Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Frühjahrs- und Sommerprogramm 2020

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Sinti und Roma im KZ Dachau – 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma / PODIUMSGESPRÄCH ZUR AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

02.03.20 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Die Stigmatisierung von Sinti und Roma setzte sich auch nach dem Ende der NS-Herrschaft fort. Als Minderheit erlebten sie weiter rassistische Ausgrenzung, Benachteiligung in vielen gesellschaftlichen Bereichen und die Weigerung, ihre NS-Verfolgung als Völkermord anzuerkennen. 1980 machten 12 deutsche Sinti, unter ihnen KZ-Überlebende, und eine Sozialarbeiterin, die nicht zur Minderheit gehört, mit einem Hungerstreik in der KZ-Gedenkstätte Dachau auf diese Situation aufmerksam. Aufnahme fanden sie beim Streik in der Versöhnungskirche. Dieser gehört zu den wichtigen Ereignissen in der Anfangsphase der Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma, die 1985 zur Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus durch den Deutschen Bundestag führte. 1993 suchten vor Bürgerkrieg und Antiziganismus im zerfallenden Jugoslawien geflohene Roma Zuflucht in der KZ-Gedenkstätte Dachau, unterstützt von Mitarbeitenden der Versöhnungskirche. Bis zu 400 Menschen waren es, die so ihre Abschiebung verhindern wollten und über Wochen im Umfeld der Kirche lagerten. Letztlich musste ein Großteil von ihnen in ihre Heimat zurückkehren. Der 40. Jahrestag des Hungerstreiks ist Anlass, mit Beteiligten von damals ins Gespräch zu kommen, aber auch einen Blick auf die derzeitige Situation der Minderheit in Deutschland zu richten. Erich Schneeberger, stellvertretender Vorsitzender des Dokumentations­ und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma und Vorsitzender des Landesverbands Bayern im Verband Deutscher Sinti und Roma, führt zur Eröffnung in die Ausstellung ein. Florian Hartmann, Oberbürgermeister der Stadt Dachau, wird ein Grußwort sprechen. Podium: Uta Horstmann (Sozialarbeiterin, Teilnehmerin am Hungerstreik 1980), Peter Klentzan (Diakon der Versöhnungskirche zur Zeit der „Roma-Zuflucht“ 1993) und Alexander Diepold (Sinto, Geschäftsführer des Sozialprojekts „Madhouse“ in München)

Kooperation: KZ-Gedenkstätte Dachau

Tell me about yesterday tomorrow / RUNDGANG ZUR SONDERAUSSTELLUNG

14.03.20 / 16:00   Treffpunkt: Eingang NS-Dokumentationszentrum, Max-Mannheimer-Platz 1, München

Das NS-Dokumentationszentrum München zeigt eine Sonderausstellung, die die Gegenwartskunst in Austausch mit aktuellen Denkansätzen der Erinnerungsarbeit bringt. Die zu einem großen Teil neuen Arbeiten, von mehr als 40 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, beschäftigen sich mit der Deutung von Vergangenheit und der Anknüpfung an unsere Gegenwart. Die künstlerischen Werke sind Kommentare, kritische Fußnoten oder zweite Ebene zur historischen Dauerausstellung des Dokumentationszentrums. Sie erweitern sie auf ästhetische, poetische und mehrdeutige Weise und ermöglichen Reflektionen über Geschichte und ihre Darstellung: Wer deutet Vergangenheit und vor welchem Erfahrungshorizont? Welche Geschichten werden gehört – oder erzählt? Wie prägen historische Ereignisse unser Verständnis der aktuellen Welt, und unsere Vorstellung von Zukunft? Ausgehend von der Geschichte des Nationalsozialismus werden mit den Mitteln der Kunst Merkmale, Auswirkungen und Folgen von Rassismus, Genozid und Diktatur in ihrer gegenwärtigen Bedeutung verhandelt. Anmeldung bis 12.3.20: info@versoehnungskirche-dachau.de, Tel.: 08131-136 44; begrenzte Gruppengröße

Kooperation: Katholische Seelsorge

Sinti und Roma im KZ Dachau / THEMENRUNDGANG

22.03.20 / 13:00   Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau

Erst die Arbeit der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in den 1980er Jahren brachte das Thema Verfolgung und Vernichtung ins Bewusstsein der Gesellschaft. Im Rundgang soll ein Bogen gespannt werden von der frühen Verfolgung im „Dritten Reich“, über die Deportationen in Konzentrationslager wie Dachau, bis hin zum Kampf um die Anerkennung dieser Verfolgung. Dabei war die KZ-Gedenkstätte Dachau selbst Schauplatz dieser Auseinandersetzungen, so etwa beim Hungerstreik der Bürgerrechtsbewegung 1980 oder bei der „Roma-Zuflucht“ 1993. Steffen Jost, Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau. Anmeldung an der Infotheke des Besucherzentrums am Veranstaltungstag bis 12.45 Uhr, Kosten: 4 Euro

Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Dachau

Namen statt Nummern / VORSTELLUNG NEUER BIOGRAPHIEN FÜR DAS DACHAUER GEDÄCHTNISBUCH

22.03.20 / 15:30   Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstr. 91

Am 87. Jahrestag der Errichtung des Konzentrationslagers werden neue Biographien in das „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ aufgenommen. Ehrenamtliche Projektteilnehmende stellen sie vor. Darunter sind Biographien aus Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und Südtirol: Isaak Heilbronn, Léon Boutbien, Gabriel Piguet, Carla Gastkemper, August Baumann und Karl Watzinger. Wolfgang Meier kam mit seinen beiden Söhnen ins Lager, weil sie P. Augustin Rösch SJ vor der Gestapo versteckt hatten. Auch die Biographien von Wladimir Dschelali, Peter Perel und Nikolaj Adamtschik werden vorgestellt, die als Jugendliche zur Zwangsarbeit verschleppt wurden. Perel und Adamtschik werden als Ehrengäste erwartet.

Kreuzweg zum Schicksal von Geistlichen im Konzentrationslager Dachau

03.04.20 / 16:00   Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Dachau, Eingang zum Museum

Vorüber 75 Jahren war im Konzentrationslager Dachau gleichsam ganz Europa in Angst und Schrecken vereint. Alle europäischen Nationen waren vertreten, die verschiedensten Berufe. Eine Besonderheit in Dachau war, dass hier ab 1940 bis zur Befreiung insgesamt knapp 2800 Geistliche inhaftiert waren. Allein etwa 1800 stammten aus Polen, und nahezu jeder zweite von diesen kam in Dachau ums Leben bzw. wurde ermordet. Inzwischen sind 57 von ihnen seliggesprochen, zuletzt im September 2019 P. Richard Henkes SAC. Der Kreuzweg nimmt in Verbindung mit der Leidensgeschichte Jesu einige Schicksale von Geistlichen in den Blick.

Kooperation: Katholikenrat des Dekanats Dachau, Dachauer Forum, Katholische Seelsorge

Pulver- und Munitionsfabrik Dachau / THEMENRUNDGANG ZU 100 JAHRE BAYERISCHE POLIZEISEELSORGE

22.04.20 / 16:00   Treffpunkt: Zugang Bereitschaftspolizei, John-F.-Kennedy-Platz 1, Dachau

Wenige Kilometer vom damaligen Markt Dachau entfernt wurde 1915 vom Bayerischen Kriegsministerium eine große Pulver- und Munitionsfabrik errichtet. Zur Fabrik gehörten Produktionshallen, Depots und Unterkünfte für etwa 8000 Arbeiter, insgesamt 61 Gebäude, die durch Bäume gut getarnt und von einer hohen Mauer umgeben waren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Produktion eingestellt. Am 22. März 1933 wurde auf diesem Gelände das KZ Dachau errichtet. Nach der NS-Zeit wurde das Gelände durch die US-Army genutzt. 1972 übernahm die Bayerische Bereitschaftspolizei das Gelände. Bei der Begehung des Geländes sollen einerseits die geschichtlichen Spuren herausgestellt, andererseits die gegenwärtige Nutzung des Geländes als Ausbildungsstandort eingebunden werden. Natascha Meindl, Historikerin, Rainer Schoierer, Geschichtsbeauftragter der VI. Bereitschaftspolizeiabteilung Dachau. Anmeldung erforderlich bis 8.4.20, einschl. Vor- und Zuname, Geburtsdatum unter Tel. 089 / 552 58 00 oder service@ebw-muenchen.de, der Personalausweis ist zum Rundgang mitzubringen, Kosten: 5 Euro

Veranstalter: Evangelisches Bildungswerk München