Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Herbst- und Winterprogramm 2021/2022

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Spuren jüdischen Lebens in Dachau / Stadtrundgang zum Themenjahr #2021JLID – 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland

26.09.21 / 14:30   Treffpunkt: Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Str. 2-6

Jüdisches Leben in Dachau? Gab es das? Über Jahrhunderte lebten nur wenige Juden im Ort. Immer wieder wurden sie vertrieben. Wie war es während der NS-Zeit und danach? Warum ist es kaum im Bewusstsein der Stadtöffentlichkeit, dass es in der Nachkriegszeit in Dachau eine jüdische Gemeinschaft mit mehr als 300 Frauen, Männern und Kindern gab? Wir wollen uns bei diesem Rundgang auf Spurensuche begeben.

Brigitte Fiedler, zertifizierte Gästeführerin

Anmeldung: erforderlich bis zum 20.9. im Dachauer Forum, Telefon 08131 99688-0

In Kooperation mit dem Dachauer Forum, der Stadt Dachau und der Katholischen Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

„Ich fühlte mich wie bei Anne Frank“ / Vortrag über Kinder aus radikalen Elternhäusern

30.09.21 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Ein elfjähriges Mädchen steht in Karlsruhe während einer „Querdenker“-Demo auf der Bühne und vergleicht sich mit Anne Frank, weil sie ihren Geburtstag mit ihren Gästen in aller Heimlichkeit feiern musste, um nicht von den Nachbarn wegen Verstoß gegen die Kontaktbeschränkungen „verpetzt“ zu werden. Auf der Demo erhält sie Applaus. Die Öffentlichkeit reagiert entsetzt, hauptsächlich wegen der Verharmlosung von Anne Franks Verfolgungsschicksal im Holocaust, aber auch wegen der Instrumentalisierung der Elfjährigen.

Es ist ein bisher viel zu wenig beachtetes Problem: Kinder wachsen in einem demokratiefeindlichen Umfeld auf, das nur wenige Berührungspunkte mit der „normalen“ Gesellschaft hat. In ihrer Freizeit gehen viele dieser Kinder durch die ideologische Schule von rechtsradikalen Jugendorganisationen. Der Vortragsabend in Kooperation mit der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus in Bayern will für dieses Thema sensibilisieren und über Hilfsangebote für Kinder aus radikalen Familien informieren.

Europäische Holocaustgedenkstätte Kaufering / Gedenkstättenfahrt

02.10.21 / 09:00 - 15:30   

Ab Juni 1944 entstand nahe der Stadt Landsberg am Lech ein Lagerkomplex mit elf Außenlagern des Konzentrationslagers Dachau. Unter brutaler Ausbeutung der Arbeitskraft von überwiegend jüdischen Männern und Frauen sollten hier drei halbunterirdische Bunker zum Bau von Flugzeugen für die deutsche Wehrmacht entstehen.

Ausgebucht, Warteliste beim Dachauer Forum, Telefon 08131 99688-0

Vom „Kräutergarten“ zum „Schwarzen Graben“ / Buchvorstellung und Vortrag zur „Deutschen Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung“

14.10.21 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Für die SS war die „Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung“, so die offizielle Bezeichnung des „Kräutergartens“ in Dachau, ein Prestigeobjekt. Für die Häftlinge aus dem nahen Konzentrationslager war es ein gefürchtetes, mörderisches Arbeitskommando. Der Verein „Zum Beispiel Dachau“ hat umfassend zu diesem Thema geforscht. Daraus ist 2014 eine Ausstellung entstanden. Das jüngst erschienene Buch ergänzt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Gelände, das heute in Dachau-Ost fast gänzlich vom Gewerbegebiet am Schwarzen Graben überbaut ist.

Monika Lücking, eine Mitautorin, stellt das neue Buch vor.

Namen statt Nummern / Vorstellung von Biographien für das Dachauer Gedächtnisbuch

25.10.21 / 19:30   ASV Dachau, Theatersaal, Gröbenrieder Straße 21

Nach der gelungenen digitalen Präsentation im März 2021 (das Video ist noch auf dem YouTube-Kanal der Versöhnungskirche verfügbar) ist nun wieder eine Präsenzvorstellung von Biographien von Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau möglich. Schülerinnen und Schüler des Max-Mannheimer-Gymnasiums Grafing und weitere ehrenamtliche Projektteilnehmende stellen ihre Gedächtnisblätter in einem feierlichen Rahmen vor.

Anmeldung: Dachauer Forum, Telefon 08131 99688-0

Trägerkreis Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau

83. Jahrestag der Pogromnacht / Gedenkfeier

08.11.21 / 19:00   Rathaus oder Ludwig-Thoma-Haus, Dachau

In ganz Deutschland wurden in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 Synagogen zerstört und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft bereits am Tag zuvor aus der Stadt vertrieben. Zum Jahrestag wird im Dachauer Rathaus an die Schicksale der Verfolgten erinnert. Als Ehrengast spricht Sabine Bloch, Tochter von Dr. Kurt Bloch (1905-1961), der aus Dachau vertrieben wurde. Sabine Bloch wird an Johanna Jaffé erinnern, zu der ihr Vater nach dem Krieg wieder Kontakt aufnehmen konnte.

Anmeldung beim Kulturamt Dachau erforderlich: Tel. 08131 75149, kulturamt@dachau.de

Stadt Dachau in Kooperation mit dem Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau

Erinnerung pflegen / Stadtrundgang

09.11.21 / 11:00   Treffpunkt: Ignaz-Taschner-Gymnasium, Landsberger Straße 1, Dachau

Der Rundgang beginnt am Eingang des Ignaz-Taschner-Gymnasiums (ITG), wo an Alice Jaffé erinnert wird und an ihre Tochter Johanna Jaffé, die in der Großen Moosschwaige als Assistentin eines Künstlerehepaares arbeitete – die Künstlervilla wurde später in das ITG-Gelände integriert. Die beiden jüdischen Frauen wurden in der NS-Zeit aus Dachau vertrie-ben. Die Tochter konnte 1939 nach England fliehen, die Mutter wurde 1944 im KZ Auschwitz ermordet. Vom ITG führt der Weg zum „Stolperstein“ für Dr. Samuel Gilde in der St.-Peter-Straße 2, der 1944 im Ghetto Theresienstadt ermordet wurde. Enden wird der Rundgang am Stolperstein für Anton Felber (Friedensstraße 17), der 1939 im KZ Flossenbürg ermordet wurde. Die Stolpersteine erinnern vor deren früheren Wohnhäusern an NS-Opfer und werden im Rahmen des Rundgangs von Schülerinnen und Schülern des ITG gepflegt.

Brigitte Fiedler, zertifizierte Gästeführerin

Anmeldung: erforderlich beim Dachauer Forum, Telefon 08131 99688-0

Meine Familie und ihr Henker / Buchpräsentation und Lesung mit Niklas Frank 75 Jahre nach Vollstreckung der Urteile im Nürnberger Prozess

25.11.21 / 19:30   Ort wird noch bekannt gegeben

Hans Frank, genannt „Der Schlächter von Polen“, war Angeklagter im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess, wo Tag für Tag die entsetzlichsten NS-Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhandelt wurden. Das Gericht verurteilte ihn zum Tod durch den Strang und am 16. Oktober 1946 wurde er hingerichtet. Da war sein jüngstes Kind Niklas sieben Jahre alt.

Plötzlich waren die Franks herausgerissen aus Reichtum und Selbstherrlichkeit, in Armut und Verachtung gestürzt. Wie ging die Familie damit um? Und wie ging der daran Hauptschuldige Hans Frank damit um? Erstmals wird die private Seite dieses Prozesses aufgezeigt, der die Weltgerichtsbarkeit auf eine neue Stufe stellte. Das neue Buch von Niklas Frank (82) enthält den einzigartigen Briefverkehr zwischen der Gefängniszelle 15 in Nürnberg und den „Lieben daheim“. Es zeigt, wie verlogen, sentimental, berechnend, kalt, grausig, aber auch liebevoll, verzweifelt, grotesk und auf schaurige Weise komisch Hans, Brigitte und ihre gemeinsamen fünf Kinder, dazu Omas, Opas und sonstige Verwandte mit den Folgen des Holocausts umgingen – und ihn verdrängten.

Verleihung des Dachau-Preises für Zivilcourage

10.12.21 / 19:00   Rathaus oder Ludwig-Thoma-Haus, Dachau

Der Dachau-Preis für Zivilcourage 2021 wird am Internationalen Tag der Menschenrechte von der Stadt Dachau an Eva Gruberová und neun jugendliche Zeuginnen und Zeugen aus dem Gymnasium Kirchseeon im Prozess gegen Nikolai Nerling verliehen.

Eva Gruberová schritt im Februar 2019 auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau gegen den Rechtsradikalen ein, der geplant hatte, dort ein Propagandavideo zu drehen. Sie verständigte die Gedenkstättenleitung, die Nerling vom Gelände entfernte. Dieser zeigte Eva Gruberová wegen Beleidigung an und attackierte sie persönlich in mehreren Videos auf seinem YouTube-Kanal. In der Folge kam es im November 2019 und im November 2020 zu zwei Gerichtsverhandlungen gegen Nerling wegen Holocaustleugnung. Eva Gruberová und eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Kirchseeon, die die Gedenkstätten-referentin am Tag des Vorfalls gerade durch die KZ-Gedenkstätte geführt hatte, stellten sich als Zeuginnen und Zeugen diesen psychisch stark belastenden Prozessen, konfrontiert mit einem der bekanntesten deutschen Rechtsradikalen und seinem Anwaltsteam. Sie hatten den Mut, mit ihrem Namen in einer öffentlichen Verhandlung gegen Nikolai Nerling auszusagen und trugen so zu seiner Verurteilung bei.

Anmeldung beim Kulturamt Dachau erforderlich: Tel. 08131 75149, kulturamt@dachau.de

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

27.01.22 / 19:00   Rathaus oder Ludwig-Thoma-Haus, Dachau

Zum bundesweiten Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ist ein Zeitzeugengespräch geplant.

Anmeldung beim Kulturamt Dachau erforderlich: Tel. 08131 75149, kulturamt@dachau.de

Stadt Dachau in Kooperation mit dem Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag Dachau

Paragraph 175 / Filmabend

10.02.22 / 19:30   Ort wird noch bekannt gegeben

Gezeigt und diskutiert wird die mehrfach ausgezeichnete Dokumentation (2000, 81 Minuten) über die Verfolgungsschicksale von sechs homosexuellen Menschen in der NS-Zeit, fünf Männern und einer Frau. Für die Dokumentation erzählten die Zeitzeugen, unter ihnen Überlebende des Konzentrationslagers Dachau, zum ersten Mal öffentlich ihre Lebensgeschichte.