Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Frühjahrs- und Sommerprogramm 2020

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Video der Bonhoeffer- und Elser-Gedenkfeier vom 9.4.2020 zum 75. Todestag, verfügbar bis 21.4.

21.04.20   Online bei YouTube unter dem Link: https://youtu.be/ctvBJCUQ0F0

Für Gründonnerstag, 9. April, hat die Evangelische Jugend Bayern (EJB) zu einer Video-Aktion zum 75. Jahrestag der Ermordung von Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) im KZ Flossenbürg aufgerufen. Die Evangelische Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau beteiligt sich an der Aktion und erweitert diese um das Gedenken an Georg Elser (1903-1945), der am 9. April 1945 im KZ Dachau ermordet wurde. Sophie Aeckerle (25) aus Dachau studiert Gesang an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. In der Versöhnungskirche bringt sie am 9. April Bonhoeffers Gedicht „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ in der modernen Vertonung von Siegfried Fietz zu Gehör. Bonhoeffer schrieb das Gedicht Ende 1944 in Gestapo-Haft für seine junge Verlobte Maria von Wedemeyer. Zudem trägt die Sängerin das Vaterunser in einer gregorianischen Vertonung vor. Im Sommer und Herbst 1939 suchte Elser in München häufig Kirchen auf, zum Sonntagsgottesdienst und auch werktags, um dort ein Vaterunser zu beten. Im Verhör räumte er einen Zusammenhang zwischen seinen Kirchenbesuchen und dem Anschlag ein. Aus dem Gestapo-Protokoll: „Es ist schon so, dass ich nach einem Gebet immer wieder etwas beruhigter war. Wenn ich gefragt werde, ob ich die von mir begangene Tat als Sünde im Sinne der protestantischen Lehre betrachte, so möchte ich sagen, im tieferen Sinne, nein! … Ich wollte ja auch durch meine Tat ein noch größeres Blutvergießen verhindern.“ Die Mordtaten an Dietrich Bonhoeffer und Georg Elser am 9. April 1945 waren Teil einer letzten Racheaktion Hitlers. Er gab bei einer Besprechung am 5. April die Anweisung, die noch am Leben befindlichen Widerstandskämpfer zu „liquidieren“. Sie sollten auf keinen Fall ihre Befreiung durch die Alliierten erleben und am Neuaufbau eines nach-nationalsozialistischen Deutschlands mitwirken. Kirchenrat Björn Mensing wird bei dem kurzen Gedenkgottesdienst im Wechsel mit Sophie Aeckerles Gesang für die Menschen Kerzen entzünden, die am 9. April 1945 in Bayern dieser Mordaktion zum Opfer fielen. In Flossenbürg wurden mit Bonhoeffer am frühen Morgen weitere Widerstandskämpfer gehängt: die Berufsoffiziere Wilhelm Canaris (1887-1945) und Hans Oster (1887-1945), die Juristen Karl Sack (1896-1945) und Theodor Strünck (1895-1945) sowie Ludwig Gehre (1895-1945), der vor seinem Dienst als Reserveoffizier im Amt Ausland/Abwehr als Geschäftsführer in der Bauwirtschaft tätig gewesen war. In Dachau wurde am späten Abend Georg Elser beim Krematorium vom SS-Oberscharführer Theodor Bongartz auf Weisung des KZ-Kommandanten Eduard Weiter mit einem Genickschuss getötet – nur einige Meter entfernt steht heute die Versöhnungskirche. Die Leichen der sieben Mordopfer wurden verbrannt und ihre Asche beseitigt. Wegen des Corona-bedingten Veranstaltungsverbotes und der Gesamtschließung der KZ-Gedenkstätte Dachau kann außer den Mitwirkenden niemand an dem Gedenken für Bonhoeffer, Elser und die anderen teilnehmen.

Ebenfalls online auf der Seite vom Sonntagsblatt unter dem Link: https://www.sonntagsblatt.de/artikel/menschen/9-april-2020-gedenken-75-todestag-von-dietrich-bonhoeffer-versoehnungskirche

ENTFÄLLT! Pulver- und Munitionsfabrik Dachau / THEMENRUNDGANG ZU 100 JAHRE BAYERISCHE POLIZEISEELSORGE

22.04.20 / 16:00   Treffpunkt: Zugang Bereitschaftspolizei, John-F.-Kennedy-Platz 1, Dachau

Wenige Kilometer vom damaligen Markt Dachau entfernt wurde 1915 vom Bayerischen Kriegsministerium eine große Pulver- und Munitionsfabrik errichtet. Zur Fabrik gehörten Produktionshallen, Depots und Unterkünfte für etwa 8000 Arbeiter, insgesamt 61 Gebäude, die durch Bäume gut getarnt und von einer hohen Mauer umgeben waren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Produktion eingestellt. Am 22. März 1933 wurde auf diesem Gelände das KZ Dachau errichtet. Nach der NS-Zeit wurde das Gelände durch die US-Army genutzt. 1972 übernahm die Bayerische Bereitschaftspolizei das Gelände. Bei der Begehung des Geländes sollen einerseits die geschichtlichen Spuren herausgestellt, andererseits die gegenwärtige Nutzung des Geländes als Ausbildungsstandort eingebunden werden. Natascha Meindl, Historikerin, Rainer Schoierer, Geschichtsbeauftragter der VI. Bereitschaftspolizeiabteilung Dachau. Anmeldung erforderlich bis 8.4.20, einschl. Vor- und Zuname, Geburtsdatum unter Tel. 089 / 552 58 00 oder service@ebw-muenchen.de, der Personalausweis ist zum Rundgang mitzubringen, Kosten: 5 Euro

Veranstalter: Evangelisches Bildungswerk München

Konzert zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau

29.04.20 / 20:00   Pfarrkirche Heilig Kreuz, Sudetenlandstraße 62, Dachau-Ost

Das Konzert wird gestaltet vom Jewish Chamber Orchestra Munich (unter Leitung von Daniel Grossmann) und von Dachauer Chorsängern. Gesamtkonzeption: Francesco Lotoro.

Eintritt frei. Veranstalter: Kulturamt der Stadt Dachau in Kooperation mit der katholischen Pfarrei Heilig Kreuz Dachau

ENTFÄLLT! Werkstatt der Erinnerung

30.04.20 / 13:45   Versöhnungskirche und andere Räume in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Zeitzeugengespräche zum 75. Jahrestag der Befreiung

Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Dachau

Gedenken an die Opfer des Todesmarsches

02.05.20 / 16:30   Theodor-Heuss-Straße / Ecke Sudentenlandstraße, Dachau

Zu Tausenden wurden noch in den letzten Tagen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau Häftlinge auf den Todesmarsch geschickt. Bei der musikalisch begleiteten Gedenkfeier am Todesmarschmahnmal sprechen voraussichtlich Abba Naor (Überlebender), Prof. Dr. Mirjam Zadoff (Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München) und der Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann.

Trägerkreis Dachauer Todesmarschmahnmal

Erinnerungsort Badehaus Waldram (Föhrenwald) / RUNDGANG

09.05.20 / 12:00 - 18:00   Beginn: Kolpingplatz 1, Wolfratshausen

Ab 1940 bauten die Nationalsozialisten im Wolfratshauser Forst eine Siedlung für Rüstungsarbeiter. Im April 1945 führte hier der Todesmarsch vorbei. Später wurde Föhrenwald zum Lager für jüdische Displaced Persons. Ab 1956 errichtete die Erzdiözese München und Freising eine Siedlung für kinderreiche deutsche Heimatvertriebene und der Ort erhielt den Namen Waldram. Bis heute finden sich hier Spuren dieser Migrationsgeschichte. Eine Führung im historischen Badehaus der Siedlung, das jetzt als Erinnerungsort gestaltet wurde, und ein Rundgang in Waldram widmen sich dieser Geschichte. Referent: Gerd Modert, Historiker. Anmeldung unter info@dachauer-forum.de oder Tel. 08131-996 880, selbst organisierte Anfahrt (gute MVV-Verbindung).

Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge

München liest – aus verbrannten Büchern

10.05.20 / 10:00 - 18:00   Königsplatz (vor der Antikensammlung), München

Am 87. Jahrestag brennt der Künstler Wolfram P. Kastner am Ort der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten eine Brandspur in den Rasen (10 Uhr) – damit kein Gras wächst über die Erinnerung daran, was im Brand der Synagogen, Städte und Menschen endete. Anschließend werden Texte von Autoren, deren Werke 1933 verbrannt wurden, gelesen.

Institut für Kunst und Forschung, München

Lieder zu Krieg und Frieden / EIN ABEND MIT DEM ISURA-MADRIGAL-CHOR

16.05.20 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Die Erfahrungen mit Krieg hat Menschen aller Zeiten dazu gebracht, in Texten und in Musik den Sorgen und Ängsten, aber auch der Sehnsucht und der Hoffnung auf Frieden Ausdruck zu verleihen. Der Isura-Magdigal-Chor aus Geretsried hat im Zusammenhang mit den 75. Jahrestagen der Befreiung des KZ Dachau und seiner Außenlager sowie des Kriegsendes ein thematisches Konzertprogramm zusammengestellt. Zur Aufführung kommen Werke von Frank Schwemmer (*1961), Friedrich Zahn (1922-2007), Rudolf Mauersberger (1889-1971), Maurice Ravel (1875-1937), Hans Eisler (1898-1962), Andreas Romberg (1767-1821), Arvo Pärt (*1935), Heinrich Poos (*1928) und Niels la Cour (*1944), sowie das Lied „Die Moorsoldaten“ von Johann Esser (1896-1971)/Wolfgang Langhoff (1901-1966) und Rudi Goguel (1908-1976).

Kooperation: Katholische Seelsorge

„Abgerungen“ – Theaterstück zu Pater Richard Henkes SAC

12.06.20 / 19:30   Klosterhof des Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstraße 91

Ein junger Mann entdeckt seine Begeisterung für das Leben und Wirken von Pater Henkes. Zugleich stellt er immer wieder dessen Entscheidungen und Einstellungen in Frage. Die Auseinandersetzung mit dem Leben von Richard Henkes fordert ihn heraus, über sein Leben neu nachzudenken und das eigene Ringen und Fragen auch an die Zuschauer weiterzugeben. Richard Henkes war am 26. Mai 1900 in Ruppach/Westerwald geboren, hat nach dem Abitur das Noviziat bei den Pallotinern begonnen, 1925 wurde er zum Priester geweiht und war dann zumeist als Lehrer und Seelsorger tätig. Im April 1943 von der Gestapo im annektierten Teil der Tschechoslowakei verhaftet, war er ab Juli 1943 im Konzentrationslager Dachau. Anfang 1945 meldete er sich freiwillig in der Typhusbaracke zum Krankendienst, pflegte tschechische Mithäftlinge, infizierte sich dabei und starb am 22. Februar. Am 15. September 2019 wurde er in Limburg seliggesprochen. Er war nicht nur ein mutiger Kritiker, der klar Stellung gegen die Nazis bezog, sondern auch Friedensstifter und Vermittler zwischen Tschechen und Deutschen.

Kooperation: Katholische Seelsorge, Karmel Heilig Blut

Verabschiedung von Diakon Klaus Schultz mit einer Lesung aus Max Mannheimers Erinnerungen

14.06.20 / 16:00   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Am 1. Juni 1997 begann Klaus Schultz mit einem Gottesdienst seine Arbeit an der Versöhnungskirche. Zum 1. Juni 2020 verabschiedet er sich in den Vorruhestand. Wichtig in dieser Zeit waren ihm die Begegnungen mit Überlebenden des Konzentrationslagers Dachau und deren Angehörigen sowie die Begleitung von Menschen, u. a. bei Rundgängen, an diesem immer noch verunsichernden Ort. Am Herzen lagen und liegen ihm das „Gedächtnisbuch für Häftlinge des KZ Dachau“ und die „Stolpersteine“ in Dachau. Wichtig war ihm auch seine langjährige Mitarbeit im Initiativkreis für ein NS-Dokumentationszentrum in München und die Verwirklichung des Jugendgästehauses in Dachau, dessen Arbeit er als Vorsitzender des Beirates der Stiftung Max-Mannheimer-Haus über viele Jahre begleitete. Mit Spaß und Engagement hat er den „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ zusammen mit anderen auf den Weg gebracht, zu dem auch die Ausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball“ gehört. Sein Engagement in Initiativen gegen Rassismus und Rechtsextremismus ist ihm wichtig und führte ihn immer wieder zu der Fragestellung, wie und wo übernimmt Kirche heute Verantwortung. Der zentrale Ort seiner Arbeit war aber immer die Versöhnungskirche mit ihren Gottesdiensten und Gedenkfeiern. Klaus Schultz verabschiedet sich mit einem ökumenischen Coventry-Gebet und einer Lesung aus Max Mannheimers Erinnerungsbuch „Drei Leben“. Der jüdische Dachau-Überlebende und Zeitzeuge Max Mannheimer (1920-2016) wäre 2020 hundert Jahre alt geworden. Sr. Elija Boßler OCD aus dem Kloster Karmel Heilig Blut Dachau wird aus „Drei Leben“ lesen.

„Auf dem Appellplatz (…) durfte jetzt an freien Sonntagen Fußball gespielt werden“ – Fußball im KZ Dachau / THEMENRUNDGANG

04.07.20 / 13:00   Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau

Mit der Veröffentlichung von Bildern spielender Häftlinge im KZ Dachau wurde der Fußball schon 1933 zu Propagandazwecken missbraucht. Später beschreibt Ferdinand Hackl in einem Zeitzeugenbericht, wie er Fußball im KZ Dachau erlebte: „Auf dem Appellplatz, wo Häftlinge täglich schikaniert und sehr oft auch zu Tode gequält wurden (...), durfte jetzt an freien Sonntagen Fußball gespielt werden. Diese Spiele halfen den spielenden und auch den zuschauenden Häftlingen, ihr Leid und den Hunger – zumindest für die Zeit des Fußballspiels – ein wenig zu vergessen“. Neben Kurt Landauer, Präsident des FC Bayern, wurden 16 Vereinsmitglieder ins KZ Dachau verschleppt. Alfred Strauß war 1933 eines der ersten Opfer. Von ihm, aber auch von anderen, die dem Fußball verbunden waren, wird bei dem Rundgang erzählt. Außerdem wird nach dem Umgang – auch anderer Fußballvereine – mit diesem Teil ihrer Geschichte gefragt.

Klaus Schultz, Diakon, und Andreas Wittner, Archivar, Erlebniswelt FC Bayern München. Anmeldung an der Infotheke des Besucherzentrums am Veranstaltungstag bis 12.45 Uhr. Kosten: 4 Euro. Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Dachau

Lieder von Verfolgten / KONZERT MIT LIEDGUT AUS DER ZEIT DES NATIONALSOZIALISMUS

09.07.20 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Jonas Höltig und Tassilo Rinecker spielen Lieder von Juden, Sinti und Roma, unangepassten Jugendbewegungen, politisch Verfolgten, Zeugen Jehovas, sowie in Konzentrationslagern entstandene Lieder. Dabei wird deutlich, welche Rolle Musik für Verfolgte gespielt hat. Die Künstler erzählen die packenden, traurigen und hoffnungsvollen Geschichten der Lieder und ihrer Komponisten. Die beiden Musiker haben sich während ihres Studiums in Münster kennengelernt. Sie machen seit mehreren Jahren gemeinsam programmatische Musik. Durch das Singen von Liedern von Verfolgten und das Erzählen ihrer Geschichte wollen sie der Opfer des Nationalsozialismus gedenken und ein Zeichen für eine lebendige Erinnerungskultur setzen.

Kooperation: Katholische Seelsorge

„erinnern – begegnen – verstehen – Zukunft gestalten“ / 38. INTERNATIONALE JUGENDBEGEGNUNG IN DACHAU

25.07.20  -  07.08.20   Max-Mannheimer-Haus, Roßwachtstraße 15, Dachau

Junge Menschen aus vielen Nationen treffen sich, um sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur zu beschäftigen und nach Bezügen zur Gegenwart zu fragen. Alle Interessierten sind im Max-Mannheimer-Haus willkommen, Roßwachtstraße 15, Dachau: Sonntag, 2. August, 14 Uhr: „Gebet der Begegnung“, 15 Uhr: Zeitzeugencafé und Donnerstag, 6. August, ca. 18 Uhr: Werkschau mit Abschlussfest.

Weitere Informationen unter www.jugendbegegnung-dachau.de

München und der Nationalsozialismus – Orte des Erinnerns und Gedenkens / THEMENRUNDGANG

27.09.20 / 14:30   Treffpunkt: Haupteingang Justizpalast, Prielmayerstraße 7, München

In München gründete sich die NSDAP. Die Stadt war ein Zentrum der Inszenierung und Ausübung nationalsozialistischer Herrschaft. Während der letzten Jahrzehnte ist eine "Erinnerungslandschaft" mit zahlreichen Erinnerungs- und Gedenkorten entstanden. Manche Orte sind bis heute ohne Hinweise auf ihre NS-Geschichte. Wir erkunden beim Rundgang ausgewählte Orte der Gedenktopographie in der Maxvorstadt.

Anmeldung erforderlich bis 17.9.20 unter Tel. 08131-996 880 oder info@dachauer-forum.de. Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge

Die besondere Lagergeschichte Bergen-Belsens / VORTRAG

14.10.20 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Die Geschichte Bergen-Belsens ist komplex und begann mit der Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers durch die Wehrmacht nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die Übernahme eines Teils des Lagergeländes durch die SS für ein sogenanntes „Austauschlager“ für jüdische Häftlinge markierte 1943 den Beginn des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. In der Folge änderten sich der Charakter des Lagers, die Struktur der „Häftlingsgesellschaft“ und vor allem die Lebensbedingungen der Häftlinge dramatisch. Die Fotos und Filmaufnahmen, die bei der Befreiung Mitte April 1945 entstanden, gingen ins kollektive Gedächtnis über die Verbrechen in Bergen-Belsen ein. Katrin Unger gibt einen Überblick über die besondere Lagergeschichte Bergen-Belsens und ermöglicht einen Einblick in die vielfältigen autobiographischen Zeugnisse der Häftlinge. Sie macht auch die Herausforderungen im Umgang mit dem historischen Ort sichtbar.

Katrin Unger, Kulturwissenschaftlerin, Leitung der Abteilung Bildung und Begegnung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge

Gedenkstättenfahrt nach Wolfenbüttel und Bergen-Belsen

23.10.20  -  25.10.20   

Am historischen Ort des ehemaligen Strafgefängnisses mit einer 1937 eingerichteten Hinrichtungsstätte thematisiert die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel die Geschichte von Justiz und Strafvollzug im Nationalsozialismus. Bis 1945 war das Strafgefängnis die zentrale Haftanstalt im damaligen Freistaat Braunschweig und Teil eines vernetzten Systems von Justizhaftstätten, das weit über die Reichsgrenzen hinausreichte. Im Jahr 2019 wurde eine neue Dauerausstellung eröffnet. Die Gedenkstätte Bergen-Belsen erinnert an die mehr als 70.000 Menschen, die hier zwischen 1940 und 1945 im Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht und im Konzentrationslager ums Leben kamen. Ab März 1944 wurde ein Teil des Geländes als Lager für kranke und nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge aus anderen Konzentrationslagern genutzt. Zusätzlich zu diesem Männerlager wurde im August 1944 ein Frauenlager eingerichtet. Ab Dezember 1944 endeten dort zahlreiche Räumungstransporte aus anderen Lagern. Von insgesamt etwa 120.000 nach Bergen-Belsen deportierten KZ-Häftlingen starben mehr als 52.000. In unmittelbarer Nähe des ehemaligen KZs (Kaserne Bergen-Hohne), entstand für jüdische und zunächst auch für polnische nichtjüdische Überlebende ein Displaced Persons Camp. 1952 wurde am historischen Ort in Bergen-Belsen die erste staatliche KZ-Gedenkstätte in der BRD errichtet.

Anmeldung unter Tel. 08131-996 880 oder info@dachauer-forum.de; Programm auch unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php

82. Jahrestag der Pogromnacht / GEDENKFEIER

08.11.20 / 19:00   Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6, Dachau

In ganz Deutschland wurden in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 Synagogen zerstört und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft bereits am Tag zuvor aus der Stadt vertrieben. Zum Jahrestag wird im Dachauer Rathaus an die Geschichten der Verfolgten erinnert.

Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau

Erinnerung pflegen / STADTRUNDGANG

09.11.20 / 11:00   Beginn: Ignaz-Taschner-Gymnasium, Landsberger Str. 1, Dachau

2005 verlegte der Bildhauer Gunter Demnig in Dachau die ersten „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die Dachauer Bürgerinnen und Bürger, die in der Nacht vom 8. zum 9. November 1938 aus der Stadt vertrieben und im Holocaust ermordet wurden. Der Rundgang beginnt am Eingang des Ignaz-Taschner-Gymnasium (ITG), wo an Alice Jaffé erinnert wird und an ihre Tochter Johanna Jaffé, die in der Großen Moosschwaige als Assistentin eines Künstlerehepaares arbeitete – die Villa wurde später in das ITG-Gelände integriert. Beide wurden aus Dachau vertrieben, die Tochter konnte 1939 nach England fliehen, die Mutter wurde 1944 im KZ Auschwitz ermordet. Vom ITG führt der Weg zum Stolperstein von Dr. Samuel Gilde in der St.-Peter-Straße 2, der 1944 im Ghetto Theresienstadt ermordet wurde. Enden wird der Rundgang am Stolperstein von Anton Felber, in der Friedensstraße 17, der 1939 im KZ Flossenbürg ermordet wurde. Die Stolpersteine erinnern vor deren früheren Wohnhäusern an die ermordeten Menschen und werden von Schülerinnen und Schülern des ITG gepflegt.

Brigitte Fiedler, Referentin der KZ-Gedenkstätte Dachau. Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge