Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Frühjahrs- und Sommerprogramm 2020

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

ENTFÄLLT! „Abgerungen“ – Theaterstück zu Pater Richard Henkes SAC

12.06.20 / 19:30   Klosterhof des Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstraße 91

--- Wird voraussichtlich auf Samstag, den 12. Juni 2021 verschoben. ---

Ein junger Mann entdeckt seine Begeisterung für das Leben und Wirken von Pater Henkes. Zugleich stellt er immer wieder dessen Entscheidungen und Einstellungen in Frage. Die Auseinandersetzung mit dem Leben von Richard Henkes fordert ihn heraus, über sein Leben neu nachzudenken und das eigene Ringen und Fragen auch an die Zuschauer weiterzugeben.
Richard Henkes war am 26. Mai 1900 in Ruppach/Westerwald geboren, hat nach dem Abitur das Noviziat bei den Pallotinern begonnen, 1925 wurde er zum Priester geweiht und war dann zumeist als Lehrer und Seelsorger tätig. Im April 1943 von der Gestapo im annektierten Teil der Tschechoslowakei verhaftet, war er ab Juli 1943 im Konzentrationslager Dachau. Anfang 1945 meldete er sich freiwillig in der Typhusbaracke zum Krankendienst, pflegte tschechische Mithäftlinge, infizierte sich dabei und starb am 22. Februar. Am 15. September 2019 wurde er in Limburg seliggesprochen. Er war nicht nur ein mutiger Kritiker, der klar Stellung gegen die Nazis bezog, sondern auch Friedensstifter und Vermittler zwischen Tschechen und Deutschen.

Kooperation: Katholische Seelsorge, Karmel Heilig Blut

ENTFÄLLT! Verabschiedung von Diakon Klaus Schultz mit einer Lesung aus Max Mannheimers Erinnerungen

14.06.20 / 16:00   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Am 1. Juni 1997 begann Klaus Schultz mit einem Gottesdienst seine Arbeit an der Versöhnungskirche. Zum 1. Juni 2020 verabschiedet er sich in den Vorruhestand.
Wichtig in dieser Zeit waren ihm die Begegnungen mit Überlebenden des Konzentrationslagers Dachau und deren Angehörigen sowie die Begleitung von Menschen, u. a. bei Rundgängen, an diesem immer noch verunsichernden Ort. Am Herzen lagen und liegen ihm das „Gedächtnisbuch für Häftlinge des KZ Dachau“ und die „Stolpersteine“ in Dachau. Wichtig war ihm auch seine langjährige Mitarbeit im Initiativkreis für ein NS-Dokumentationszentrum in München und die Verwirklichung des Jugendgästehauses in Dachau, dessen Arbeit er als Vorsitzender des Beirates der Stiftung Max-Mannheimer-Haus über viele Jahre begleitete. Mit Spaß und Engagement hat er den „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ zusammen mit anderen auf den Weg gebracht, zu dem auch die Ausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball“ gehört. Sein Engagement in Initiativen gegen Rassismus und Rechtsextremismus ist ihm wichtig und führte ihn immer wieder zu der Fragestellung, wie und wo übernimmt Kirche heute Verantwortung. Der zentrale Ort seiner Arbeit war aber immer die Versöhnungskirche mit ihren Gottesdiensten und Gedenkfeiern.
Klaus Schultz verabschiedet sich mit einem ökumenischen Coventry-Gebet und einer Lesung aus Max Mannheimers Erinnerungsbuch „Drei Leben“. Der jüdische Dachau-Überlebende und Zeitzeuge Max Mannheimer (1920-2016) wäre 2020 hundert Jahre alt geworden. Sr. Elija Boßler OCD aus dem Kloster Karmel Heilig Blut Dachau wird aus „Drei Leben“ lesen.

„Auf dem Appellplatz (…) durfte jetzt an freien Sonntagen Fußball gespielt werden“ – Fußball im KZ Dachau / THEMENRUNDGANG

04.07.20 / 13:00   Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau

Mit der Veröffentlichung von Bildern spielender Häftlinge im KZ Dachau wurde der Fußball schon 1933 zu Propagandazwecken missbraucht. Später beschreibt Ferdinand Hackl in einem Zeitzeugenbericht, wie er Fußball im KZ Dachau erlebte: „Auf dem Appellplatz, wo Häftlinge täglich schikaniert und sehr oft auch zu Tode gequält wurden (...), durfte jetzt an freien Sonntagen Fußball gespielt werden. Diese Spiele halfen den spielenden und auch den zuschauenden Häftlingen, ihr Leid und den Hunger – zumindest für die Zeit des Fußballspiels – ein wenig zu vergessen“.
Neben Kurt Landauer, Präsident des FC Bayern, wurden 16 Vereinsmitglieder ins KZ Dachau verschleppt. Alfred Strauß war 1933 eines der ersten Opfer. Von ihm, aber auch von anderen, die dem Fußball verbunden waren, wird bei dem Rundgang erzählt. Außerdem wird nach dem Umgang – auch anderer Fußballvereine – mit diesem Teil ihrer Geschichte gefragt.

Klaus Schultz, Diakon, und Andreas Wittner, Archivar, Erlebniswelt FC Bayern München. Anmeldung an der Infotheke des Besucherzentrums am Veranstaltungstag bis 12.45 Uhr. Kosten: 4 Euro. Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Dachau

Lieder von Verfolgten / KONZERT MIT LIEDGUT AUS DER ZEIT DES NATIONALSOZIALISMUS

09.07.20 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Jonas Höltig und Tassilo Rinecker spielen Lieder von Juden, Sinti und Roma, unangepassten Jugendbewegungen, politisch Verfolgten, Zeugen Jehovas, sowie in Konzentrationslagern entstandene Lieder. Dabei wird deutlich, welche Rolle Musik für Verfolgte gespielt hat. Die Künstler erzählen die packenden, traurigen und hoffnungsvollen Geschichten der Lieder und ihrer Komponisten. Die beiden Musiker haben sich während ihres Studiums in Münster kennengelernt. Sie machen seit mehreren Jahren gemeinsam programmatische Musik. Durch das Singen von Liedern von Verfolgten und das Erzählen ihrer Geschichte wollen sie der Opfer des Nationalsozialismus gedenken und ein Zeichen für eine lebendige Erinnerungskultur setzen.

Kooperation: Katholische Seelsorge

ENTFÄLLT! „erinnern – begegnen – verstehen – Zukunft gestalten“ / 38. INTERNATIONALE JUGENDBEGEGNUNG IN DACHAU

25.07.20  -  07.08.20   Max-Mannheimer-Haus, Roßwachtstraße 15, Dachau

Junge Menschen aus vielen Nationen treffen sich, um sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur zu beschäftigen und nach Bezügen zur Gegenwart zu fragen. Alle Interessierten sind im Max-Mannheimer-Haus willkommen, Roßwachtstraße 15, Dachau:
Sonntag, 2. August, 14 Uhr: „Gebet der Begegnung“, 15 Uhr: Zeitzeugencafé und
Donnerstag, 6. August, ca. 18 Uhr: Werkschau mit Abschlussfest.

Weitere Informationen unter www.jugendbegegnung-dachau.de

München und der Nationalsozialismus – Orte des Erinnerns und Gedenkens / THEMENRUNDGANG

27.09.20 / 14:30   Treffpunkt: Haupteingang Justizpalast, Prielmayerstraße 7, München

In München gründete sich die NSDAP. Die Stadt war ein Zentrum der Inszenierung und Ausübung nationalsozialistischer Herrschaft. Während der letzten Jahrzehnte ist eine "Erinnerungslandschaft" mit zahlreichen Erinnerungs- und Gedenkorten entstanden. Manche Orte sind bis heute ohne Hinweise auf ihre NS-Geschichte. Wir erkunden beim Rundgang ausgewählte Orte der Gedenktopographie in der Maxvorstadt.

Anmeldung erforderlich bis 17.9.20 unter Tel. 08131-996 880 oder info@dachauer-forum.de. Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge

Die besondere Lagergeschichte Bergen-Belsens / VORTRAG

14.10.20 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Die Geschichte Bergen-Belsens ist komplex und begann mit der Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers durch die Wehrmacht nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die Übernahme eines Teils des Lagergeländes durch die SS für ein sogenanntes „Austauschlager“ für jüdische Häftlinge markierte 1943 den Beginn des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. In der Folge änderten sich der Charakter des Lagers, die Struktur der „Häftlingsgesellschaft“ und vor allem die Lebensbedingungen der Häftlinge dramatisch. Die Fotos und Filmaufnahmen, die bei der Befreiung Mitte April 1945 entstanden, gingen ins kollektive Gedächtnis über die Verbrechen in Bergen-Belsen ein. Katrin Unger gibt einen Überblick über die besondere Lagergeschichte Bergen-Belsens und ermöglicht einen Einblick in die vielfältigen autobiographischen Zeugnisse der Häftlinge. Sie macht auch die Herausforderungen im Umgang mit dem historischen Ort sichtbar.

Katrin Unger, Kulturwissenschaftlerin, Leitung der Abteilung Bildung und Begegnung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge

Gedenkstättenfahrt nach Wolfenbüttel und Bergen-Belsen

23.10.20  -  25.10.20   

Am historischen Ort des ehemaligen Strafgefängnisses mit einer 1937 eingerichteten Hinrichtungsstätte thematisiert die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel die Geschichte von Justiz und Strafvollzug im Nationalsozialismus. Bis 1945 war das Strafgefängnis die zentrale Haftanstalt im damaligen Freistaat Braunschweig und Teil eines vernetzten Systems von Justizhaftstätten, das weit über die Reichsgrenzen hinausreichte. Im Jahr 2019 wurde eine neue Dauerausstellung eröffnet.
Die Gedenkstätte Bergen-Belsen erinnert an die mehr als 70.000 Menschen, die hier zwischen 1940 und 1945 im Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht und im Konzentrationslager ums Leben kamen. Ab März 1944 wurde ein Teil des Geländes als Lager für kranke und nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge aus anderen Konzentrationslagern genutzt. Zusätzlich zu diesem Männerlager wurde im August 1944 ein Frauenlager eingerichtet. Ab Dezember 1944 endeten dort zahlreiche Räumungstransporte aus anderen Lagern. Von insgesamt etwa 120.000 nach Bergen-Belsen deportierten KZ-Häftlingen starben mehr als 52.000.
In unmittelbarer Nähe des ehemaligen KZs (Kaserne Bergen-Hohne), entstand für jüdische und zunächst auch für polnische nichtjüdische Überlebende ein Displaced Persons Camp.
1952 wurde am historischen Ort in Bergen-Belsen die erste staatliche KZ-Gedenkstätte in der BRD errichtet.

Anmeldung unter Tel. 08131-996 880 oder info@dachauer-forum.de; Programm auch unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php

82. Jahrestag der Pogromnacht / GEDENKFEIER

08.11.20 / 19:00   Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6, Dachau

In ganz Deutschland wurden in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 Synagogen zerstört und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft bereits am Tag zuvor aus der Stadt vertrieben. Zum Jahrestag wird im Dachauer Rathaus an die Geschichten der Verfolgten erinnert.

Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau

Erinnerung pflegen / STADTRUNDGANG

09.11.20 / 11:00   Beginn: Ignaz-Taschner-Gymnasium, Landsberger Str. 1, Dachau

2005 verlegte der Bildhauer Gunter Demnig in Dachau die ersten „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die Dachauer Bürgerinnen und Bürger, die in der Nacht vom 8. zum 9. November 1938 aus der Stadt vertrieben und im Holocaust ermordet wurden. Der Rundgang beginnt am Eingang des Ignaz-Taschner-Gymnasium (ITG), wo an Alice Jaffé erinnert wird und an ihre Tochter Johanna Jaffé, die in der Großen Moosschwaige als Assistentin eines Künstlerehepaares arbeitete – die Villa wurde später in das ITG-Gelände integriert. Beide wurden aus Dachau vertrieben, die Tochter konnte 1939 nach England fliehen, die Mutter wurde 1944 im KZ Auschwitz ermordet. Vom ITG führt der Weg zum Stolperstein von Dr. Samuel Gilde in der St.-Peter-Straße 2, der 1944 im Ghetto Theresienstadt ermordet wurde. Enden wird der Rundgang am Stolperstein von Anton Felber, in der Friedensstraße 17, der 1939 im KZ Flossenbürg ermordet wurde. Die Stolpersteine erinnern vor deren früheren Wohnhäusern an die ermordeten Menschen und werden von Schülerinnen und Schülern des ITG gepflegt.

Brigitte Fiedler, Referentin der KZ-Gedenkstätte Dachau. Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge