Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Herbst- und Winterprogramm 2019/2020

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

„Hier in Dachau höre ich unsere Melodien …“ / Gedenkkonzert von Adam Baldych zum 80. Jahrestag des 1. Transportes aus Polen ins KZ Dachau

15.09.19 / 16:00   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Zwei Wochen nach dem deutschen Überfall auf Polen traf am 16. September 1939 der erste Transport mit 25 Männern im KZ Dachau ein. Bis April 1945 verschleppten die Nationalsozialisten mehr als 40.700 polnische Häftlinge nach Dachau, fast 10.000 von ihnen wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt, etwa 1.800 als Geistliche unterschiedlicher Konfessionen. Im Lager stellten die Polen die größte nationale Gruppe. Etwa 8.400 Männer und Frauen aus Polen wurden im Dachauer KZ-System ermordet. Doch selbst am Ort des Terrors fanden polnische Häftlinge Mittel und Wege zur Selbstbehauptung. Zeitweise duldete die SS kulturelle Darbietungen. „Hier in Dachau höre ich unsere Melodien … Ich vergaß den elektrisch geladenen Stacheldrahtzaun“ – so erinnerte sich Adam Kozlowiecki SJ an die Aufführung Ende August 1943 auf dem Appellplatz. Zum Gedenkkonzert kommt aus Polen der international bekannte Geiger Adam Baldych und spielt Melodien, die in Dachau Häftlinge ermutigt haben, sowie Werke von Szymon Laks (1944/45 im KZ Dachau) und anderen verfolgten polnisch-jüdischen Komponisten. Andrzej Osiak, Generalkonsul der Republik Polen in München, erinnert in seiner Begrüßung an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren. Zudem wird unter Mitwirkung von Ernst Grube, Shoah-Überlebender und Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau und des Kuratoriums der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, ein namentliches Gedenken für polnische Häftlinge mit unterschiedlichem Verfolgungshintergrund gestaltet. Im Kirchenraum werden biographische Banner aus der internationalen Wanderausstellung „Namen statt Nummern“ gezeigt. Als Ehrengäste kommen Janina und Katarzyna Werner, Schwiegertochter und Enkeltochter von Bronislaw Werner, der am 16. November 1941 im KZ Dachau ermordet wurde. Kooperation: Generalkonsulat der Republik Polen in München, Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Der Eintritt ist frei.

Alter Israelitischer Friedhof in München / Rundgang

22.09.19 / 14:30   Thalkirchner Straße 240, München

Die Entwicklung der jüdischen Gemeinde in München lässt sich auch an der Geschichte ihrer Friedhöfe nachvollziehen. So zeugen die Grabsteine auf dem alten jüdischen Friedhof vom Aufstieg der Gemeinde im 19. Jahrhundert. Der im Jahr 1816, kurz nach der Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde, eröffnete Ort des „ewigen Lebens“ wurde 1908 geschlossen. Auf dem knapp zweieinhalb Hektar großen Gelände befinden sich rund sechstausend Gräber. Die Tore des alten Friedhofs öffnen sich heute äußerst selten, wenn ein Verstorbener in einem der alten Familiengräber bestattet wird, oder für eine der wenigen Führungen. Termin unter Vorbehalt, Anmeldung erforderlich bis 15. September 2019, Tel. 081 31/996 88-0 oder info@dachauer-forum.de

Kooperation: Dachauer Forum und Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Oberschleißheim vor 80 Jahren / Rundgang über den Fliegerhorst

29.09.19 / 15:30   Treffpunkt: Eingang Flugwerft Schleißheim, Effnerstraße 18, Oberschleißheim

Im April 1912 wurde in Oberschleißheim die königlich-bayerische Flugwerft geschaffen und eine Fliegerkompanie stationiert, die bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Bestand hatte. Im Zuge der militärischen Aufrüstung der Nationalsozialisten entstand dort 1933/34 ein Fliegerhorst. Er war Mittelpunkt der Entwicklungen und prägte den Ort Schleißheim mit damals etwa 3000 Einwohnern. Von 1939 bis 1945 bestand auf dem Gelände zudem ein Lager für französische und sowjetische Kriegsgefangene. In der Nähe befand sich ein Außenlager des KZ Dachau. Der Heimatforscher Otto Bürger wird die Spuren der Vergangenheit zeigen und die damaligen Ereignisse, den Zeitgeist und die Reaktionen der Schleißheimer Bürger mit Quellen und Zeitzeugenberichten veranschaulichen.

Anmeldung erbeten bis 24. September 2019: info@versoehnungskirche-dachau.de, Tel. 081 31/136 44

Die Angehörigen des Kommandanturstabs / Vortrag mit Vergleich der Konzentrationslager Sachsenhausen und Dachau

09.10.19 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Dr. Andrea Riedle geht in ihrem Vortrag auf Sozialstruktur und Karrierewege von Tätern im KZ-System und die Personalpolitik der SS-Führung ein. Sie konkretisiert Verhalten und Reaktionen der Beteiligten am Beispiel des Massenmords an den sowjetischen Kriegsgefangenen 1941/1942. Grundlage für den Vortrag ist ihre Dissertation „Die Angehörigen des Kommandanturstabs im KZ Sachsenhausen“ (Berlin 2011) sowie der Aufsatz „Prägungen und Verhaltensmuster. Die Dachauer SS-Täter und der Massenmord an den sowjetischen Kriegsgefangenen“, der im nächsten Jahr erscheinen wird.

Dr. Andrea Riedle, Historikerin, Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau | Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge, KZ-Gedenkstätte Dachau

gedenken – erinnern – versöhnen / Seminartag zu 75 Jahre Befreiung des KZ Dachau und seiner Außenlager

19.10.19 / 09:30 - 17:00   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Mit dem Seminartag für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in Pfarreien und Kirchengemeinden und weitere Interessierte möchte das ökumenische Team an der KZ-Gedenkstätte Dachau im Vorfeld des 75. Jahrestages der Befreiung dazu ermutigen, konkrete Erinnerungsarbeit und Gedenken in Gemeinden, Schulen und Bildungseinrichtungen vor Ort zu initiieren und zu gestalten. Neben einer historischen Einführung zu den Außenlagern des KZ Dachau und den Todesmärschen (PD Dr. Edith Raim) sowie einer theologischen Reflexion werden Ideen, Material und Praxistipps für verschiedene Formen des Gedenkens vorgestellt und ausgetauscht, so dass eine eigene stimmige Form gestaltet werden kann. Mit einer gemeinsamen Andacht, wie sie modifiziert auch an den jeweiligen Orten gefeiert werden könnte, soll dieser Tag ausklingen.

Weitere Informationen und Anmeldung bis spätestens 11. Oktober: info@versoehnungskirche-dachau.de, Tel.: 081 31/136 44 | Kooperationspartner: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

„Das ist Gewalt, das ist nicht Recht.“ / Szenische Lesung über den Kirchenjuristen und NS-Gegner Friedrich von Praun

21.10.19 / 19:30   St. Markus, Gabelsbergerstraße 6, München

Friedrich von Praun lebte ab 1920 in München. Er arbeitete als Jurist für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, ab 1930 als Leiter der Landeskirchenstelle Ansbach. Konservativ-monarchistisch geprägt, entwickelte er sich zum entschiedenen Gegner des NS-Regimes und Anhänger der Bekennenden Kirche. Als die gleichgeschalteten „Deutschen Christen“ Landesbischof Hans Meiser im Oktober 1934 absetzten, protestierte Friedrich von Praun und wurde ebenfalls amtsenthoben. Nach wenigen Wochen war die rechtmäßige Kirchenleitung wieder im Amt. Am 18. Oktober 1943 wurde Friedrich von Praun wegen regimekritischer Äußerungen verhaftet. Das Sondergericht Nürnberg leitete den Fall an den Volksgerichtshof weiter. Nun drohte die Todesstrafe. Am 19. April 1944 fand man den Kirchenjuristen tot in seiner Zelle. Vermutlich hatte er sich das Leben genommen. Bei der Gedenkveranstaltung sprechen für die Kirchenleitung Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, Oberkirchenrat Dr. Hans-Peter Hübner und Stadtdekanin Barbara Kittelberger. Im Mittelpunkt steht die szenische Lesung aus Quellentexten aus dem Umfeld des politischen Verfahrens gegen Friedrich von Praun. Es lesen Adeline Schebesch und Jochen Kuhl (Staatstheater Nürnberg). Es musizieren das Arcis Cello Quartett und Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Knörr (Orgel).

Gedenkstättenfahrt nach Halle, Oranienburg und Berlin

31.10.19  -  03.11.19   

Die Gedenkstätte Roter Ochse Halle (Saale) thematisiert in der 1842 eröffneten Strafanstalt die politisch motivierte Justiz und erinnert an die Opfer. Ab 1933 nutzte die NS-Justiz das Gefängnis zur Vollstreckung hoher Haftstrafen an männlichen Gefangenen. Von 1942 bis Kriegsende wurden dort 549 Todesurteile vollstreckt. Von 1950 bis 1989 nutzte das Ministerium für Staatssicherheit der DDR einen Teil der Gebäude als Untersuchungshaftanstalt. Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen in Oranienburg bei Berlin erinnern auch an eine „doppelte Vergangenheit“: Das KZ Sachsenhausen wurde 1936 als Modell- und Schulungslager errichtet. Von den mehr als 200.000 Häftlingen kamen bis zur Befreiung 1945 Zehntausende durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS. Im August 1945 verlegte der sowjetische Geheimdienst NKWD das Speziallager Nr. 7 in den Kernbereich des ehemaligen Konzentrationslagers. Bis 1950 starben von den 60.000 Häftlingen 12.000 an Hunger und Krankheiten. Einer der Häftlinge im KZ Sachsenhausen war Pfarrer Martin Niemöller. Im Martin-Niemöller-Haus Berlin-Dahlem, in dem er von 1931 bis zu seiner Verhaftung 1937 arbeitete und wohnte, ist seit Sommer 2018 eine neue Dauerausstellung zur Geschichte der Bekennenden Kirche zu sehen. Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide ist die einzige Institution am historischen Ort eines fast vollständig erhaltenen Zwangsarbeiterlagers inmitten eines Wohnbezirks. Es macht das lange ausgeblendete Schicksal der über 26 Millionen Männer, Frauen und Kinder sichtbar, die während des Zweiten Weltkriegs durch das NS-Regime als Zwangsarbeiter ausgebeutet wurden. Die vier genannten Gedenkorte werden mit Führungen besucht.

DIE GEDENKSTÄTTENFAHRT IST AUSGEBUCHT. Eine WARTELISTE ist vorhanden unter Tel. 081 31 / 996 88 – 0 oder info@dachauer-forum.de

81. Jahrestag der Pogromnacht / Gedenken mit Enkeln von Dachauer Holocaustopfern

09.11.19 / 19:00   Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6

In ganz Deutschland wurden in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 Synagogen zerstört und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft bereits am Tag zuvor aus der Stadt vertrieben. An die Verfolgten erinnert ein Gespräch mit Mark und Paul Wallace, den Söhnen von Franz Wallach. Franz‘ Eltern, Melitta und Max Wallach, lebten in der Hermann-Stockmann-Straße, Ecke Oskar-von-Miller-Straße in Dachau, wo heute ein Hinweis auf die Trachtenfabrik der Familie Wallach zu finden ist. Die Familie betrieb in Dachau eine große Stoffdruckerei, die 1938 „arisiert“ wurde. Nach der Vertreibung führte sie eine Odyssee durch Deutschland. 1942 wurden Melitta und Max Wallach ins Ghetto Theresienstadt deportiert und von dort im Oktober 1944 ins KZ Auschwitz, wo sie 1944 ermordet wurden. Franz konnte nach England emigrieren und nannte sich nun Frank Wallace. Er kam 2005 zur Verlegung der „Stolpersteine“ für seine Eltern nach Dachau und starb 2009. Mark und Paul Wallace kommen gemeinsam mit weiteren Angehörigen am Jahrestag der Vertreibung ihrer Familie als Ehrengäste ins Rathaus. Oberbürgermeister Florian Hartmann gedenkt der Dachauer Opfer.

Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau

Erinnerung pflegen / Stadtrundgang

11.11.19 / 11:00   Beginn: Hermann-Stockmann-Straße, Ecke Oskar-von-Miller-Straße, Skulptur Trachtenpaar

2005 verlegte der Bildhauer Gunter Demnig in Dachau sechs „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die Dachauer Bürgerinnen und Bürger, die in der Nacht vom 8. zum 9. November 1938 aus der Stadt vertrieben und im Holocaust ermordet wurden. Beim Rundgang wird an die Menschen erinnert und die Stolpersteine werden gepflegt. Paul Wallace, Enkel von Melitta und Max Wallach, die gemeinsam mit ihrem Sohn Franz aus Dachau vertrieben wurden, wird am Rundgang teilnehmen.

Brigitte Fiedler, Referentin der KZ-Gedenkstätte Dachau | Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge

Das letzte Mahl / Filmgespräch zur „Machtergreifung“ Hitlers 1933

18.11.19 / 19:30   Kino CINEMA, Fraunhoferstraße 5, Dachau

Am Tag der Machtübertragung an Hitler kommt die jüdische Familie Glickstein in Berlin zum gemeinsamen Essen zusammen. Dabei tun sich überraschend Gräben auf: Während die neunzehnjährige Leah ihren Eltern eröffnet, dass sie nach Palästina gehen wird, möchte ihr achtzehnjähriger Bruder Michael mit seinen Freunden zum Fackelzug der Nazis. Florian Frerichs erzählt in seinem mehrfach ausgezeichneten Kinodebüt von der Welt und den Mitgliedern der fiktiven Familie Glickstein. Ein wichtiger Film in Zeiten, in denen rechtspopulistische und in Teilen offen rechtsradikale Parteien in Deutschland und anderen Ländern Zulauf haben. Nach dem Film steht der Regisseur Florian Frerichs für Fragen des Publikums zur Verfügung.

Kooperation: Runder Tisch gegen Rassismus Dachau, Kreisjugendring Dachau, Cinema Dachau. Kartenreservierungen im Kino unter Tel. 081 31/266 99 – Sonderpreis 5 Euro

Die Maske / Filmgespräch zu den Deutsch-Polnischen Kulturtagen

28.11.19 / 19:30   Kino CINEMA, Fraunhoferstraße 5, Dachau

Der junge, langhaarige Heavy-Metal-Fan Jacek aus der polnischen Provinz fällt auf der Großbaustelle von einem Gerüst mitten hinein in den Sockel der gigantischen Jesusstatue. Im Krankenhaus wacht er nach einer Gesichtstransplantation auf. Die bei der Berlinale 2018 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnete Tragikomödie bewegt sich zwischen bissiger Satire mit staubtrockenem Humor und ernstem Realismus. Jaceks kaputtes Gesicht und seine neue „Maske“ werden zur Projektionsfläche für kaputte Zustände in der polnischen Gesellschaft, denen Malgorzata Szumowska an den Kragen will. Die 1973 in Krakau geborene Regisseurin gehört zu den bekanntesten Filmemachern ihres Landes. „Die Maske“ zeigt eine Welt, die sich hinter einer falschen Moral versteckt, in der Außenseiter wie Jacek ausgegrenzt werden und in der Gefühle wie Empathie nur noch Schattengewächse sind. Nach der Vorführung der deutschen Synchronfassung (91 Min.) diskutiert ein polnisch-deutsches Podium über den Film.

Kooperation: Landratsamt Dachau, Cinema Dachau. Kartenreservierungen im Kino unter Tel. 081 31/266 99 – Sonderpreis 6 Euro

Verleihung des Dachau-Preises für Zivilcourage

08.12.19 / 18:00   Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6

Der Dachau-Preis für Zivilcourage wurde von der Stadt Dachau 2005 gestiftet. Mit ihm ehrt die Stadt Menschen, „die sich mit Mut, Phantasie und Engagement für die Rechte von Verfolgten und von diskriminierten Minderheiten einsetzen.“ Geehrt wird 2019 Seda Basay-Yildiz. Die türkischstämmige Rechtsanwältin hat im Prozess gegen den rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) Hinterbliebene von Opfern vertreten. Zudem hat sie mutmaßliche islamistische Gefährder verteidigt. Daraufhin wurde sie mehrfach Ziel von Morddrohungen. Seda Basay-Yildiz hat dem Druck standgehalten und engagiert sich weiter auch für Mandanten, die gegen ihre Abschiebung als islamistische Gefährder klagen, in der Überzeugung, dass in einem Rechtsstaat die Unschuldsvermutung auch für Terrorverdächtige gilt.

Christ aus Leidenschaft / Dokumentarfilm über den Dachauer Priester Karl Leisner

15.12.19 / 15:00   City-Kino 1, Sonnenstraße 12, München

Vor 75 Jahren, am 17. Dezember 1944, wurde im KZ Dachau der Diakon Karl Leisner aus dem Bistum Münster durch den französischen Bischof Gabriel Piguet heimlich zum Priester geweiht. Der Dokumentarfilm von Max Kronawitter, der auch anwesend sein wird, schildert den Werdegang Leisners und beleuchtet die Hintergründe seiner Weihe mit ihren ökumenischen und europäischen Aspekten. Zu Wort kommen in dem 60-minütigem Film Zeitzeugen, Leisners Bruder und die Bischöfe von München, Münster und Clermont.

Kooperation: Katholische Seelsorge. Kartenreservierungen unter LSchmidinger@eomuc.de möglich – Sonderpreis 5 Euro

Der Birnbaum im Pfarrgarten / Vortrag über eine evangelische Gemeinde im Nationalsozialismus und Zeitzeugengespräch

16.01.20 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Die Christuskirche im Münchner Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg wurde 1899/1900 errichtet. Sie war durch alle Zeiten ein prägender Bau und das geistliche Zentrum für die Protestantinnen und Protestanten im Münchner Westen. Christoph Lindenmeyer beschäftigt sich mit der Geschichte dieser evangelischen Gemeinde in den Jahren 1933-1945. Er wird die Ergebnisse präsentieren, die er in seinem Buch ‚Der Birnbaum im Pfarrgarten‘ im Sommer 2019 veröffentlicht hat. Es sind Dokumente von Mut und Verblendung, von Anpassung und Widerstand, die veranschaulichen, wie schwierig es unter dem Druck der Diktatur war, Christ zu sein und Mensch zu bleiben. Walter Joelsen (geb. 1926), dessen Vater jüdische Wurzeln hatte, wurde nach seinem Schulausschluss als Hilfsjugendwart und Hilfskirchner bei der Christuskirche beschäftigt. Er wird seine Erinnerungen teilen.

Christoph Lindenmeyer, evangelischer Theologe, Honorarprofessor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen

!Nie wieder / Erinnerungstag im deutschen Fußball

24.01.20  -  26.01.20   in den Stadien der beiden Bundesligen

Der Anstoß zur „Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ging 2004 von der Versöhnungskirche aus. In enger Kooperation mit Faninitiativen, dem DFB und der DFL sind zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 19. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant.

Nähere Informationen unter www.niewieder.info

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus / Zeitzeugengespräch

27.01.20 / 19:00   Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Deutschland seit 1996 als „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. In Dachau ist dazu auch am 75. Jahrestag ein Zeitzeugengespräch geplant.

Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag in Dachau

„Ich konnte mich ja niemandem anvertrauen.“ / Zeitzeugengespräch mit Hilde Grünberg

13.02.20 / 19:30   Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstr. 91

1940 zog Hilde Grünberg (geb. 1936) als Dreijährige mit ihrer Mutter Erika nach München-Haidhausen, wo bereits die Großmutter und Tante Eva wohnten. Der Vater hatte die jüdische Ehefrau verlassen. Zwei Jahre später wurde die Großmutter in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Die Mutter und die Tante wurden aus den bisherigen Berufen entlassen und sollten in einer Munitionsfabrik arbeiten. Hilde Grünberg wurde deshalb als Siebenjährige mit der „Kinderlandverschickung“ zu einer Bauernfamilie in Schwabbruck bei Schongau gebracht, wo sie über ein Jahr in kargen und einsamen Verhältnissen leben musste. Im Sommer 1944 holte Tante Eva sie nach Isen, wo sie wohlbehütet bis zum Kriegsende bleiben konnte. Über ihre Erfahrungen als Kind und über das Schicksal der Familie wird Hilde Grünberg an diesem Abend berichten.

Kooperation: Katholische Seelsorge, Karmel Heilig Blut, Dachauer Forum