Aktion Sühnezeichen in der Versöhnungskirche

Seit 1979 gehören jeweils bis zu zwei Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zum Team der Evangelischen Versöhnungskirche. Neben der Mitarbeit in der Versöhnungskirche arbeiten sie auch noch im Projekt „Gedächtnisbuch für Häftlinge des KZ Dachau“. Beim Förderverein für intern. Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit und in der KZ-Gedenkstätte Dachau wird eine projektbezogene Mitarbeit erwartet (Betreuung von ehemaligen Häftlingen, Übersetzungen etc.). Neben Führungen durch die KZ-Gedenkstätte, ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit die Vorbereitung und Durchführung der 2-wöchigen internationalen Jugendbegegnung im Sommer in Dachau.

Unsere derzeitigen Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen

Anastasiia kommt aus Rußland und arbeitet für ein Jahr als Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Ich heiße Anastasiia und komme aus Russland. Ich bin 21 Jahre alt und mein Beruf ist Dolmetscherin und Übersetzerin. Ich habe mein Studium mit meiner Bachelorarbeit in meiner Heimatstadt Perm abgeschlossen. Für einen Monat habe ich auch in Deutschland studiert. Während meines Studiums nahm ich an vielen Freiwilligen-Projekten teil. Ich arbeitete als Übersetzerin und auch als Fremdenführerin.

Warum habe ich dieses Projekt gewählt? Zuerst, ich interessiere mich für Geschichte. In der Schule hatten wir nur russische Geschichte. Jetzt möchte ich meine Kenntnisse verbessern. Aber auch die Geschichte der Religion ist für mich interessant. Mein Freiwilligenjahr möchte ich dazu nutzen meine Sprachkenntnisse zu verbessern, um eine gute Dolmetscherin und Übersetzerin zu werden.

Ich bin sicher, dass mein Freiwilligenjahr sehr nützlich sein wird; nicht nur für mich sondern auch für anderen Menschen .

Maeva kommt aus Frankreich und arbeitet für ein Jahr als Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Ich heiße Maeva Keller, bin 23 Jahre alt und komme aus dem Elsas in Frankreich. Mein Studium habe mit einem Bachelor in Geschichte abgeschlossen. Das 20. Jahrhundert und der Zweite Weltkrieg waren meine Schwerpunkte. Das letzte Jahr habe ich genutzt in Paris einen Studiengang in Internationale Beziehungen belegen.

Ich habe mich für einen Freiwilligendienst bei der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste entschieden, weil ich mich in der Erinnerungsarbeit engagieren möchte. Im Rahmen meines Freiwilligendienstes werde ich beim Gedächtnisbuch mit arbeiten und ein Gedächtnisblatt über einen französischen Häftling des KZ Dachau erarbeiten. Ich hoffe, dass er einem Interview zustimmen wird .

60 Jahre Aktion Sühnezeichen Friedensdienst

Eine Radioreportage (BR 2) über die Arbeit der ASF Freiwilligen in der Versöhnungskirche:

Abschlussberichte von ASF-Freiwilligen

Beata Tomczyk, Polen

Agathe Halmen, Rumänien

Maurycy Przyrowski, Polen

Jan Kwiatkowski, Polen

Lynn Williams, USA

Larissa Levanova, Russland

Aleksandra (Ola) Kozyra, Polen

Ian Maloy, Wales

Sarah Heim, USA

Redebeiträge bei Gedenkfeiern

Beata Tomczyk, Polen

Lera Plontnyk, Ukraine

Agathe Halmen, Rumänien

Maurycy Przyrowski, Polen

Maya Bakulina, Russland

Jan Kwiatkowski, Polen

Ljuba Vaserina, Belarus

Roy Scivyer, England

Irina Grinkevich, Belarus

Teresa Walch, USA

Daniiela Pashko, Ukraine

Mitarbeit in der Aktion Sühnezeichen

Freiwillige können in der Regel am 1.9. mit ihrem Dienst beginnen. Interessentinnen und Interessenten wenden sich bitte an die

Evangelische Versöhnungskirche
in der KZ-Gedenkstätte
Alte Römerstr. 87
85221 Dachau

oder direkt an

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
Auguststr. 80
10117 Berlin
www.asf-ev.de

Die Arbeit des Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.

1958 wurde auf der Synode der evangelischen Kirche in Deutschland folgender Aufruf verlesen:

"Wir Deutschen haben den Zweiten Weltkrieg begonnen und schon damit mehr als andere unmeßbares Leiden der Menschheit verschuldet; Deutsche haben in frevlerischem Aufstand gegen Gott Millionen Juden umgebracht. Wer von uns Überlebenden das nicht gewollt hat, der hat nicht genug getan, es zu verhindern (...) Wir haben vornehmlich darum noch keinen Frieden, weil zuwenig Versöhnung ist ... Aber noch können wir, unbeschadet der Pflicht zu gewissenhafter politischer Entscheidung, der Selbstrechtfertigung, der Bitterkeit und dem Hass eine Kraft entgegensetzten."

Dieser Aufruf war die Gründung der Aktion Sühnezeichen, die seitdem versucht, durch konkrete Freiwilligendienste im In- und Ausland der Versöhnung und damit der Überwindung von Hass, Angst und Gleichgültigkeit etwas näher zu kommen. Dies soll realisiert werden durch konkrete Arbeit in den Ländern, die während des Zweiten Weltkrieges von Deutschland überfallen wurden.

Erste Projekte

Die ersten Projekte begannen 1959. Damals arbeiteten die Freiwilligen vor allem an Bauprojekten mit, z.B. an einer Synagoge in Villeurbanne bei Lyon, oder einer Kirche und einem Blindenheim in Norwegen.

Soziale Arbeit

Ab Mitte der sechziger Jahre trat die soziale Arbeit in den Vordergrund. Die Freiwilligen arbeiten heute bei der Betreuung von Holocaust-Opfern, in Einrichtungen für Behinderte, mit Menschen, die Opfer heutiger gesellschaftlicher Zustände sind und in Gedenkstätten.

Die Arbeit heute

Heute arbeiten etwa 180 ASF-Freiwillige für ein Taschengeld 12 Monate in Israel, Norwegen, in den Niederlanden und in Belgien, in Rußland, Weißrußland, Polen, in der Tschechischen Repulik, in den USA, in Bosnien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Der Friedensdienst mit ASF wird für Wehrdienstverweigerer als sogenannter anderer Dienst im Ausland anerkannt.

Neben den längerfristigen Diensten bietet ASF auch die Möglichkeit zur Mitarbeit in zwei- bis dreiwöchigen Workcamps im In- und Ausland an.

Seit 1979 ist die Evangelische Versöhnungskirche Träger von zwei Freiwilligenstellen.

Die Menschen hinter der Geschichte - Gespräch mit ASF-Freiwilligen

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