Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Herbst- und Winterprogramm 2018/2019

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Risiera di San Sabba, Synagoge Triest, Foiba di Basovizza / Gedenkstättenfahrt nach Italien

01.11.18  -  04.11.18   

Die Risiera (Reismühle) di San Sabba in Triest war von Oktober 1943 bis April 1945 ein KZ. Von den etwa 20.000 Häftlingen wurden Tausende ermordet. Fast ausgelöscht wurde in dieser Zeit die große jüdische Gemeinde der Stadt. Erhalten blieb die Synagoge, eine der prächtigsten in Europa. Die Foiba di Basovizza ist ein tiefer Höhlenschacht auf der Hochebene des Triestiner Karsts. Dort wurden 1945 tausende Italiener bei Racheakten getötet.

Anmeldung (Warteliste) unter Tel. 081 31 / 996 88 – 0 oder info@dachauer-forum.de

80. Jahrestag der Pogromnacht / Gedenken mit Enkeln von Dachauer Holocaustopfern

08.11.18 / 19:00   Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6

In ganz Deutschland wurden in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 Synagogen zerstört und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft bereits am Tag zuvor aus der Stadt vertrieben. An die Verfolgten erinnert ein Gespräch mit Tim und Stephen Locke, Enkelsöhnen von Vera und Hans Neumeyer. Die Tanzlehrerin und der blinde Musiklehrer lebten mit ihren Kindern Ruth und Raimund in Dachau, in der heutigen Hermann-Stockmann-Straße 10. Im November 1938 gehörten sie zu den Vertriebenen. Im Mai 1939 konnten die Eltern noch Ruth (15) und Raimund (14) nach England in Sicherheit bringen. Vera und Hans Neumeyer wurden 1942 in Konzentrationslager verschleppt und ermordet. Ruth Locke, geborene Neumeyer, kam 2005 zur Verlegung der „Stolpersteine“ für ihre Eltern nach Dachau. Tim und Stephen Locke, Söhne der 2012 verstorbenen Zeitzeugin, kommen am 80. Jahrestag der Vertreibung ihrer Familie als Ehrengäste ins Rathaus. Es erklingen Kompositionen ihres Großvaters Hans Neumeyer. Oberbürgermeister Florian Hartmann gedenkt der Dachauer Opfer.

Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau

Erinnerung pflegen / Stadtrundgang

09.11.18 / 11:00   Treffpunkt: Dachauer Forum, Ludwig-Ganghofer-Str. 4

2005 verlegte der Bildhauer Gunter Demnig in Dachau sechs „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die Dachauer Bürgerinnen und Bürger, die in der Nacht vom 8. zum 9. November 1938 aus der Stadt vertrieben und im Holocaust ermordet wurden. Beim Rundgang wird im Bereich der Hermann-Stockmann-Straße an die Menschen erinnert und es werden die Stolpersteine vor deren früheren Wohnhäusern gepflegt. Tim und Stephen Locke, Söhne von Ruth Locke (geborene Neumeyer), die gemeinsam mit ihren Eltern Vera und Hans Neumeyer und ihrem Bruder Raimund aus Dachau vertrieben wurde, haben ihre Teilnahme am Rundgang in Aussicht gestellt.

Referentin: Brigitte Fiedler | Kooperation: Dachauer Forum

„Ich muss schwitzen Tag und Nacht“ / Vortrag über Spätfolgen der KZ-Haft

27.11.18 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Jahre nach der KZ-Haft ringen viele ehemalige Häftlinge ums Überleben. Krankheiten und psychische Traumafolgen bestimmen ihren Alltag. Eine Rückkehr zur Familie und in die vertraute Umgebung ist oft nicht möglich. Finanzielle Nöte, fehlende Anerkennung und der vergebliche Kampf um Entschädigung setzen ihnen zu. In der Wirtschaftswunderzeit hat ihr Leid keinen Platz. Gutachten des Gesundheitsamtes Dachau gewähren einen Einblick in die verdrängte Seite der Fünfzigerjahre.

Sabine Gerhardus vom Dachauer Gedächtnisbuchprojekt und Dr. Jürgen Müller-Hohagen, Pychologe und Psychotherapeut, berichten. | Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge

„I am not your Negro“ / Filmgespräch zu 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

10.12.18 / 19:00   Kino Cinema Dachau, Fraunhoferstraße 5

Als der afroamerikanische Schriftsteller James Baldwin 1987 starb, hinterließ er ein unvollendetes Manuskript. Es sollte eine persönliche Auseinandersetzung mit den Biographien dreier Freunde werden, die als Menschenrechtsaktivisten ermordet wurden: Medgar Evers (1963), Malcolm X (1965) und Martin Luther King (1968). Mit „I am not your Negro“ schreibt der Regisseur Raoul Peck das furiose Fragment im Geiste des Autors filmisch fort und verdichtet es zu einer beißenden Analyse der Situation von Afroamerikanern in den USA. Nach dem Film (95 Minuten, 2017) steht Modupe Laja von der „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“ für Fragen des Publikums zur Verfügung und berichtet über Rassismuserfahrungen von „People of Color“ in Deutschland. Sie hat Amerikanistik/Anglistik, Hispanistik und Ökonomie in Gießen studiert, lebt in München und ist als Referentin zu Themen wie Schwarze Diaspora und rassismuskritische Bildung tätig und hat zu diesen Themen publiziert.

Kooperation: Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e. V., Cinema Dachau Kartenreservierungen im Kino unter Tel. 081 31 / 266 99 – Sonderpreis 5 Euro

Ermutigung zur Einmischung / 2. Frankfurter Versammlung im Fußball

11.01.19  -  13.01.19   Hessische Sportschule, Frankfurt am Main

Die Versammlung wendet sich an alle Fußballinteressierten. Dahinter steht das Bündnis „!Nie wieder – Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“, das sich – gegründet in der Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau - dem Auftrag der überlebenden Häftlinge verpflichtet fühlt. Auch mit der Versammlung wendet es sich gegen Antisemitismus, Nationalismus, wachsende Demokratie- und Europafeindlichkeit – innerhalb und außerhalb des Stadions. In Diskussionsforen werden Ideen und Projekte vorgestellt und entwickelt, die einen Beitrag für ein gerechtes und demokratisches Deutschland und Europa leisten können. Daran beteiligen sich Persönlichkeiten aus Fußball, Literatur, Musik, Politik und Gesellschaft, unter ihnen die Shoah-Überlebenden Esther Bejarano und Dr. h.c. Charlotte Knobloch sowie Daniel Cohn-Bendit, Werner Hansch und Katharina Kerr.

Kooperation: !Nie wieder, Makkabi Deutschland e.V., DFL Stiftung, DFB-Kulturstiftung Ausschreibung und Anmeldung unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php

Der lange Weg der Kirchen zur Demokratie / Vorträge und Diskussion

15.01.19 / 19:00   Evangelische Stadtakademie München, Herzog-Wilhelm-Straße 24

Evangelische wie Katholische Theologie und Kirche in Deutschland taten sich lange schwer mit der Demokratie: Obrigkeitsstaatliches Denken, die Verflechtung von Thron und Altar bis 1918, der antireligiöse Charakter der Französischen Revolution und die Angst vor Liberalismus, katholisches Naturrechtsdenken und die deutsche Romantik – die Gründe sind vielfältig. Die Protestanten machte dies anfällig für den Nationalsozialismus. Wie lange hat es gedauert, bis die beiden Kirchen die Demokratie bejahten? Und wo stehen sie heute?

Referenten: Prof. Dr. Reiner Anselm, Sozialethiker, Evangelisch-Theologische Fakultät, und Prof. Dr. Franz Xaver Bischof, Kirchenhistoriker, Katholisch-Theologische Fakultät an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Nie wieder / Erinnerungstag im deutschen Fußball

25.01.19  -  27.01.19   in den Stadien der beiden Bundesligen

Der Anstoß zur „Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ging 2004 von der Versöhnungskirche aus. In enger Kooperation mit Faninitiativen, dem DFB und der DFL sind zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 19. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant.

Nähere Informationen unter www.niewieder.info

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus / Zeitzeugengespräch

27.01.19 / 19:00   Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Deutschland seit 1996 als „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. In Dachau ist dazu ein Zeitzeugengespräch geplant.

Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag in Dachau

Evangelische Kirche und Konzentrationslager / Buchvorstellung

31.01.19 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Um das Verhältnis der evangelischen Kirche zum KZ-System zwischen 1933 und 1945 darzustellen, untersucht Rebecca Scherf in ihrer Doktorarbeit wesentliche Aspekte. Bis 1937 duldete die SS noch kirchliche Seelsorge in den Lagern. Andererseits wurde bereits im März 1933 der erste evangelische Pfarrer aus politischen Gründen in KZ-Haft genommen, bis März 1945 waren es insgesamt 71 deutsche Geistliche. In einem Überblick dokumentiert die Autorin erstmals alle diese Geistlichen. Ein Großteil der Inhaftierungen erfolgte 1935 und 1941/42, zumeist in den Lagern Sachsenburg und Dachau. Auf der Grundlage von Tagebucheinträgen und Predigten wird das protestantische Leben der Geistlichen im Dachauer Pfarrerblock rekonstruiert - eine wichtige Ergänzung zu den bereits vorliegenden Studien zu den katholischen Priestern, die mit mehr als 90 % die große Mehrheit der Geistlichen im KZ Dachau stellten.

Referentin: Dr. Rebecca Scherf, Kirchenhistorikerin, Ludwig-Maximilians-Universität München. Ein Verzeichnis aller evangelischen Geistlichen im KZ Dachau findet sich hier auf der Website unter dem Menüpunt "Pastoren im KZ-Dachau".

„Ich wurde am 2. Mai 1945 neu geboren“ / Zeitzeugengespräch mit Natan Grossmann

07.02.19 / 19:30   Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstr. 91

Natan Grossmann wurde 1927 im polnischen Zgierz bei Lódz geboren. Nach der deutschen Besetzung seiner Heimat wurde er mit seiner jüdischen Familie 1940 ins Ghetto Litzmannstadt (Lódz) zwangsweise umgesiedelt. Ab 1942 war er dort ganz allein: sein älterer Bruder und sein Vater ermordet, seine Mutter verhungert. Im August 1944 wurde das Ghetto aufgelöst, Natan nach Auschwitz transportiert, dann weiter in das KZ-Außenlager Vechelde bei Braunschweig zur Zwangsarbeit. Im März 1945 musste er auf einen Todesmarsch. Bei Ludwigslust (Mecklenburg) wurde er am 2. Mai durch US-Truppen befreit. Nach 15 Jahren in Israel lebt er seit 1961 in München und widmet sich in seiner Freizeit dem Sport, heute als Ehrenmitglied des TSV Maccabi München.

Kooperation: Katholische Seelsorge, Karmel Heilig Blut

Transit Belgien / Buchvorstellung über deutsche und österreichische Künstler im Exil 1933-1945

21.02.19 / 19:30   Stadtbücherei Dachau, Max-Mannheimer-Platz 3

1933 begann die Flucht der Schriftsteller, Maler, Schauspieler und Musiker, die wegen ihrer jüdischen Herkunft und ihres politischen Engagements von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Die ideologische Gleichschaltung des Kunstbetriebs, bei der zahlreiche Werke als „entartet“ verboten und zerstört wurden, war für weitere Künstler ein Grund, Deutschland zu verlassen. Für viele war Belgien eine bedeutsame Station. Als die Wehrmacht Belgien im Mai 1940 überfiel, hatten die meisten dieser Künstler das Land bereits wieder verlassen. Der Germanist und Kunsthistoriker Dr. Veit Johannes Schmidinger stellt sein Buch vor, in dem er die bewegenden Lebens- und Exilswege von 15 Künstlerinnen und Künstlern porträtiert.

Kooperation: Katholische Seelsorge, Dachauer Forum, Stadtbücherei Dachau