Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Frühjahrs- und Sommerprogramm 2019

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Religiöse Erinnerungsorte in der KZ-Gedenkstätte Dachau / Rundgang

26.05.19 / 15:00   Beginn an der Todesangst-Christi-Kapelle

Dachau, 1933 als eines der ersten Konzentrationslager eingerichtet, ist bis heute ein Synonym für den menschenverachtenden NS-Unterdrückungsapparat, „ein Bezirk, dessen Boden uns durch die Sohlen brennt, auch wenn wir ihn nie betreten haben“ (Ulrich Conrads). Ausgehend von den Erfahrungen der im KZ Dachau inhaftierten Geistlichen gab es bereits kurz nach der Befreiung Planungen, das Dachauer Lagerareal durch Kreuzzeichen und Kirchenbauten christlich zu prägen. Zwischen 1960 und 1967, im Kontext der Errichtung der KZ-Gedenkstätte, entstanden an einem „Ort der Meditation“ die katholische Todesangst-Christi-Kapelle, die jüdische Gedenkstätte und die evangelische Versöhnungskirche. Ergänzt wurden diese durch das Karmelitinnenkloster Heilig Blut sowie später durch die russisch-orthodoxe Christi-Auferstehungs-Gedächtniskapelle. Die religiösen Erinnerungsorte im ehemaligen Lager Dachau künden vom gesellschaftlichen Neuaufbruch und vom aufrechten Willen zum Gedenken. Der Rundgang stellt Geschichte und Symbolik der religiösen Bauten vor.

Kooperation: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte, Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Russisch-Orthodoxe Auferstehungsgemeinde

Carl Friedrich Goerdeler – Politik und Verantwortung / Vortrag und Gespräch mit dem Enkel des Widerstandskämpfers

11.07.19 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Der deutschnationale Protestant Carl Friedrich Goerdeler wird 1930 Oberbürgermeister von Leipzig. Er bleibt auch nach 1933 im Amt, obwohl er nicht in die NSDAP eintritt. Im Konflikt mit der Partei legt er 1937 sein Amt nieder. Schon seit 1936 vergewissert er sich in Denkschriften seines Verständnisses von Recht und Moral. Für einen funktionierenden Staat und eine europäische Friedensordnung seien drei Voraussetzungen notwendig: Ein auf christlichen Werten basierendes moralisches Empfinden, eine solide Wirtschaftspolitik und Rechtssicherheit für alle Bürger. Aus der Erkenntnis, dass diese Erfordernisse im NS-Staat nicht erfüllt, sondern in ihr Gegenteil verkehrt sind, fühlt sich Goerdeler zum Widerstand berechtigt, ja zutiefst verpflichtet. Er entwirft konkrete Pläne für eine stabile Regierung nach dem Sturz des NS-Regimes, ist treibende Kraft eines Widerstandsnetzwerks und beteiligt am 20. Juli 1944. Der Enkel Berthold Goerdeler, der in der Stiftung 20. Juli 1944 aktiv ist, wird von der Biographie seines Großvaters ausgehend über den bürgerlichen Widerstand referieren. Dabei wird es auch um die Frage von Toleranz und deren Grenzen gehen.

Kooperation: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

„Meschugge sind wir beide“ / Leseperformance über eine deutsch-israelische Liebesgeschichte

18.07.19 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Als Claudia S. C. Schwartz Shaul Bustan kennenlernt, geht alles ganz schnell: Die deutsche Schauspielerin und der israelische Komponist verlieben sich ineinander. Doch Shaul ist der Enkel eines Holocaustüberlebenden und Claudias Großvater war Wehrmachtssoldat. Ist ihre Liebe zu verrückt? Zu meschugge? Irgendwo zwischen Christen- und Judentum, Klein- und Großfamilie, Spätzle und Hummus, schwäbischer Korrektheit und israelischer Chuzpe findet das junge Paar nicht nur seine Vergangenheit, sondern auch seine Zukunft. Eine ermutigende Geschichte zu den aktuellen Themen interkulturelle Verständigung, Diversity und Rassismusprävention.

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Dachau. Kooperation: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

„erinnern – begegnen – verstehen – Zukunft gestalten“ / 37. Internationale Jugendbegegnung in Dachau

27.07.19  -  09.08.19   

Junge Menschen aus vielen Nationen treffen sich, um sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur zu beschäftigen und nach Bezügen zur Gegenwart zu fragen. Alle Interessierten sind eingeladen ins Dachauer Max-Mannheimer-Haus, Roßwachtstraße 15. // Voraussichtlich Samstag, 3. August, 18 Uhr: Fest der Begegnung // Sonntag, 4. August, 14 Uhr: „Gebet der Begegnung“, 15 Uhr: Zeitzeugencafé

www.jugendbegegnung-dachau.de

Alter Israelitischer Friedhof in München / Rundgang

22.09.19 / 14:30   Thalkirchner Straße 240, München

Die Entwicklung der jüdischen Gemeinde in München lässt sich auch an der Geschichte ihrer Friedhöfe nachvollziehen. So zeugen die Grabsteine auf dem alten jüdischen Friedhof vom Aufstieg der Gemeinde im 19. Jahrhundert. Der im Jahr 1816, kurz nach der Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde, eröffnete Ort des „ewigen Lebens“ wurde 1908 geschlossen. Auf dem knapp zweieinhalb Hektar großen Gelände befinden sich rund sechstausend Gräber. Die Tore des alten Friedhofs öffnen sich heute äußerst selten, wenn ein Verstorbener in einem der alten Familiengräber bestattet wird, oder für eine der wenigen Führungen. Termin unter Vorbehalt, Anmeldung erforderlich bis 15. September 2019, Tel. 081 31/996 88-0 oder info@dachauer-forum.de

Kooperation: Dachauer Forum und Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Gedenkstättenfahrt nach Halle, Oranienburg und Berlin

31.10.19  -  03.11.19   

Die Gedenkstätte Roter Ochse Halle (Saale) thematisiert in der 1842 eröffneten Strafanstalt die politisch motivierte Justiz und erinnert an die Opfer. Ab 1933 nutzte die NS-Justiz das Gefängnis zur Vollstreckung hoher Haftstrafen an männlichen Gefangenen. Von 1942 bis Kriegsende wurden dort 549 Todesurteile vollstreckt. Von 1950 bis 1989 nutzte das Ministerium für Staatssicherheit der DDR einen Teil der Gebäude als Untersuchungshaftanstalt. Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen in Oranienburg bei Berlin erinnern auch an eine „doppelte Vergangenheit“: Das KZ Sachsenhausen wurde 1936 als Modell- und Schulungslager errichtet. Von den mehr als 200.000 Häftlingen kamen bis zur Befreiung 1945 Zehntausende durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS. Im August 1945 verlegte der sowjetische Geheimdienst NKWD das Speziallager Nr. 7 in den Kernbereich des ehemaligen Konzentrationslagers. Bis 1950 starben von den 60.000 Häftlingen 12.000 an Hunger und Krankheiten. Einer der Häftlinge im KZ Sachsenhausen war Pfarrer Martin Niemöller. Im Martin-Niemöller-Haus Berlin-Dahlem, in dem er von 1931 bis zu seiner Verhaftung 1937 arbeitete und wohnte, ist seit Sommer 2018 eine neue Dauerausstellung zur Geschichte der Bekennenden Kirche zu sehen. Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide ist die einzige Institution am historischen Ort eines fast vollständig erhaltenen Zwangsarbeiterlagers inmitten eines Wohnbezirks. Es macht das lange ausgeblendete Schicksal der über 26 Millionen Männer, Frauen und Kinder sichtbar, die während des Zweiten Weltkriegs durch das NS-Regime als Zwangsarbeiter ausgebeutet wurden.

Die vier genannten Gedenkorte werden mit Führungen besucht. Anmeldung unter Tel. 081 31 / 996 88 – 0 oder info@dachauer-forum.de; Programm auch unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php