtet. Er entwirft konkrete Pläne für eine stabile Regierung nach dem Sturz des NS-Regimes, ist treibende Kraft eines Widerstandsnetzwerks und beteiligt am 20. Juli 1944. Der Enkel Berthold Goerdeler, der in der Stiftung 20. Juli 1944 aktiv ist, wird von der Biographie seines Großvaters ausgehend über den bürgerlichen Widerstand referieren. Dabei wird es auch um die Frage von Toleranz und deren Grenzen gehen.

Kooperation: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

„Meschugge sind wir beide“ / Leseperformance über eine deutsch-israelische Liebesgeschichte

18.07.19 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Als Claudia S. C. Schwartz Shaul Bustan kennenlernt, geht alles ganz schnell: Die deutsche Schauspielerin und der israelische Komponist verlieben sich ineinander. Doch Shaul ist der Enkel eines Holocaustüberlebenden und Claudias Großvater war Wehrmachtssoldat. Ist ihre Liebe zu verrückt? Zu meschugge? Irgendwo zwischen Christen- und Judentum, Klein- und Großfamilie, Spätzle und Hummus, schwäbischer Korrektheit und israelischer Chuzpe findet das junge Paar nicht nur seine Vergangenheit, sondern auch seine Zukunft. Eine ermutigende Geschichte zu den aktuellen Themen interkulturelle Verständigung, Diversity und Rassismusprävention.

Kooperation: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

„erinnern – begegnen – verstehen – Zukunft gestalten“ / 37. Internationale Jugendbegegnung in Dachau

27.07.19  -  09.08.19   

Junge Menschen aus vielen Nationen treffen sich, um sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur zu beschäftigen und nach Bezügen zur Gegenwart zu fragen. Alle Interessierten sind eingeladen ins Dachauer Max-Mannheimer-Haus, Roßwachtstraße 15. // Voraussichtlich Samstag, 3. August, 18 Uhr: Fest der Begegnung // Sonntag, 4. August, 14 Uhr: „Gebet der Begegnung“, 15 Uhr: Zeitzeugencafé

www.jugendbegegnung-dachau.de

Alter Israelitischer Friedhof in München / Rundgang

22.09.19 / 14:30   Thalkirchner Straße 240, München

Die Entwicklung der jüdischen Gemeinde in München lässt sich auch an der Geschichte ihrer Friedhöfe nachvollziehen. So zeugen die Grabsteine auf dem alten jüdischen Friedhof vom Aufstieg der Gemeinde im 19. Jahrhundert. Der im Jahr 1816, kurz nach der Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde, eröffnete Ort des „ewigen Lebens“ wurde 1908 geschlossen. Auf dem knapp zweieinhalb Hektar großen Gelände befinden sich rund sechstausend Gräber. Die Tore des alten Friedhofs öffnen sich heute äußerst selten, wenn ein Verstorbener in einem der alten Familiengräber bestattet wird, oder für eine der wenigen Führungen. Termin unter Vorbehalt, Anmeldung erforderlich bis 15. September 2019, Tel. 081 31/996 88-0 oder info@dachauer-forum.de

Kooperation: Dachauer Forum und Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Gedenkstättenfahrt nach Halle, Oranienburg und Berlin

31.10.19  -  03.11.19   

Die Gedenkstätte Roter Ochse Halle (Saale) thematisiert in der 1842 eröffneten Strafanstalt die politisch motivierte Justiz und erinnert an die Opfer. Ab 1933 nutzte die NS-Justiz das Gefängnis zur Vollstreckung hoher Haftstrafen an männlichen Gefangenen. Von 1942 bis Kriegsende wurden dort 549 Todesurteile vollstreckt. Von 1950 bis 1989 nutzte das Ministerium für Staatssicherheit der DDR einen Teil der Gebäude als Untersuchungshaftanstalt. Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen in Oranienburg bei Berlin erinnern auch an eine „doppelte Vergangenheit“: Das KZ Sachsenhausen wurde 1936 als Modell- und Schulungslager errichtet. Von den mehr als 200.000 Häftlingen kamen bis zur Befreiung 1945 Zehntausende durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS. Im August 1945 verlegte der sowjetische Geheimdienst NKWD das Speziallager Nr. 7 in den Kernbereich des ehemaligen Konzentrationslagers. Bis 1950 starben von den 60.000 Häftlingen 12.000 an Hunger und Krankheiten. Einer der Häftlinge im KZ Sachsenhausen war Pfarrer Martin Niemöller. Im Martin-Niemöller-Haus Berlin-Dahlem, in dem er von 1931 bis zu seiner Verhaftung 1937 arbeitete und wohnte, ist seit Sommer 2018 eine neue Dauerausstellung zur Geschichte der Bekennenden Kirche zu sehen. Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide ist die einzige Institution am historischen Ort eines fast vollständig erhaltenen Zwangsarbeiterlagers inmitten eines Wohnbezirks. Es macht das lange ausgeblendete Schicksal der über 26 Millionen Männer, Frauen und Kinder sichtbar, die während des Zweiten Weltkriegs durch das NS-Regime als Zwangsarbeiter ausgebeutet wurden.

Die vier genannten Gedenkorte werden mit Führungen besucht. Anmeldung unter Tel. 081 31 / 996 88 – 0 oder info@dachauer-forum.de; Programm auch unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php