Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Herbst- und Winterprogramm 2018/2019

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Ermutigung zur Einmischung / 2. Frankfurter Versammlung im Fußball

11.01.19  -  13.01.19   Hessische Sportschule, Frankfurt am Main

Die Versammlung wendet sich an alle Fußballinteressierten. Dahinter steht das Bündnis „!Nie wieder – Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“, das sich – gegründet in der Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau - dem Auftrag der überlebenden Häftlinge verpflichtet fühlt. Auch mit der Versammlung wendet es sich gegen Antisemitismus, Nationalismus, wachsende Demokratie- und Europafeindlichkeit – innerhalb und außerhalb des Stadions. In Diskussionsforen werden Ideen und Projekte vorgestellt und entwickelt, die einen Beitrag für ein gerechtes und demokratisches Deutschland und Europa leisten können. Daran beteiligen sich Persönlichkeiten aus Fußball, Literatur, Musik, Politik und Gesellschaft, unter ihnen die Shoah-Überlebenden Esther Bejarano und Dr. h.c. Charlotte Knobloch sowie Daniel Cohn-Bendit, Werner Hansch und Katharina Kerr.

Kooperation: !Nie wieder, Makkabi Deutschland e.V., DFL Stiftung, DFB-Kulturstiftung Ausschreibung und Anmeldung unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php

Der lange Weg der Kirchen zur Demokratie / Vorträge und Diskussion

15.01.19 / 19:00   Evangelische Stadtakademie München, Herzog-Wilhelm-Straße 24

Evangelische wie Katholische Theologie und Kirche in Deutschland taten sich lange schwer mit der Demokratie: Obrigkeitsstaatliches Denken, die Verflechtung von Thron und Altar bis 1918, der antireligiöse Charakter der Französischen Revolution und die Angst vor Liberalismus, katholisches Naturrechtsdenken und die deutsche Romantik – die Gründe sind vielfältig. Die Protestanten machte dies anfällig für den Nationalsozialismus. Wie lange hat es gedauert, bis die beiden Kirchen die Demokratie bejahten? Und wo stehen sie heute?

Referenten: Prof. Dr. Reiner Anselm, Sozialethiker, Evangelisch-Theologische Fakultät, und Prof. Dr. Franz Xaver Bischof, Kirchenhistoriker, Katholisch-Theologische Fakultät an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Nie wieder / Erinnerungstag im deutschen Fußball

25.01.19  -  27.01.19   in den Stadien der beiden Bundesligen

Der Anstoß zur „Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ging 2004 von der Versöhnungskirche aus. In enger Kooperation mit Faninitiativen, dem DFB und der DFL sind zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 19. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant.

Nähere Informationen unter www.niewieder.info

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus / Zeitzeugengespräch

27.01.19 / 19:00   Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Deutschland seit 1996 als „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. In Dachau ist dazu ein Zeitzeugengespräch geplant.

Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag in Dachau

Evangelische Kirche und Konzentrationslager / Buchvorstellung

31.01.19 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Um das Verhältnis der evangelischen Kirche zum KZ-System zwischen 1933 und 1945 darzustellen, untersucht Rebecca Scherf in ihrer Doktorarbeit wesentliche Aspekte. Bis 1937 duldete die SS noch kirchliche Seelsorge in den Lagern. Andererseits wurde bereits im März 1933 der erste evangelische Pfarrer aus politischen Gründen in KZ-Haft genommen, bis März 1945 waren es insgesamt 71 deutsche Geistliche. In einem Überblick dokumentiert die Autorin erstmals alle diese Geistlichen. Ein Großteil der Inhaftierungen erfolgte 1935 und 1941/42, zumeist in den Lagern Sachsenburg und Dachau. Auf der Grundlage von Tagebucheinträgen und Predigten wird das protestantische Leben der Geistlichen im Dachauer Pfarrerblock rekonstruiert - eine wichtige Ergänzung zu den bereits vorliegenden Studien zu den katholischen Priestern, die mit mehr als 90 % die große Mehrheit der Geistlichen im KZ Dachau stellten.

Referentin: Dr. Rebecca Scherf, Kirchenhistorikerin, Ludwig-Maximilians-Universität München. Ein Verzeichnis aller evangelischen Geistlichen im KZ Dachau findet sich hier auf der Website unter dem Menüpunt "Pastoren im KZ-Dachau".

„Ich wurde am 2. Mai 1945 neu geboren“ / Zeitzeugengespräch mit Natan Grossmann

07.02.19 / 19:30   Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstr. 91

Natan Grossmann wurde 1927 im polnischen Zgierz bei Lódz geboren. Nach der deutschen Besetzung seiner Heimat wurde er mit seiner jüdischen Familie 1940 ins Ghetto Litzmannstadt (Lódz) zwangsweise umgesiedelt. Ab 1942 war er dort ganz allein: sein älterer Bruder und sein Vater ermordet, seine Mutter verhungert. Im August 1944 wurde das Ghetto aufgelöst, Natan nach Auschwitz transportiert, dann weiter in das KZ-Außenlager Vechelde bei Braunschweig zur Zwangsarbeit. Im März 1945 musste er auf einen Todesmarsch. Bei Ludwigslust (Mecklenburg) wurde er am 2. Mai durch US-Truppen befreit. Nach 15 Jahren in Israel lebt er seit 1961 in München und widmet sich in seiner Freizeit dem Sport, heute als Ehrenmitglied des TSV Maccabi München.

Kooperation: Katholische Seelsorge, Karmel Heilig Blut

Transit Belgien / Buchvorstellung über deutsche und österreichische Künstler im Exil 1933-1945

21.02.19 / 19:30   Stadtbücherei Dachau, Max-Mannheimer-Platz 3

1933 begann die Flucht der Schriftsteller, Maler, Schauspieler und Musiker, die wegen ihrer jüdischen Herkunft und ihres politischen Engagements von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Die ideologische Gleichschaltung des Kunstbetriebs, bei der zahlreiche Werke als „entartet“ verboten und zerstört wurden, war für weitere Künstler ein Grund, Deutschland zu verlassen. Für viele war Belgien eine bedeutsame Station. Als die Wehrmacht Belgien im Mai 1940 überfiel, hatten die meisten dieser Künstler das Land bereits wieder verlassen. Der Germanist und Kunsthistoriker Dr. Veit Johannes Schmidinger stellt sein Buch vor, in dem er die bewegenden Lebens- und Exilswege von 15 Künstlerinnen und Künstlern porträtiert.

Kooperation: Katholische Seelsorge, Dachauer Forum, Stadtbücherei Dachau